Franz Beckenbauer ist tot – Reaktionen: Die internationale Fußballwelt trauert um den »Kaiser«
Der internationale Fußball trauert um Franz Beckenbauer. In aller Welt meldeten sich Weggefährten und Stars zu Wort, um dem verstorbenen »Kaiser« die letzte Ehre zu erweisen. Beckenbauer starb am Sonntag im Alter von 78 Jahren . Seit längerer Zeit hatte er mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Beckenbauer wurde 1974 als Spieler und 1990 als Teamchef Weltmeister.
Der argentinische Superstar Lionel Messi, den Beckenbauer in einem Interview 2014 zum »besten Spieler der Welt« ausgerufen hatte – »Sein Talent, seine Bewegungen, seine Fähigkeiten sind außergewöhnlich« – gedachte des Deutschen nahezu wortlos auf Instagram . Er veröffentlichte ein Schwarz-Weiß-Foto von Beckenbauer aus Beckenbauers Zeit als Nationalspieler und schrieb dazu nur »QEPD«. Das Kürzel steht für »Que en paz descanses« (Mögest du in Frieden ruhen).
Gary Lineker, ehemaliger englischer Stürmer, erfolgreicher TV-Kommentator und Schöpfer des Bonmots »Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten einen Ball, und am Ende gewinnen immer die Deutschen« schrieb auf X : »Es tut mir sehr leid zu hören, dass Franz Beckenbauer gestorben ist. Er war einer der ganz Großen unseres Sports. Der Kaiser war der schönste aller Fußballer, der mit Anmut und Charme alles gewonnen hat. RIP.«
Uefa-Präsident Aleksander Ceferin schrieb über Beckenbauer: »Seine unvergleichliche Vielseitigkeit, seine eleganten Übergänge zwischen Verteidigung und Mittelfeld, seine tadellose Ballkontrolle und sein visionärer Stil haben die Art und Weise, wie Fußball gespielt wurde, in seiner Ära neu geprägt. Beckenbauers Vermächtnis als einer der ganz Großen des Fußballs ist unbestritten. Wir nehmen Abschied von einer wahren Legende.«
Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps schrieb: »Ich habe mit großer Trauer vom Tod von Franz Beckenbauer erfahren.« Was die beiden gemeinsam mit dem vor wenigen Tagen verstorbenen Mário Zagallo hatten: Sie hatten jeweils als Spieler und als Trainer die Fußball-Weltmeisterschaft gewonnen. »Meine Trauer ist heute genauso groß wie meine Freude darüber, dass ich eingeladen wurde, mit diesen beiden Giganten des internationalen Fußballs an einem Tisch zu sitzen«, schrieb Deschamps, und weiter: »Franz Beckenbauer war eine hochgeachtete Persönlichkeit, die die hohen Standards der Besten verkörperte. Seiner Familie und seinen Freunden sowie all jenen, die ihn wie ich bewundert haben, spreche ich in dieser traurigen und schmerzlichen Zeit meine volle Unterstützung zu.«
Frankreichs legendärer Stürmerstar und Fußballfunktionär Michel Platini erklärte über Beckenbauer: »Er stand für Eleganz, Freundlichkeit und Freundschaft. Er war ein Lebensgefährte für eine sehr lange Zeit: Er hat mich zum Fußball gebracht wie Pelé, Cruyff oder Charlton. Er hat den deutschen Fußball, aber auch den Weltfußball geprägt. Für mich war er der Inbegriff von Klasse, sowohl auf als auch neben dem Platz.«
Fifa-Präsident Gianni Infantino ließ sich zitieren: »Franz Beckenbauer, eine Legende des deutschen und des Weltfußballs, hat Leistungen und Triumphe vorzuweisen, die in die Geschichte eingehen, und doch ist 'der Kaiser' bei aller Popularität immer bescheiden und bodenständig geblieben. … Ein großartiger Mensch, ein Freund des Fußballs, ein Champion und eine wahre Legende, der liebe Franz wird nie vergessen werden.«
Italien verneigt sich vor Beckenbauer: »Addio al Kaiser»
Auch Italiens Fußball verneigt sich vor der deutschen Sportlegende. Die Sportzeitung »Gazzetta dello Sport« titelte am Montagabend auf ihrer Webseite: »Abschied von einem Fußball-Mythos, Abschied vom Kaiser.« Insbesondere mehrere Teilnehmer des »Jahrhundertspiels« der WM 1970 in Mexiko, das Italien im Halbfinale gegen Deutschland mit 4:3 für sich entschied, stellten Beckenbauers Verdienste heraus.
Der 60-malige Nationalstürmer Gianni Rivera (80), der damals in der Verlängerung den Siegtreffer für die Azzurri erzielte, sagte der Nachrichtenagentur Ansa: »Er war der größte deutsche Fußballer aller Zeiten. Er war auch dabei, vor dem Tor, als ich das 4:3 erzielte. Ich erinnere mich genau an sein Gesicht. Noch wütender war nur der Torwart, Sepp Maier. Aber am Ende des Spiels hat er sich dann von uns verabschiedet. Er war ein großer Gentleman, auch abseits des Platzes.«
Ex-Nationalspieler Roberto Boninsegna, der damals das 1:0 für Italien geschossen hatte, lobte Beckenbauer als »Regisseur und Anführer dieser großartigen Mannschaft«. Der 80-Jährige erinnerte sich daran, dass er mit Beckenbauer seinerzeit in dem Halbfinale oft aneinander geriet. »Man konnte ihn überall finden. Er war ein wahrer Mannschaftsspieler von außergewöhnlicher Eleganz. Trotz verletztem Arm ist es ihm gelungen, sein Bestes gegeben.« Für ihn gehöre Beckenbauer in den »Olymp der Größten aller Zeiten«.
Internationale Vereine gedenken des »Kaisers«
Manchester United postete ein Foto von Beckenbauer mit dem englischen Nationalspieler Bobby Charlton auf X und schrieb dazu: »Rivalen auf dem Spielfeld. Ewiger Respekt abseits des Platzes. Jetzt, zusammen in der Ruhe. Wir senden unseren Kollegen bei Bayern München unser tief empfundenes Beileid und trauern um einen wahrhaft großen Franz Beckenbauer«.
Real Madrid äußerte sich wie folgt: »Der Real Madrid C.F., der Präsident und der Vorstand des Vereins sind zutiefst betrübt über den Tod von Franz Beckenbauer, einer der größten Legenden des europäischen und weltweiten Fußballs. Real Madrid möchte seiner Familie, seinen Mannschaftskameraden, seinen Vereinen und allen, die ihm nahe standen, sein Beileid aussprechen und seine Zuneigung zum Ausdruck bringen.«
Der FC Barcelona ließ verbreiten: »Der FC Barcelona bekundet sein Beileid zum Tod von Franz Beckenbauer, einer Legende des Weltfußballs, der heute im Alter von 78 Jahren von uns gegangen ist. Ruhe in Frieden.« Und Inter Mailand schrieb: »Er verkörperte Klasse und Fairness und wird eine Legende des Weltfußballs bleiben: Der Club und das gesamte Universum der Nerazzurri trauern um Franz Beckenbauer.«

