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Hochwasser in Deutschland: Lage bleibt angespannt – Evakuierungen an der Aller

December 28
09:26 2023

An einigen Flüssen in Deutschland bleibt die Hochwasserlage angespannt. Betroffen sind unter anderem Gebiete an der Elbe in Sachsen und Sachsen-Anhalt sowie an der Weser in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.

In Dresden dürfte am Donnerstagmorgen die Sechs-Meter-Marke an der Elbe überschritten werden. Um Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg vor Überschwemmungen zu schützen, soll am Donnerstagvormittag das Pretziener Wehr geöffnet werden. Das etwa 135 Meter lange Wehr war zuletzt im Juni 2013 geöffnet worden. Auch jetzt soll es dafür sorgen, dass ein Drittel des Elbwassers in einen 21 Kilometer langen Kanal fließt, um Schönebeck, Magdeburg und andere Orte in den Elbniederungen herum, bis es wieder in die Elbe fließt. An der Helme gilt voraussichtlich in den nächsten Tagen die höchste Hochwasseralarmstufe 4.

»Bedrohliche Lage«

In Niedersachsen rechnete der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz vor allem an der Mittelweser und an den Oberläufen von Aller, Leine und Oker mit weiter steigenden Pegelständen. In der Gemeinde Lilienthal bei Bremen riss nach Angaben der örtlichen Feuerwehr ein Deich, der betroffene Bereich wurde am Mittwochnachmittag evakuiert. Wegen eines durchweichten Deichs wurden in der Nacht zum Donnerstag weitere Straßen evakuiert.

Im angrenzenden Bremen ist die Hochwasserlage im Stadtteil Borgfeld ähnlich angespannt. Im Ortsteil Timmersloh konnte an den Deichen nachgearbeitet werden, sodass es dort keine Evakuierungen mehr geben musste, wie ein Feuerwehrsprecher am frühen Donnerstagmorgen sagte.

Wegen des Aller-Hochwassers sollten in der niedersächsischen Gemeinde Winsen rund 300 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Die Siedlungen Westohe und Südohe müssten evakuiert werden, teilte der Landkreis Celle am Mittwochabend mit. Der Wasserstand auf den Straßen sei dort auf rund 40 bis 50 Zentimeter gestiegen, aus Sicherheitsgründen sei daher der Strom abgestellt worden. Als Notunterkunft wird derzeit die Allertalsporthalle in Winsen eingerichtet.

In einigen Orten im Landkreis Verden herrschte in der Nacht zum Donnerstag wegen des Hochwassers und aufweichender Deiche weiterhin eine »bedrohliche Lage«, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. Mehrere Landkreise in Niedersachsen stellten eine Vorstufe des Katastrophenalarms fest – dadurch haben die Kreisverwaltungen unter anderem einen einfacheren Zugriff auf Hilfskräfte. Besonders betroffen war laut Landesbranddirektor Dieter Rohrberg die Stadt Sarstedt im Landkreis Hildesheim, wo die Flüsse Innerste und Leine zusammenfließen.

Ein 75 Jahre alter Fahrradfahrer ist in Hannover aus dem Hochwassergebiet der Leine gerettet worden. Der Mann habe am Mittwochmittag trotz des Hochwassers die abgesperrte Brückstraße im Stadtteil Döhren befahren, teilte die Feuerwehr am Abend mit. Er sei vom Rad gefallen und etwa 20 Meter in einen angrenzenden Wald abgetrieben worden. Schließlich habe er sich an einem Ast festgehalten und mit seinem Handy die Rettungskräfte alarmiert. Der Mann konnte erst mit der Hilfe von zwei Drohnen lokalisiert werden. Spezialkräfte der Wasserrettung befreiten ihn.

Am Oberlauf der Weser von Hannoversch Münden bis Höxter in Nordrhein-Westfalen sanken die Wasserstände am Mittwoch laut Landesbetrieb, für die Mittelweser wurden aber steigende Pegelstände vorhergesagt. Am Pegel Drakenburg im Landkreis Nienburg könne sogar der bisherige Rekordstand aus dem Jahr 1981, nämlich 8,34 Meter, überschritten werden, hieß es. In Nordrhein-Westfalen bleiben auch die zahlreichen Talsperren unter Beobachtung.

Kurze Regenpause erwartet

Manche hoffen auf kurzzeitige Entspannung: Am Donnerstag soll es nach der Prognose des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Deutschland weitgehend trocken bleiben. Dadurch könnte sich die Hochwasserlage an manchen Flüssen etwas entspannen. Allerdings steigt die Gefahr kräftigerer Niederschläge laut DWD anschließend wieder. »Insbesondere im Westen und Nordwesten deuten die Wettermodelle viel Nass an, das die Flusspegel wohl wieder rasch ansteigen lassen wird«, sagte ein Meteorologe am Mittwoch.

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