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Huthi-Milizen im Jemen: USA starten neue Angriffe

January 13
07:36 2024

Im Jemen hat es nach den Luftschlägen der USA und Großbritanniens auf Stellungen der Huthi-Milizen einen neuen Angriff gegeben. Nachdem zuvor mehrere US-Medien entsprechend berichtet hatten, bestätigte das US-Militär am späten Freitagabend (Ortszeit Washington, D.C.) einen erneuten Militärschlag gegen die Huthis.

Das United States Central Command erklärte, dass die US-Streitkräfte in der Nacht von Freitag auf Samstag eine von den Huthis genutzte Radaranlage im Jemen angegriffen hätten. Der Schlag sei vom Kriegsschiff »USS Carney« ausgeführt worden, dabei seien Tomahawk-Marschflugkörper zum Einsatz gekommen. Der Angriff habe das Ziel gehabt, die Fähigkeit der Huthis zu beschränken, Schiffe anzugreifen.

Der von den Huthis betriebene Fernsehsender Al-Masirah berichtete, mindestens ein Ziel in der Hauptstadt Sanaa sei getroffen worden. Die Nachrichtenagentur AP meldete unter Berufung auf eigene Reporter eine Explosion in der Stadt.

Die USA und Großbritannien hatten in der Nacht zum Freitag als Reaktion auf die wochenlangen Attacken der Huthis auf Handelsschiffe im Roten Meer Stellungen der Miliz im Jemen bombardiert. US-Präsident Joe Biden sprach von »erfolgreichen« Luftangriffen – und drohte zugleich weitere Angriffe an, sollte die Miliz ihre Attacken gegen Schiffe nicht einstellen: Er werde »nicht zögern, wenn nötig weitere Maßnahmen anzuordnen«. Die Huthi-Milizen drohten als Reaktion auf die Angriffe mit Vergeltung.

Fast 30 Ziele angegriffen

Nach den ersten Militärschlägen gegen die Huthi-Miliz hatte das Pentagon am Freitag weitere Details zu den Angriffen bekannt gegeben. Die Verbündeten hätten in der ersten Welle insgesamt fast 30 militärische Standorte der Huthis angegriffen, sagte Generalleutnant Douglas Sims, der im Pentagon militärische Operationen verantwortet. Zuerst hätten die Verbündeten 16 Stellungen der Huthi attackiert. Kurz darauf seien zwölf weitere Standorte identifiziert und angegriffen worden, sagte er.

Sims sagte, die Auswertung des Militärschlags sei noch nicht abgeschlossen. Er wisse aber, dass die Fähigkeiten der Rebellen geschwächt worden seien. Mit Blick auf den Großangriff der Huthi am Dienstag auf Schiffe im Roten Meer sagte er, er glaube nicht, dass die Huthis noch einmal in der Lage seien, auf dieselbe Weise zu agieren. Aber das werde sich erst zeigen.

Sims sagte weiter, bei den Angriffen seien etwas mehr als 150 Arten von Munition eingesetzt worden. Nach Angaben der Huthis wurden bei den Angriffen fünf ihrer Mitglieder getötet. Sechs weitere seien verletzt worden. Die Angriffe trafen demnach die Hauptstadt Sanaa sowie die Provinzen Hudaida, Tais, Hajjah und Saada.

Russland verurteilte den Militärschlag. Die Angreifer würden »persönlich« dazu beitragen, dass sich der Gazakrieg zwischen Israel und der islamistischen Hamas auf die gesamte Region ausbreite, sagte der russische Vertreter Wassili Nebensja bei einer Sitzung des Weltsicherheitsrats, wie die russische Nachrichtenagentur Tass in der Nacht zum Samstag berichtete.

Seit Ausbruch des Gazakrieges zwischen Israel und der islamistischen Hamas greifen die Huthis immer wieder Schiffe im Roten Meer an. Große Reedereien meiden die wichtige Handelsroute zunehmend. Die Huthis greifen Israel auch immer wieder direkt mit Drohnen und Raketen an.

Der durch die anhaltenden Angriffe der Huthis entstehende volkswirtschaftliche Schaden beträgt einem Bericht zufolge 360 Millionen Euro pro Stunde. Das berichtet die »Welt am Sonntag« unter Berufung auf Angaben des Europäischen Auswärtigen Dienstes (EAD). Diese Zahl nannte demnach kürzlich eine der führenden EAD-Diplomatinnen bei einem Treffen der 27 zuständigen Botschafter im Politischen und Sicherheitspolitischen Komitee (PSK). Grund seien Umwege von bis zu 6000 Kilometern, steigende Energiekosten, Staus bei der Abfertigung und Störungen in den Lieferketten.

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