Israel-Gaza-Krieg: Hamas lässt 13 israelische und 12 thailändische Geiseln frei
Bei ihrem Angriff auf Israel am 7. Oktober ermordete die Hamas rund 1200 Menschen und verschleppte rund 240 in den Gazastreifen. Die ersten dieser Geiseln hat die Terrororganisation nun freigelassen. Nach übereinstimmenden Berichten israelischer Medien wurden 13 israelische Geiseln – Frauen und Kinder – an das Internationale Rote Kreuz (IKRK) übergeben. Die Übergabe sei in einem Krankenhaus in Chan Junis im Süden des Gazastreifens erfolgt. Die Geiseln waren dann unterwegs zum Rafah-Grenzübergang nach Ägypten und wurden anschließend der israelischen Armee übergeben.
Darüber hinaus wurden kurz zuvor zwölf Männer thailändischer Herkunft freigelassen. Thailands Premierminister Srettha Thavisin bestätigte die Freilassung auf dem Kurznachrichtendienst X.
Auch Ägypten hatte über die Freilassung berichtet. Demnach wurden die zwölf thailändischen Gefangenen ebenfalls über den Grenzübergang Rafah im Süden des Gazastreifens gen Ägypten entlassen. Quellen aus dem Umfeld der Hamas bestätigten später, die Israelis seien dem Roten Kreuz »anvertraut« worden, das sie »über den Grenzübergang Rafah zu den Ägyptern« und dann zu den Israelis bringe.
Das Rote Kreuz bestätigte am Nachmittag zunächst nur den Transfer von 24 statt 25 Geiseln. Es habe eine mehrtägige Operation begonnen, um Geiseln aus dem Gazastreifen in Empfang zu nehmen und zu transportieren. Das Gleiche gelte für palästinensische Gefangene aus der Westbank. Man sei »neutraler Zwischenhändler«.
Die beiden Kriegsparteien Israel und Hamas hatten sich auf den Austausch von israelischen Geiseln im Gegenzug zur Freilassung palästinensischer Gefangener aus israelischen Gefängnissen verständigt. Konkret geht es zunächst um 13 Frauen und Kinder. Israel hatte im Gegenzug am Freitagabend 39 palästinensische Häftlinge – 24 Frauen und 15 Jugendliche – entlassen, die Haftstrafen in Israel verbüßen. Katar bestätigte am Abend die Freilassung der Gefangenen.
Es ist die erste von mehreren geplanten Übergaben. Insgesamt sollen 50 Geiseln auf der einen Seite sowie 150 palästinensische Frauen und Teenager, die in israelischen Gefängnissen sitzen, auf der anderen Seite freigelassen werden.
Zudem umfasst der Deal eine Feuerpause im Gazastreifen. Diese gilt seit sieben Uhr am Freitagmorgen (Ortszeit). Hamas-Chef Ismail Haniyyeh hatte am Freitag in einem TV-Interview bekräftigt, dass sich die Terrorgruppe an die Waffenruhe halten wolle, solange sich Israel ebenfalls dazu verpflichte.
Vorsichtiges Zusammenbringen mit Familien
Bei den thailändischen Geiseln handelt es sich nicht um jene Personen, die Teil einer Vereinbarung zwischen Israel und der Hamas sind. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) soll die Geiseln einzeln oder in Gruppen in Empfang nehmen, sie über die Grenze nach Ägypten bringen und den israelischen Streitkräften übergeben. Anschließend sollen ihre Identitäten überprüft werden, außerdem sollen sie von Ärzten untersucht werden.
Daraufhin können sie mit ihren Familien telefonieren, dabei sind Fachleute anwesend. Anschließend sollen die freigelassenen Israelis in Krankenhäuser gebracht werden, wo sie ihre Angehörigen wiedersehen sollen.

