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Dänemark will gesamte Artilleriemunition an Ukraine spenden

February 19
01:56 2024

Dänemark will seinen kompletten Vorrat an Artilleriemunition an die Ukraine spenden. Das gab die dänische Premierministerin Mette Frederiksen während des Ukraine-Mittagessens auf der Münchner Sicherheitskonferenz bekannt. Zuvor hatte der ukrainische Präsident Selenskyj um Waffen und Munition geworben.

»Wenn man die Ukrainer fragt, bitten sie uns jetzt um Munition, jetzt um Artillerie. Von dänischer Seite haben wir beschlossen, unsere gesamte Artillerie zu spenden«, so Frederiksen weiter. Zuvor hatten andere Medien berichtet.

Artilleriegranaten sind ein essenzieller Bestandteil der ukrainischen Verteidigung. Frederiksen wies darauf hin, dass diese in Europa ausreichend vorhanden seien. »Es gibt noch Munition in europäischen Beständen. Es handelt sich nicht nur um eine Frage der Produktion, denn wir haben die Waffen, wir haben Munition, wir haben Flugabwehr, die wir im Moment selbst nicht verwenden müssen, die wir aber an die Ukraine liefern sollten«, erklärte sie.

Wie viele Geschosse sich derzeit in dänischen Beständen befinden, ist unbekannt. Zu den dänischen Granaten dürften allerdings weitere dazukommen. Der tschechische Präsident Petr Pavel sagte auf der Münchner Sicherheitskonferenz, dass seine Regierung rund 800.000 Geschosse auf dem Weltmarkt identifiziert habe. Für die Munition suchen die Tschechen nun nach europäischen Mitkäufern, um sie anschließend in die Ukraine zu schicken.

»Wir haben bereits eine halbe Million Geschosse des Kalibers 155 mm und weitere 300.000 Geschosse des Kalibers 122 mm identifiziert, die wir innerhalb weniger Wochen liefern können, wenn wir schnell eine Finanzierung dafür finden«, so Pavel weiter. Wer sich an dem Kauf beteiligen will, ist bislang unklar.

Prag wolle sich dafür jedoch an Berlin, Washington, Oslo und weitere Partnerländer wenden. Aus Paris soll jedoch Gegenwind kommen, da man lieber heimische Munition senden wolle, um die französische Rüstungsindustrie zu stärken. Auch Zypern und Griechenland hätten Bedenken geäußert, da ein Teil der Granaten offenbar aus türkischen Beständen gekauft werden müssten. Die diplomatischen Beziehungen zwischen Griechenland, Zypern und der Türkei sind bereits jetzt angespannt – anscheinend fürchtet man eine Verschlechterung der Verhältnisse.

Frederiksen: Hätten schon viel früher unterstützen sollen

Laut Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hat die internationale Gemeinschaft im Umgang mit Russland zu viel Zeit verstreichen lassen. »Wir hätten die Ukraine schon sehr viel früher besser unterstützen sollen«, sagte sie am Samstag auf der Münchner Sicherheitskonferenz.

Mit Blick auf die aktuellen Forderungen nach Waffenlieferungen aus Kiew betonte Frederiksen, es müsse alles geliefert werden, »was nötig ist«. Davon versuche Dänemark derzeit alle Bündnispartner zu überzeugen. »Unsere F-16-Jets werden bald in der Ukraine fliegen«, sagte sie.

Darüber hinaus forderte Frederiksen den Aufbau einer europäischen Verteidigungsindustrie. »Egal, was in den USA passiert, wir müssen es schaffen, uns selbst zu verteidigen und die Ukraine«, sagte sie. Es sei nun nicht mehr die Zeit für tolle Reden, »wir brauchen Entscheidungen«.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) unterstützte die Position von Frederiksen, unter anderem verhindere aber der Nationalstolz in einigen europäischen Ländern den Aufbau einer gemeinsamen Verteidigungsindustrie. In Deutschland sei zudem die geltende Regelung eine Hürde für schnellere Waffenproduktionen. So müsse in Deutschland immer erst eine Bestellung samt geklärter Finanzierung vorliegen, bevor etwa Panzer gebaut würden. Angesichts der fortwährenden Debatten über fehlende Waffen betonte er, es dürfe nicht passieren, dass die Debatten im kommenden Jahr sich wieder um fehlendes Geld und Waffen drehten.

Der ukrainischer Außenminister Dmytro Kuleba erklärte, sein Land brauche »sehr viel mehr Artilleriemunition«. Zwar seien Drohnen auch ein wichtiger Faktor in der Kriegsführung geworden, sie würden aber Artilleriemunition nicht ersetzen. Kuleba appellierte an alle Partner der Ukraine, die Waffenproduktion »so schnell wie möglich« zu steigern. »Das wird morgen nicht vorbei sein. Es gibt ein Land in Europa, Russland, das nur auf Krieg aus ist.« Die internationale Allianz gegen Russland bestehe aus 54 Ländern, »wir können es schaffen«.

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