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Israel-Hamas-Krieg: Geiselfreilassung soll wohl Donnerstag starten – Kabinett berät noch

November 22
02:56 2023

Das 38-köpfige Regierungskabinett von Israel berät derzeit über das Abkommen mit der Hamas über die Freilassung eines Teils der Geiseln gegen eine Waffenruhe. In einem Statement am Rande der Sitzung dankte Premierminister Benjamin Netanyahu US-Präsident Joe Biden für dessen Vermittlung. Dieser habe dafür gesorgt, dass der Deal mehr Geiseln die Freiheit bringe.

Israelischen Medienberichten zufolge sollen die ersten Geiseln schon am Donnerstag frei kommen. Über fünf Tage hinweg sollen die Geiseln freigelassen werden zwischen zehn und zwölf pro Tage. Im Gegenzug soll es eine vier- bis fünftägige Feuerpause geben.

Netanyahu bekräftigte, dass der Krieg gegen die Hamas nach der Waffenpause des Geiselabkommens weitergehen werde, »bis die Hamas zerstört ist, alle Geiseln freigelassen sind und es niemanden mehr in Gaza gibt, der Israel bedrohen kann«.

Verteidigungsminister Gallant bestätigte in einer Erklärung die Worte des Premiers. Der Kabinettsbeschluss enthalte eine Klausel, nach der die Militäroperationen im Gazastreifen unmittelbar nach der Pause mit voller Kraft wieder aufgenommen werden, um die Hamas zu besiegen und weitere Geiseln zu befreien.

Der Deal: Waffenruhe, Freilassungen, Lebensmittel für den Gazastreifen

Bereits am Nachmittag waren weitere Details der Vereinbarung durchgesickert : Demnach soll die Hamas von den 239 Geiseln voraussichtlich 40 Frauen und 13 Kinder freilassen. Im Gegenzug sollen die Israelis 300 palästinensische Frauen und Jugendliche aus ihren Gefängnissen freilassen. Auch sollen 300 Lastwagen mit Lebensmitteln, medizinischen Gütern und Treibstoff in den Gazastreifen gelassen werden.

Nach Angaben israelischer Medien ist auch ein Zugang von Mitarbeitern des Internationalen Roten Kreuzes zu den noch verbliebenen Geiseln Teil der Vereinbarung, einschließlich deren Versorgung mit Medikamenten. Demnach soll die Übergabe der israelischen Geiseln in fünf Schritten erfolgen. Zunächst soll die Hamas die Geiseln an Mitarbeiter des Internationalen Roten Kreuzes übergeben. Diese bringen sie dann zu Angehörigen der israelischen Streitkräfte, welche die Geiseln medizinisch untersuchen sollen.

Im nächsten Schritt sollen die Geiseln auf fünf unterschiedliche Kliniken in Israel aufgeteilt werden. Dort hätten sie auch Gelegenheit Familienangehörige zutreffen.

Nach den Untersuchungen sollen israelische Mediziner und Militärs entscheiden, ob zumindest einige der Geiseln direkt befragt werden könnten. Alle, die nicht vernehmbar sind, sollen in einem fünften Schritt zu einem späteren Zeitpunkt verhört werden.

Dabei ist der Verbleib mancher Geiseln unklar. So meldet der israelische TV-Kanal Channel 12, dass die Hamas zehn der Kinder, die seit den Angriffen vom 7. Oktober vermisst werden und in der Hand der Terroristen vermutet wurden, nicht sofort ausfindig machen. Nach eigenen Angaben habe die Hamas 210 der rund 240 entführten Geiseln in ihrer Gewalt, darunter etwa 40 Kinder. Der Islamische Dschihad soll viele der verbleibenden Geiseln in seiner Gewalt haben.

Unterdessen hat der Islamische Dschihad bekannt gegeben, dass eine seiner Geiseln gestorben sei. So sei die 76-jährige Katzir H. an den Folgen medizinischer Komplikationen gestorben. H. war aus der Stadt Nir Oz im Süden Israels entführt worden. Der Islamische Dschihad beschuldigte Israel, die Verhandlungen über eine Freilassung hinausgezögert zu haben und am Tod von H. schuldig zu sein.

Terroristen der Hamas und anderer Extremistengruppen hatten am 7. Oktober in Israel etwa 1.200 Menschen ermordet und rund 240 Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Seitdem greift Israel Ziele im Gazastreifen aus der Luft und mit Bodentruppen an. Die Befreiung der Geiseln gilt als eines der Hauptziele der Militäroperation.

Israel: »Explosionssichere Tür« unter Schifa-Krankenhaus aufgebrochen

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben die bisher verschlossene Tür am Ende eines mutmaßlichen Hamas-Tunnels unter dem Schifa-Krankenhaus im Gazastreifen aufgebrochen. Das Militär veröffentlichte am Abend zwei Bilder, die die offene Tür sowie die Tunnelstrecke und Türen zu weiteren Räumen zeigen. Was sich genau hinter der Tür befindet, war zunächst weiter unklar.

Das Militär vermutet unter dem größten Krankenhaus im Gazastreifen eine Kommandozentrale der islamistischen Hamas. Auch Gebäude in der Umgebung der Klinik zählten dazu. Ein vor wenigen Tagen in der umkämpften Klinik freigelegter Schacht führte nach Angaben der Armee zu einem Tunnel, an dessen Ende sich nach 55 Metern eine verschlossene »explosionssichere Tür« befand.

Israelische Soldaten sind trotz internationaler Kritik seit Tagen in und um das Schifa-Krankenhaus im Einsatz. Israel wirft der Hamas vor, die Klinik für »terroristische Zwecke« zu missbrauchen und ein Netzwerk aus Tunneln und Bunkern aufgebaut zu haben. Die Hamas bestreitet dies.

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