Rotes Meer: USA greifen erneut Huthi-Ziele im Jemen an
Die US-Streitkräfte haben nach eigenen Angaben in der Nacht zum Donnerstag erneut Stellungen der von Iran unterstützten Huthi-Miliz im Jemen angegriffen. Ziel seien 14 abschussbereite Raketen gewesen. »Diese Raketen auf Abschussrampen haben eine unmittelbare Bedrohung für Handelsschiffe und Schiffe der US-Marine dargestellt und hätten zu jedem Zeitpunkt abgefeuert werden können«, erklärte das zuständige Regionalkommando auf der Plattform X. Die US-Streitkräfte hätten von »ihrem Recht und ihrer Verpflichtung« Gebrauch gemacht, sich selbst zu verteidigen.
Die Maßnahmen der USA würde die Fähigkeiten der Huthi einschränken, ihre »rücksichtslosen Angriffe auf die internationale und kommerzielle Schifffahrt im Roten Meer« fortzusetzen, hieß es dort weiter.
Zuvor hatte das US-Militär mitgeteilt, eine im Jemen gestartete Kampfdrohne habe am Mittwoch einen unter der Flagge der Marshallinseln fahrenden US-Frachter getroffen. Den Angaben zufolge gab es einige Schäden, aber keine Verletzten.
Der von den Huthi-Milizen betriebene Fernsehsender Al-Masirah sprach von einer erneuten »amerikanisch-britischen Aggression«. Ziele seien unter anderem die Hafenstadt Hodeida und die Stadt Tais gewesen.
Als Reaktion auf die wiederholten Angriffe auf die internationale Schifffahrt im Roten Meer hatten die USA und Großbritannien mit der Unterstützung Verbündeter bereits in der vergangenen Woche einen umfassenden Militärschlag gegen die Huthi ausgeführt. Am Dienstag griffen US-Streitkräfte erneut eine Stellung an. Die Regierung von US-Präsident Joe Biden setzte die Miliz außerdem wieder auf die Liste weltweit agierender Terroristen. Die Attacken der Huthi gingen jedoch weiter.
Die US-Regierung hatte die Huthi-Miliz Anfang 2021 kurz nach dem Amtsantritt von Präsident Biden von einer Liste mit Terrororganisationen gestrichen, um die internationale Krisenhilfe für das Bürgerkriegsland Jemen nicht zu erschweren.
Seit Beginn des Israel-Gaza-Krieges greift die Miliz immer wieder Frachter mit angeblich israelischer Verbindung an. Große Reedereien meiden zunehmend die Route über das Rote Meer, über die normalerweise etwa zehn Prozent des Welthandels laufen. Die schiitische Huthi-Miliz sieht sich als Teil der gegen Israel gerichteten selbsternannten »Achse des Widerstands«, zu der neben der Hamas auch die Schiiten-Miliz Hisbollah im Libanon gehört.

