Israel-Gaza-Krieg: Militärchef Herzl Halevi schließt baldiges Ende des Kriegs gegen die Hamas aus
Israels Generalstabschef Herzl Halevi hat ein baldiges Ende des Kriegs gegen die Hamas ausgeschlossen. »Unsere militärischen Ergebnisse sind hervorragend«, sagte er am Dienstagabend auf einer Pressekonferenz. »Aber es ist noch ein langer Weg, bis wir die Kriegsziele erreichen können.«
Um diesen näherzukommen, müsste seinen Worten zufolge die Hamas-Führung um deren Gaza-Chef Yahya Sinwar ausgeschaltet und noch mehr Kommandeure und Kämpfer der Hamas getötet werden. Geflohene palästinensische Zivilisten, die sich derzeit in großer Zahl in Rafah am südlichen Ende des Gazastreifens zusammendrängten, müssten in Sicherheit zurückkehren können. Die noch mehr als 130 israelischen Geiseln in der Gewalt der Terrororganisation müssten ihre Freiheit wiedergewinnen, forderte Halevi.
Ein Video zeigt angeblich den Hamas-Chef im Gazastreifen
Das israelische Militär veröffentlichte am Dienstagabend ein Video, das den Hamas-Chef im Gazastreifen und einige Angehörige zeigen soll. Sollte die Aufnahme authentisch sein, wären dies seit Kriegsbeginn die ersten Bilder von Yahya Sinwar.
Armeesprecher Daniel Hagari sagte am Dienstagabend, das Video sei am 10. Oktober aufgenommen worden. Es stamme aus einer Überwachungskamera in einem Tunnel in der Stadt Chan Junis im südlichen Gazastreifen.
Auf der kurzen Aufnahme ist ein Mann von hinten zu sehen, der den von der Kamera erfassten Tunnelabschnitt durchschreitet und dessen Silhouette der von Sinwar ähnelt. Nach Darstellung des Militärs soll es sich bei den weiteren zu sehenden Personen um Sinwars Frau und Kinder handeln. Die einzige Person, die von vorn zu sehen ist, soll Sinwars Bruder Ibrahim sein. Die Echtheit des Videos ließ sich zunächst nicht unabhängig bestätigen.
Hochburg der Hamas
Der Israel-Gaza-Krieg hatte am 7. Oktober begonnen, als von Sinwar befehligte Terrorkommandos der islamistischen Hamas und verbündeter extremistischer Gruppen den Süden Israels überfielen. Dabei hatten sie rund 1200 Menschen getötet und weitere 250 als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt.
Chan Junis im Süden des Gazastreifens galt als Hochburg der Hamas. Die israelischen Streitkräfte sind dort seit mehreren Wochen im Einsatz und haben nach eigener Darstellung die dort aktiven Milizverbände der Hamas weitgehend zerschlagen. Wo sich der Hamas-Kriegsherr und sein Führungsstab heute aufhalten, ist unbekannt. »Die Jagd nach Sinwar wird nicht enden, bis wir ihn fassen, tot oder lebendig«, sagte Hagari.

