Krieg in Nahost: Israel bestätigt Berichte über geplante Gaza-Pufferzone
Israel will nach dem Krieg gegen die Hamas eine Pufferzone im Grenzgebiet zum Gazastreifen einrichten. »Israel wird eine Sicherheitshülle brauchen«, sagte der Sicherheitsberater der israelischen Regierung, Mark Regev. »Es wird keine Situation mehr geben, in der sich Hamas-Leute an der Grenze aufhalten, die sie überqueren und unsere Zivilisten töten können.«
Genauere Details zu der geplanten Sicherheitszone nannte Regev nicht. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass diese auf Kosten des Gazastreifens gehen dürfte. Von dem Gebiet aus hatten Hamas-Kämpfer am 7. Oktober Israel angegriffen, rund 1200 Personen getötet und mehr als 200 verschleppt. Einige der Geiseln wurden inzwischen im Tausch gegen palästinensische Gefangene aus israelischen Gefängnissen freigelassen.
»Neue Realität in Gaza schaffen«
Israel reagierte mit massiven Luftangriffen, einer Blockade des Gazastreifens und begann Ende Oktober eine Bodenoffensive. Dabei wurden nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde mehr als 15.000 Menschen getötet.
Israel hat laut Regev kein Interesse daran, den Gazastreifen erneut zu besetzen oder dauerhaft zu beherrschen. Gleichzeitig sagte er, Israel müsse nach dem Krieg die Kontrolle über die Sicherheit des Küstenstreifens bewahren. Er bekräftigte das Ziel, die Herrschaft der Hamas im Gazastreifen nach 16 Jahren zu beenden und die militärischen Fähigkeiten der Terrororganisation zu zerstören.
Man wolle »eine neue Realität in Gaza schaffen, damit israelische Zivilisten nicht mehr in ständiger Angst vor der Hamas leben müssen, in Angst, dass sie über die Grenze kommen und ihre Kinder abschlachten«. Regev gab zu, dass die Hamas noch lange nicht besiegt sei. »Sie schießen immer noch Raketen auf Israel und kontrollieren immer noch große Teile des Gazastreifens.« Israel habe noch »viel Arbeit vor sich«.
Macron: »Die vollständige Vernichtung der Hamas, was ist das?«
Inzwischen mehren sich Stimmen, die bezweifeln, dass Israel seine militärischen Ziele in dem Krieg erreichen kann. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron etwa äußert Zweifel, ob die Hamas überhaupt komplett geschlagen werden kann. »Die vollständige Vernichtung der Hamas, was ist das? Glaubt irgendjemand, dass das möglich ist? Wenn das so ist, wird der Krieg zehn Jahre dauern«, sagte Macron am Rande der Weltklimakonferenz in Dubai. Israel müsse sein Kriegsziel präzisieren, forderte er.
Macron kritisierte auch die Fortsetzung des Bombardements im Gazastreifen: »Der richtige Kampf gegen den Terrorismus ist nicht die systematische und permanente Bombardierung.« Er forderte erneut eine sofortige Feuerpause. Eine Waffenruhe war am Freitag zu Ende gegangen.
Anschließend verstärkte das israelische Militär sein Bombardement im südlichen Gazastreifen. Kampfflugzeuge hätten in der Nacht zu Samstag in der Gegend der Stadt Chan Junis mehr als 50 Ziele bombardiert, teilte die Armee mit. Mitglieder und Infrastruktur der Terrororganisation Hamas seien zudem in der Gegend von Beit Lahija mit Panzern und gezielten Luftschlägen attackiert worden. Dabei seien auch Kämpfer der Hamas getötet worden. Eine Zahl nannte das Militär nicht. Hohe Opferzahlen unter Zivilisten werden befürchtet.
Israelische Marineeinheiten hätten zudem in der Nacht militärische Ziele der Hamas im Hafen von Chan Junis sowie in Deir al-Balah mit Präzisionsmunition angegriffen, hieß es weiter. Dabei sei Infrastruktur und Ausrüstung der Marinestreitkräfte der Hamas getroffen worden.

