Muss nicht demokratisch sein: Trump würde auch religiöse Führung im Iran akzeptieren
Politik
Muss nicht demokratisch seinTrump würde auch religiöse Führung im Iran akzeptieren
07.03.2026, 08:47 Uhr Artikel anhören(04:44 min)00:00 / 04:44
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US-Präsident Trump lässt keinen Zweifel daran, dass er bei der künftigen Führung des Iran mitbestimmen will. Dabei geht es ihm jedoch nicht um eine demokratische Führung für das Land, sagt er in einem Interview. Er wolle vor allem einen fairen und gerechten Anführer.
US-Präsident Donald Trump legt nach den Angriffen auf den Iran keinen Wert auf eine demokratische Entwicklung des Landes. In einem Interview mit CNN sagte Trump, die iranische Führung sei "entmachtet" worden. Nun suche er nach einer neuen Führung, die die Vereinigten Staaten und Israel gut behandeln werde, auch wenn es sich dabei um einen religiösen Führer handle und der Iran kein demokratischer Staat sei.
"Der Iran ist nicht mehr dasselbe Land wie noch vor einer Woche. Vor einer Woche waren sie mächtig, und jetzt sind sie tatsächlich entmachtet worden", sagte er in dem Telefoninterview. Trump zeigte sich zuversichtlich, dass die Wahl eines neuen Führers im Iran – an der er nach eigenen Angaben beteiligt sein müsse – problemlos verlaufen werde.
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Der US-Präsident verglich den erwarteten Fortgang der Veränderungen erneut mit Venezuela, wo die USA Anfang des Jahres Nicolás Maduro festgenommen und seinen Stellvertreter an die Macht gebracht hatten. "Das wird ganz einfach funktionieren. Es wird genauso funktionieren wie in Venezuela. Wir haben dort eine wunderbare Präsidentin. Sie leistet fantastische Arbeit. Und es wird genauso funktionieren wie in Venezuela", sagte er mit Blick auf die amtierende Präsidentin Delcy Rodriguez.
Am Donnerstag hatte Trump im Gespräch mit "Axios" und "Politico" gesagt, dass er bei der künftigen Führung des Irans mitbestimmen müsse. "Ich muss in die Ernennung involviert sein, wie bei Delcy (Rodriguez) in Venezuela", zitierte ihn etwa "Axios" nach einem Telefongespräch mit ihm.
Zugleich machte er klar, dass er Modschtaba Chamenei, Sohn des getöteten Ajatollahs Ali Chamenei, als neues Staatsoberhaupt ablehne: "Chameneis Sohn ist für mich inakzeptabel. Wir wollen jemanden, der Harmonie und Frieden in den Iran bringt". Modschtaba Chamenei sei ein "Leichtgewicht".
Der Tod von Chamenei hat ein Machtvakuum im Zentrum des Iran hinterlassen. Offiziell bestimmt der Expertenrat den neuen Revolutionsführer. In der Praxis dürfte sich entscheiden, welches Lager im Machtgefüge die Oberhand gewinnt.
"Iran-Angriff ist 12 oder 15 von 10"
Trump sagte außerdem, er sei offen dafür, einen religiösen Führer im Iran zu empfangen. "Ich habe nichts gegen religiöse Führer. Ich habe viel mit religiösen Führern zu tun, und sie sind fantastisch", sagte er. Auf die Nachfrage, ob er darauf bestehe, dass es einen demokratischen Staat geben müsse, sagte Trump: "Nein, ich sage, es braucht einen Anführer, der fair und gerecht ist. Der gute Arbeit leistet. Der die Vereinigten Staaten und Israel gut behandelt und auch die anderen Länder im Nahen Osten – sie sind alle unsere Partner."
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Laut Trump kämpften diese Länder jetzt "für uns", also für die USA. "Und ich habe mich mit all diesen Ländern sehr gut angefreundet. Deshalb kämpfen sie alle für uns. Bevor ich mich engagierte, sprachen wir nicht einmal mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien." Die demokratischen Präsidenten Joe Biden und Barack Obama hätten Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar ausgeschlossen und sich China zugewandt. "Ich habe mich in kürzester Zeit engagiert und sie zu meinen Freunden gemacht", sagte Trump.
Die US-Operation gegen den Iran lobte er als "eine 12, vielleicht 15 auf einer Skala von 1 bis 10" und betonte, dass er sich keine Sorgen über steigende Benzinpreise mache. "Das ist schon in Ordnung. Es wird nur von kurzer Dauer sein. Es wird sehr schnell wieder stark sinken", sagte er. Gleichzeitig wies er zurück, dass die Preise deutlich gestiegen seien.
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Mit Blick auf die gesperrte Straße von Hormus, sagte Trump: "Wir haben ihre Marine geschwächt, denn wenn man die Marine ausschaltet, können sie nicht mehr das tun, was sie eigentlich wollten. Die Marine hat fast – wir haben gerade die 25er-Marke geknackt. Können Sie sich das vorstellen? Große Schiffe – 25 Schiffe sind weg", sagte er.

