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Hamas-Geiseln in Israel: Vier Deutsche unter den Freigelassenen

November 24
21:46 2023

Die Terrororganisation Hamas hat eine erste Gruppe Geiseln freigelassen, die beim Angriff auf Israel am 7. Oktober verschleppt worden waren. Insgesamt 13 Frauen und Kinder konnten so am Freitag nach Wochen in Hamas-Gefangenschaft den Gazastreifen verlassen. Unter den 13 freigelassenen Geiseln sind auch vier Personen mit deutscher Staatsbürgerschaft.

Doron Katz Asher, 34, sowie ihre beiden Töchter Raz, 4, und Aviv, 2, waren am 7. Oktober von bewaffneten Kämpfern der Hamas aus einem Kibbuz nahe dem Gazastreifen verschleppt worden. Nun kamen sie unversehrt frei. Ebenso wurde die 77-jährige Margalit Berta Moses freigelassen, die mit ihrem Mann aus dem gleichen Kibbuz entführt worden war. Alle vier haben sowohl die deutsche als auch die israelische Staatsbürgerschaft.

Den freigelassenen Geiseln soll es den Umständen entsprechend gut gehen, sie wurden direkt nach der Übergabe durch das Internationale Komitee des Roten Kreuzes am Grenzübergang Rafah im Süden des Gazastreifens vom israelischen Militär zurück nach Israel gebracht. Vor Ort stehen laut der israelischen Armee auch Psychologen bereit, vor allem um die Kinder nach den traumatischen Erlebnissen sofort zu betreuen.

»Sie sind zu Hause«, twitterte das israelische Militär am Abend, nachdem alle 13 Geiseln sicher auf israelischen Staatsboden zurückgebracht wurden.

Mit den Kindern im Schutzraum

Yoni Katz Asher, der Vater der jungen Familie, die am 7. Oktober ohne ihn ihre Großmutter im Kibbuz Nir Os besuchten, hatte während des Terrorüberfalls der Hamas noch eine Sprachnachricht von seiner Frau erhalten. Panisch schilderte sie ihm, dass bewaffnete Kämpfer in ihrem Haus seien. Sie habe sich mit den Kindern in einem Schutzraum eingeschlossen und hoffe, dass die Hamas-Terroristen sie nicht finden. Offenbar hatte der Lebenspartner der Großmutter zu der Zeit noch versucht, die Terroristen mit Geld zu überzeugen, die Familie zu verschonen.

Die Hoffnung des Familienvaters schwand jedoch schnell. Als er am Samstagvormittag das Mobiltelefon seiner Frau ortete, befand es sich bereits nahe Chan Junis, im Süden des Gazastreifens. Kurz darauf verlor sich die elektronische Spur. Abends erkannte er die Verschleppten auf Bildern von Geiseln aus dem Gazastreifen, die im Internet kursierten. Seitdem hatte er von ihnen nichts mehr gehört.

In den Tagen nach dem Terrorüberfall ging der Familienvater wie viele Opfer der Geiselnahmen an die Öffentlichkeit, sprach mit israelischen und internationalen Medien, veröffentlichte Fotos von seiner Frau und seinen Kindern. Verzweifelt appellierte er in Videos an die Geiselnehmer, dass sie seine Frau und seine Kinder verschonen mögen. Als Bundeskanzler Olaf Scholz nur Tage nach dem Terroranschlag Israel besuchte, traf er Yoni Asher zu einem Gespräch in der Deutschen Botschaft in Tel Aviv.

Zähe Verhandlungen mit Berliner Hilfe

Die Bundesregierung hatte die zähen Verhandlungen nach SPIEGEL-Informationen über die Geiseln eng begleitet. Unter den rund Geiseln der Hamas sind um die 20 deutsche Staatsbürger, die meisten sind sogenannte Doppelstaatler, die sowohl die israelische als auch die deutsche Nationalität haben. In Israel selbst hielt der Krisenbeauftragte des Auswärtigen Amts (AA) einen engen Draht zu Ex-General Gal Hirsch, der im Auftrag der Regierung alle Bemühungen zur Freilassung der Geiseln koordinierte.

Abseits davon bemühten sich der Kanzler und Außenministerin Annalena Baerbock über ihre Kontakte nach Ägypten und Katar, einen Deal zwischen Israel und der Hamas zu befördern. Beide Staaten waren essenziell für die Gespräche, weil sie Kontakte zur Hamas-Führung haben und zwischen der Terrororganisation und Israel vermitteln konnten.

Die 13 am Freitagnachmittag freigelassenen Geiseln waren Teil eines Deals zwischen den beiden Kriegsparteien. Israel wollte im Gegenzug am Freitagabend 39 palästinensische Häftlinge – 24 Frauen und 15 Jugendliche – entlassen, die Haftstrafen in Israel verbüßen. Außerdem umfasst der Deal eine Feuerpause im Gazastreifen. Diese gilt seit 7 Uhr am Freitagmorgen (Ortszeit). Parallel zu den 13 Geiseln wurden auch zwölf aus Thailand stammende Geiseln freigelassen.

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