Israel: Bodenoffensive im Gazastreifen soll trotz Protesten fortgesetzt werden
Israels Premierminister Benjamin Netanyahu hat klargestellt, dass die Bodenoffensive des israelischen Militärs im Gazastreifen fortgeführt wird. Bei einer Pressekonferenz in Tel Aviv sagte er, der Krieg werde weitergehen, bis die Hamas zerstört ist, wie unter anderem die »Times of Israel« berichtet. Angehörige von Geiseln, die von der Hamas in den Gazastreifen verschleppt wurden, forderten zuvor erneut ein Ende der Kämpfe und Verhandlungen, um die verbleibenden Verschleppten lebend zu ihren Familien zurückzubringen.
Die Proteste in Tel Aviv wurden lauter, nachdem das israelische Militär (IDF) bei einem Einsatz im Norden des Gazastreifens versehentlich drei Geiseln erschossen hatte. Aus dem Tod der drei jungen Männer habe Netanyahu Lehren gezogen und versprach, »die militärischen und diplomatischen Anstrengungen« fortzusetzen, um alle Geiseln zurückzubringen, militärischer Druck sei jedoch nötig.
Auch die internationale Gemeinschaft drängt aufgrund der katastrophalen humanitären Lage im Gazastreifen auf eine erneute Waffenruhe. Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums wurden bislang rund 18.800 Menschen im Gazastreifen getötet. Bisherige Hilfsmittellieferungen reichen bei Weitem nicht aus, um die Zivilbevölkerung zu versorgen. Doch Netanyahu machte deutlich: »Wir kämpfen um unsere Existenz. Und wir werden bis zum Sieg weitermachen«.
Gazastreifen werde nach Krieg entmilitarisiert
Auf die Frage von Journalisten, was nach dem Krieg bei einem Sieg Israels mit dem Gazastreifen geschehe, antwortet Netanyahu laut »Times of Israel«, dass das Gebiet entmilitarisiert werde, um keine Bedrohung für Israel darzustellen. Die Armee werde für die Sicherheit im Gazastreifen verantwortlich sein, »weil es keinen anderen Faktor gibt, der den Kampf gegen den Terrorismus gewährleisten wird.« »Und ich kann Ihnen sagen, dass es eine zivile Regierung geben wird, die ihre Kinder nicht dazu erzieht, Israel zu zerstören«, so Netanyahu weiter.
Wenn die Hamas zerstört sei, werde sich Israel auf die nördliche Grenze zum Libanon und die Hisbollah konzentrieren, sagte Netanyahu. Entweder werde es eine diplomatische Lösung an der Nordgrenze geben, »oder einen anderen Weg«, um die Situation zu regeln.

