Nikki Haley wird mehrfach Opfer von »Swatting«-Anrufen
Der Ton im Vorwahlkampf bei den US-Republikanern wird immer rauer – und manchmal schießen mutmaßlich Unterstützer bestimmter Kandidaten gehörig über das Ziel hinaus. Die Polizei hat eine Welle von Drohungen und Einschüchterungsversuchen gegen Regierungsbeamte, Mitglieder der Justiz und Wahlhelfer registriert.
Das gilt auch für Nikki Haley, die mittlerweile letzte Konkurrenz von Donald Trump um die Nominierung seiner Partei im US-Präsidentschaftswahlkampf.
Wie zuletzt bekannt wurde, gab es einen vorgetäuschter Notfall im Haus von Haley am 30. Dezember in Kiawah Island in South Carolina. Aus Unterlagen der Kommune, von denen Reuters Kenntnis bekam, geht hervor, dass ein Mann behauptet hatte, im Haus Haleys eine Frau erschossen zu haben und gedroht hatte, sich selbst zu verletzen. Haley Kampagnen-Team lehnte eine Stellungnahme zu den Darstellungen ab. Trump hatte Haley, die einen Rückzug aus dem Vorwahlkampf weiter ablehnt, zuletzt mehrfach öffentlich verunglimpft.
Wie Reuters nun berichtet, gab es zwei Tage nach dem ersten Vorfall einen weiteren Anruf bei der Polizei. Dabei habe eine Person, die sich als »Rose« ausgab, erklärt, Haleys Tochter liege in einer Blutlache. Zudem drohe Haley laut der anrufenden Person, sich selbst zu erschießen. Eine Kontrolle des Charleston-County-Sheriff-Büros ergab keine Notlage vor Ort. Auch der zweite Anruf war also ein Fall des sogenannten »Swattings«.
Anrufe werden immer häufiger
Dabei scheint es darum zu gehen, mit vorgetäuschten Notfällen Unruhe auszulösen und psychologischen Druck aufzubauen. Der Name leitet sich von »Swat« (Special Weapons and Tactics) ab, einem Sammelbegriff für taktische Spezialeinheiten der US-Polizeibehörden. Experten sehen darin eine Form der Einschüchterung, die zunehmend gegen prominente Persönlichkeiten eingesetzt wird.
Die Zahl ähnlicher Übergriffe und Drohungen hat in den letzten zwei Monaten stark zugenommen und richtet sich sowohl gegen Verbündete als auch gegen Rivalen Trumps.
Ziele sind Menschen, die sich öffentlich gegen Trump gestellt haben, wie das Mitglied der Regierung vom Bundesstaat Maine, Shenna Bellows. Auch Richter und mindestens ein Staatsanwalt, der Fälle gegen Trump bearbeitet, wurden ins Visier genommen. Betroffen sind auch Trump-Unterstützer wie die Abgeordnete Marjorie Taylor Greene.

