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Flughafen Hamburg: Geiselnehmer ist bereits wegen Kindesentziehung verurteilt worden

November 06
01:28 2023

Der Geiselnehmer vom Hamburger Flughafen, Salman E., ist bereits wegen Kindesentziehung verurteilt worden. Das teilte ein Sprecher der Polizei in Stade dem SPIEGEL mit. Der 35-Jährige habe sich im vorigen Jahr über mehrere Monate mit seiner Tochter unerlaubt in der Türkei aufgehalten. »Er ist zu einer Geldstrafe verurteilt worden«, so der Sprecher. Zur Höhe könne er keine Angaben machen.

Der Geiselnehmer hatte am Samstagabend gegen 20 Uhr mit seinem Auto samt Tochter eine Absperrung am Tor zum Vorfeld des Hamburger Flughafens durchbrochen. Er schoss laut Polizei unter Berufung auf Zeugenaussagen auf dem Gelände in die Luft und warf zwei Brandsätze aus dem Wagen. Die Flughafenfeuerwehr habe diese schnell löschen können.

Stundenlang stand sein Auto schließlich neben einer Maschine der Turkish Airlines. Die Insassen wurden laut Polizei in Sicherheit gebracht. Es habe zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Fluggäste bestanden.

Gegen 22 Uhr sei erstmals Kontakt zu dem Geiselnehmer hergestellt worden. Nach langen Verhandlungen gab er am frühen Sonntagnachmittag auf und ließ sich widerstandslos festnehmen, wie die Polizei mitteilte.

Wohnung durchsucht

Bereits während der Geiselnahme hatte die Polizei in Buxtehude die Wohnung des Täters durchsucht. »Wir haben Beweismittel sichergestellt«, sagte ein Sprecher der Polizeiinspektion Stade. Darüber hatte zunächst die »Hamburger Morgenpost« berichtet.

Kurz bevor E. auf das Flughafengelände fuhr, hatte seine Ehefrau sich bei der Landespolizei gemeldet und auf die Kindesentziehung hingewiesen. Die Frau hielt sich am Sonntag selbst am Airport auf.

Vorausgegangen war offenbar ein Streit mit der Mutter des Kindes in Stade, in dessen Verlauf der Mann die Frau zur Seite gestoßen und mit der Vierjährigen davongefahren sein soll. Wie die Polizei mitteilte, befand sich der 35-Jährige nach ersten Ermittlungen wegen Sorgerechtsstreitigkeiten in einer psychischen Ausnahmesituation.

Der Flughafen war seit Samstagabend weiträumig gesperrt. Nach Angaben des Betreibers vom Sonntagvormittag waren seit dem eigentlichen Betriebsbeginn um 6 Uhr bis 11 Uhr bereits 126 Flüge gestrichen worden. Fünf Ankünfte seien zu anderen Flughäfen umgeleitet worden. Bereits am Samstagabend waren 27 Flüge mit rund 3200 Passagieren betroffen.

Der Fall löste eine neue Debatte über Sicherheitsvorkehrungen aus. Unter anderem die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) fordert einen besseren Schutz von Flughäfen. Der Betreiber des Hamburger Flughafens wies Kritik in einer ersten Stellungnahme zurück. »Die Sicherung des Geländes entspricht allen gesetzlichen Vorgaben und übertrifft diese größtenteils«, sagte eine Sprecherin. Die Alarmketten im Fall der Geiselnahme hätten einwandfrei gegriffen.

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