Angriff in Jordanien: USA drohen nach tödlicher Drohnenattacke mit Vergeltung
Ein tödlicher Angriff auf US-Soldaten in Jordanien schürt neue Ängste vor einer Ausweitung der Krise im Nahen Osten. US-Präsident Joe Biden drohte mit Vergeltung, nachdem am Sonntag drei US-Soldaten in Jordanien nahe der syrischen Grenze bei einem Drohnenangriff getötet worden waren. »Haben Sie keinen Zweifel – wir werden alle Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen, zu einem Zeitpunkt und in einer Weise, die wir wählen«, teilte Biden mit.
Proiranische Kämpfer in Syrien sollen laut CNN für den Drohnenangriff auf den kleinen Stützpunkt Tower 22 in Jordanien an der syrischen Grenze verantwortlich sein . Das US-Zentralkommando teilte mit, dass mindestens 34 Soldaten verletzt worden seien. Es sei unklar, warum die Luftabwehr die Drohne nicht habe abfangen können, hieß es bei CNN weiter.
Nach dem tödlichen Angriff forderte der britische Außenminister David Cameron Iran zur Deeskalation auf. »Wir verurteilen die Angriffe der mit dem Iran verbündeten Milizen auf die US-Streitkräfte auf das Schärfste. Wir drängen den Iran weiterhin, die Situation in der Region zu deeskalieren«, schrieb Cameron in der Nacht zu Montag auf der Plattform X (ehemals Twitter).
US-Medien zufolge ist es das erste Mal seit Beginn des Gazakriegs, dass US-Soldaten im Nahen Osten durch einen feindlichen Angriff getötet wurden. Wegen des Kriegs, der mit dem Überfall der islamistischen Hamas auf Israel am 7. Oktober begann, ist die Sicherheitslage in der gesamten Region angespannt. Die USA haben immer wieder betont, dass sie befürchten, dass sich der Konflikt im Nahen Osten zu einem regionalen Krieg ausweiten könnte.
Es gab zunächst widersprüchliche Angaben darüber, welcher US-Stützpunkt in der Grenzregion getroffen wurde. Der Nachrichtensender Al Jazeera zitierte einen jordanischen Regierungsvertreter, der sagte, der angegriffene US-Stützpunkt befinde sich außerhalb Jordaniens. Proiranische Milizen im Irak bekannten sich zu der Attacke und erklärten, sie hätten vier US-Militärstützpunkte angegriffen, davon drei in Syrien am Sonntagmorgen. Der Nordosten Jordaniens grenzt sowohl an Syrien als auch an den Irak.
Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, die Truppen des US-geführten Bündnisses hätten nahe der syrischen Grenze mit Jordanien und dem Irak eine Drohne proiranischer Milizen abgeschossen. Diese hätten versucht, den von US-Truppen genutzten Militärstützpunkt Al-Tanf anzugreifen.
Immer wieder Attacken auf US-Posten in der Region
Proiranische Milizen haben seit Mitte Oktober mehr als 160 Angriffe auf US-Militärstützpunkte im Irak und in Syrien verübt, Dutzende US-Soldaten wurden dabei verletzt. Das Pentagon hatte in der Vergangenheit betont, dass bei den Angriffen in der Regel keine Infrastruktur zerstört worden sei. Die USA haben auf die Angriffe mit mehreren Luftschlägen reagiert.
In Jordanien waren mit Stand Sommer 2023 rund 3000 US-Soldaten stationiert, wie etwa das Portal Axios berichtete. Sie unterstützen dort unter anderem Jordanien im Kampf gegen die Terrormiliz »Islamischer Staat«.
Präsident Biden betonte, dass die USA »im Kampf gegen den Terrorismus« zusammenstünden. »Es ist ein Kampf, den wir nicht aufgeben werden.« »Heute ist das Herz der Amerikaner schwer«, so Biden. »Diese Angehörigen des Militärs verkörperten das Beste, was unsere Nation zu bieten hat: unerschütterlich in ihrer Tapferkeit. Unbeirrt in ihrer Pflicht. Unbeugsam in ihrem Engagement für unser Land.«
Bei einem Wahlkampfauftritt am Sonntagnachmittag (Ortszeit) im Bundesstaat South Carolina betonte Biden noch einmal, dass die USA auf den Angriff reagieren werden. US-Verteidigungsminister Lloyd Austin erklärte, er sei »entrüstet und tief betrübt«.

