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Nahostkonflikt: Neue Erkenntnisse zum tödlichen Drohnenangriff in Jordanien

January 30
04:36 2024

Zum tödlichen Angriff proiranischer Milizen auf einen US-Stützpunkt in Jordanien gibt es neue Erkenntnisse: Eine Fehleinschätzung des US-Militärs könnte übereinstimmenden Medienberichten zufolge eine Rolle gespielt haben. Unter anderem das »Wall Street Journal« , die »New York Times« und der Sender »Fox News« berichteten am Montag unter Berufung auf US-Regierungsvertreter, die feindliche Drohne der Attacke habe sich zeitgleich mit einer US-Überwachungsdrohne dem Stützpunkt genähert. Deshalb sei zunächst unklar gewesen, ob es sich um eine eigene oder feindliche Drohne gehandelt habe. In der Folge sei die Luftabwehr nicht sofort zum Einsatz gekommen, hieß es.

Zwei weitere Drohnen an Orten in der Nähe wurden den Berichten zufolge hingegen abgeschossen. Das Pentagon erklärte am Montag auf Nachfrage, der Vorfall werde derzeit noch untersucht.

Am Sonntag waren bei einem Drohnenangriff in Jordanien nahe der syrischen Grenze drei US-Soldaten getötet worden. Nach Angaben des Pentagon vom Montag wurden dabei mehr als 40 weitere verletzt. Proiranische Milizen im Irak bekannten sich zu der Attacke und erklärten, sie hätten vier US-Militärstützpunkte angegriffen, davon drei in Syrien am Sonntagmorgen.

Angriff auf iranischem Boden wenig wahrscheinlich

US-Präsident Joe Biden machte »radikale, von Iran unterstützte militanten Gruppen« für den Angriff verantwortlich und drohte mit Vergeltung. Dem »Wall Street Journal« zufolge sagten die US-Regierungsvertreter, erwogen würden Schläge gegen Milizen im Irak, in Syrien sowie womöglich in Iran. Ein Angriff auf iranischem Boden sei allerdings ein weniger wahrscheinliches Szenario. Der Nordosten Jordaniens grenzt sowohl an Syrien als auch an den Irak.

Die US-Regierung hat deutlich gemacht, keine Eskalation mit Iran zu suchen. »Wir sind nicht auf einen Krieg mit Iran aus. Wir suchen nicht den Konflikt mit dem Regime auf militärische Weise«, sagte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats, John Kirby, am Montag in Washington. Man wolle keinen weiteren Krieg und keine Eskalation. »Aber wir werden das tun, was erforderlich ist, um uns zu schützen, um diese Mission fortzusetzen und um angemessen auf diese Angriffe zu reagieren.«

»Wir wissen, dass Iran dahintersteckt«, sagte Pentagon-Sprecherin Sabrina Singh. Iran trage die Verantwortung, weil Teheran diese Gruppen finanziere, die im Irak und in Syrien operierten und Angriffe auf US-Soldaten verübten. Biden war nach Angaben des Weißen Hauses sowohl am Sonntag als auch am Montag mit seinem Krisenstab im Situation Room, dem Einsatzzentrum im Westflügel des Weißen Hauses, zusammengekommen. Gefragt nach einem möglichen Vergeltungsschlag sagte Kirby: Die USA würden sich nach ihrem eigenen Zeitplan richten und auf eine Art und Weise vorgehen, wie sie der Präsident als Oberbefehlshaber für richtig halte.

Seit Beginn des Gazakriegs zwischen Israel und der islamistischen Hamas im vergangenen Oktober haben proiranische Milizen fast täglich Angriffe auf US-Militärstützpunkte im Irak und in Syrien verübt. Die US-Regierung hat darauf mit Luftschlägen in beiden Ländern reagiert. Außerdem greifen die jemenitischen Huthi – aus Solidarität mit der Hamas – immer wieder Frachter im Roten Meer an. Als Reaktion darauf hatten die USA und Großbritannien mit der Unterstützung Verbündeter Militärschläge gegen die von Iran unterstützte Miliz im Jemen ausgeführt.

Kirby betonte, dass die US-Soldaten in der Region eine Mission durchführten, die darauf abziele, Partner im Kampf gegen den Islamischer Staat (IS) zu unterstützen. Die Mission gebe es schon lange und sie habe nichts mit Israel zu tun.

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