Krieg in Nahost: USA verhängen Sanktionen gegen Huthi-Miliz im Jemen
Nach den Bombardements von Huthi-Stellungen haben die USA auch neue Sanktionen gegen die jemenitische Miliz verhängt. Die Strafmaßnahmen richten sich gegen zwei Schifffahrtsunternehmen mit Sitz in Hongkong und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Aus deren Warenlieferungen fließen Gelder an die Huthis, wie das Finanzministerium in Washington mitteilte. Mit den Sanktionen sollen die Finanzquellen der Miliz ausgetrocknet werden.
»Die Vereinigten Staaten gehen weiterhin gegen die illegalen iranischen Finanznetzwerke vor, die die Huthis finanzieren und ihre Angriffe erleichtern«, teilte die US-Regierung mit. Man werde »alle verfügbaren Maßnahmen ergreifen, um diese destabilisierenden Aktivitäten der Huthis und ihre Bedrohungen für den Welthandel zu stoppen.«
Die Firmen Cielo Maritime und Global Tech Marine Services transportieren den Angaben zufolge iranische Waren im Auftrag des Huthi-Unterstützers Said al-Dschamal. Die Sanktionen richten sich auch gegen vier Schiffe, die den zwei Firmen gehören oder von ihnen genutzt werden.
Der amerikanische Finanzstaatssekretär für Antiterror-Maßnahmen, Brian Nelson, sagte, die Einnahmen aus dem Verkauf der von diesen Firmen gelieferten Waren »unterstützten die Huthis und ihre fortgesetzten Attacken auf die internationale Schifffahrt im Roten Meer und im Golf von Aden«.
Austin koordinierte Angriffe aus dem Krankenhausbett
Zusammen mit Großbritannien hatten die USA in der Nacht zum Freitag Huthi-Stellungen im Jemen attackiert. Sie reagierten damit auf die wochenlangen Angriffe der schiitischen Huthi-Milizen auf Handelsschiffe, die angeblich mit Israel in Verbindung stehen. US-Präsident Joe Biden sagte während eines Besuchs im US-Bundesstaat Pennsylvania, es habe dabei offenbar keine zivilen Opfer gegeben.
Der an Krebs erkrankte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin hat die Angriffe im Jemen aus dem Krankenhaus heraus mitorganisiert. »Er war sogar im Krankenhausbett voll engagiert«, sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, John Kirby, dem TV-Sender MSNBC. Austin habe »den ganzen gestrigen Tag aktiv und eng mit dem nationalen Sicherheitsteam hier im Weißen Haus und natürlich mit (…) Präsident (Joe) Biden zusammengearbeitet«, ergänzte er.
Unterdessen warnte die US-Marine davor, die Gewässer rund um den Jemen zu durchfahren. Man rechne mit Vergeltungsaktionen für die Luftangriffe. Besonders Schiffe unter amerikanischer Flagge sollten das Rote Meer und den Golf von Aden meiden. Die Huthi-Miliz hatte angekündigt, sich für die Luftschläge rächen zu wollen, und feuerte später nach US-Angaben eine Antischiffsrakete ab. »Wir wissen, dass sie mindestens eine Rakete als Vergeltungsmaßnahme abgefeuert haben«, sagte der US-Generalleutnant Douglas Sims in Washington. Die Rakete habe kein Schiff getroffen.
Biden kündigte denn auch weitere Angriffe gegen die Huthis an, falls diese ihre Attacken auf Schiffe im Roten Meer nicht einstellen. Auf die Frage einer Journalistin, ob er die Miliz für eine Terrororganisation halte, antworte Biden: »Ja, ich denke schon.«
Der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats im Weißen Haus, John Kirby, sagte im Fernsehsender MSNBC, die USA suchten »nicht die Eskalation«. Es gebe »keinen Grund für eine weitere Verschärfung des Konflikts über die Entwicklungen der vergangenen Tage hinaus.
Die Huthis hatten nach Beginn des Krieges zwischen Israel und der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas am 7. Oktober Schiffe im Roten Meer angegriffen. Die schiitischen Rebellen sehen sich als Teil der gegen Israel gerichteten und vom Iran unterstützten »Achse des Widerstands«. Dazu zählt auch die Hamas.
Die USA hatten bereits in der Vergangenheit Strafmaßnahmen zur finanziellen Schwächung der Huthis verhängt. Der Huthi-Unterstützer al-Dschamal ist bereits seit 2021 mit Sanktionen belegt. Anfang Dezember erließen die USA auch Sanktionen gegen 13 Einzelpersonen und Organisationen aus dem Netzwerk al-Dschamals. Durch die Sanktionen werden jegliche Geschäfte mit den USA untersagt, auch werden mögliche Vermögenswerte in den USA eingefroren.

