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Israel – Gaza: Neue Offerte – 135 Tage Waffenstillstand gegen Freilassung aller Geiseln?

February 07
17:07 2024

Die Hamas soll einen Waffenstillstand vorgeschlagen haben, der viereinhalb Monate dauern soll. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters und beruft sich auf ein Dokument mit dem Angebot der Hamas. Die Terrorgruppe schreibe, in dieser Zeit könnten alle Geiseln freigelassen werden, sofern Israel seine Truppen aus dem Gazastreifen abzieht und eine Einigung über ein Ende des Krieges erzielt wird.

Der Vorschlag der militanten Gruppe sei eine Antwort auf ein Angebot, das vergangene Woche von katarischen und ägyptischen Vermittlern übermittelt und von Israel und den Vereinigten Staaten gebilligt wurde. Er kam während des bisher größten diplomatischen Vorstoßes für eine längere Einstellung der Kämpfe.

Der israelische Fernsehsender Channel 13 zitierte einen hochrangigen israelischen Beamten, einige der von der Hamas vorgelegten Forderungen seien für Israel nicht akzeptabel. Israel hat bereits erklärt, dass es seine Truppen erst dann aus dem Gazastreifen abziehen wird, wenn die Hamas ausgelöscht ist. Der Bericht zitierte den anonymen Beamten mit den Worten, die israelischen Behörden würden darüber diskutieren, ob sie die Vorschläge der Hamas rundheraus ablehnen oder alternative Bedingungen fordern sollten.

US-Außenminister besprach Vorschlag mit Netanyahu

US-Außenminister Antony Blinken traf über Nacht in Israel ein. Tags zuvor hatte er sich mit den Verhandlungsführern Katars und Ägyptens getroffen. Blinken traf sich am Mittwoch mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu, um den Vorschlag zu besprechen.

Eine den Verhandlungen nahestehende Quelle sagte Reuters, der Gegenvorschlag der Hamas verlange keine Garantie für einen dauerhaften Waffenstillstand zu Beginn, sondern dass ein Ende des Krieges während der Waffenruhe vereinbart werden müsse, bevor die letzten Geiseln freigelassen würden.

Eine zweite Quelle sagte, die Hamas wolle immer noch Garantien von Katar, Ägypten und anderen befreundeten Staaten, dass der Waffenstillstand eingehalten wird und nicht zusammenbricht, sobald die Geiseln frei sind.

Hamas-Mitglied: Vollständigen und dauerhaften Waffenstillstand sichern

Ezzat El-Reshiq, ein Hamas-Mitglied, bestätigte Reuters, das Angebot sei über Ägypten und Katar an Israel und die Vereinigten Staaten weitergeleitet worden. »Wir wollten es im positiven Sinne angehen, um die Aggression gegen unser palästinensisches Volk zu stoppen und einen vollständigen und dauerhaften Waffenstillstand zu sichern sowie Hilfe, Unterstützung, Unterkunft und Wiederaufbau zu leisten«, sagte er.

Dem Dokument zufolge sollen in der ersten 45-tägigen Phase alle israelischen weiblichen Geiseln, Männer unter 19 Jahren sowie ältere und kranke Menschen freigelassen werden. Im Gegenzug müsste eine Freilassung palästinensische Frauen und Kinder aus israelischen Gefängnissen erfolgen. Israel würde seine Truppen aus bewohnten Gebieten abziehen.

Die Umsetzung der zweiten Phase würde erst beginnen, wenn die Seiten »indirekte Gespräche über die Voraussetzungen für die Beendigung der gegenseitigen Militäroperationen und die Rückkehr zu völliger Ruhe« abgeschlossen haben. Die zweite Phase würde die Freilassung der verbleibenden männlichen Geiseln und den vollständigen Rückzug Israels aus dem gesamten Gazastreifen beinhalten. In der dritten Phase würden die Leichen und sterblichen Überreste ausgetauscht werden.

Washington will Versöhnung zwischen Israel und arabischen Nachbarn

Washington hat das Geisel- und Waffenstillstandsabkommen als Teil von Plänen für eine umfassendere Lösung des Nahostkonflikts dargestellt. Es solle letztlich zu einer Versöhnung zwischen Israel und den arabischen Nachbarn und der Gründung eines palästinensischen Staates führen soll.

US-Außenminister Blinken sagte am Dienstag: »Wir werden so hart wie möglich daran arbeiten, eine Einigung zu erzielen, damit wir nicht nur ein erneuertes, sondern ein erweitertes Abkommen über die Geiseln und alle damit verbundenen Vorteile erreichen können.« Israels Premierminister Netanyahu hat bisher die Schaffung eines palästinensischen Staates abgelehnt.

Der diplomatische Vorstoß erfolgt inmitten intensiver Kämpfe im Gazastreifen. Israel versucht, die wichtigste Stadt im Süden der Enklave, Chan Junis, einzunehmen, und auch in den nördlichen Gebieten, die Israel schon vor Monaten erobert haben will, kommt es wieder zu Kämpfen.

Vergangene Woche erklärte Israel, dass es Rafah stürmen wolle. Internationale Hilfsorganisationen waren alarmiert. Ein Angriff auf den letzten Zufluchtsort am Rande des Gazastreifens würde eine humanitäre Katastrophe für mehr als eine Million Vertriebene bedeuten.

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