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Nach Correctiv-Recherchen: Im Netz und auf den Straßen formiert sich Widerstand gegen rechts

January 12
23:16 2024

190.000 Likes, mehr als 9000 Kommentare: Der Beitrag von Correctiv , wonach sich Rechtsextreme und einflussreiche AfD-Politiker trafen, um über radikale Abschiebepläne von Menschen mit migrantischer Herkunft zu beraten, bewegt noch Tage nach der Veröffentlichung zahlreiche Menschen in den sozialen Medien. Es wird kontrovers und umfangreich diskutiert.

In Kommentaren finden sich einerseits rechtspopulistische, teils auch rechtsextreme und menschenverachtende Aussagen. Andererseits positionieren sich etliche Menschen scharf gegen rechtes Gedankengut – und gegen die AfD.

Im Netz trenden seit Tagen Hashtags mit teils zweifelhaftem rechtem Vokabular wie #Remigration aber auch #correctiv und #AfdVerbotjetzt. Die Klimaaktivistin Luisa Neubauer etwa schreibt bei Instagram, die »vollständig angemessene Reaktion auf die Correctiv-Recherchen« sei diese: »Prüft ein Afd-Verbot jetzt.«

Der Kabarettist, Autor und Moderator Florian Schröder warnt bei X, vormals Twitter: »Die AfD ist keine Protestpartei. Sie ist das Ende unserer Freiheit.« Bei Threads und Instagram mahnte Schröder in einer Videobotschaft eindringlich vor den Gefahren, die durch die AfD drohten. Auch etliche andere Prominente meldeten sich nach den Correctiv-Recherchen zu Wort, darunter der Musiker Bela B, die Journalisten Dunja Hayali und Mitri Sirin und der Moderator Fabian Grischkat.

Comedian Kurt Krömer warnte: »Die schweigende Mehrheit sollte jetzt langsam wach werden, sonst ist bald wieder 1933.« Sein Beitrag gefiel bei Instagram mehr als 130.000 Menschen. Unter dem Hashtag #schweigendemehrheitwachauffolgten mehrere Nutzer Krömers Beispiel. Sie berichteten von ihren migrantischen Wurzeln und den damit verbundenen Sorgen angesichts der bekannt gewordenen radikalen Abschiebepläne.

Fast 50.000 Likes hat inzwischen ein Beitrag der Autorin und Aktivistin Tupoka Ogette. In ihrem Aufruf »Dear white people« wendet sie sich an die weiße Mehrheitsgesellschaft: »Seid nicht überrascht. Seid ready. Seid ready im wahren Leben. Und zwar abseits von Social Media. … Übt zu argumentieren, habt eure Fakten parat, bildet euch. … Führt die schwierigen Gespräche.«

Eine Nutzerin antwortete darauf: »Es ist an der Zeit, dass weiße, privilegierte Bürger:innen wie ich, die die deutsche Staatsangehörigkeit seit Geburt haben, aufstehen und etwas tun.« Wie sich im Netz zeigt, sind viele Menschen in diesen Tagen offenbar bereit, öffentlich ein Zeichen gegen rechts zu setzen: in dem sie auf die Straße gehen. In mehreren Städten haben bereits entsprechende Kundgebungen gegen rechts stattgefunden, weitere stehen bevor.

An diesem Freitag sind für den späten Nachmittag und frühen Abend etwa Kundgebungen jeweils in Berlin und Hamburg geplant. Weitere sollen am Samstag etwa in Duisburg und Düsseldorf in Nordrhein-Westfalen stattfinden.

Vor dem Bundeskanzleramt in Berlin forderten Demonstranten am Freitagabend die Prüfung eines AfD-Verbots. Auch Klimaaktivistin Luisa Neubauer war bei der Demonstration dabei. Auf Transparenten war unter anderem «Demokratie in Gefahr» und «Nie wieder» zu lesen.

Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) rief zu einer Kundgebung am Sonntag auf. Anlass sei die Berichterstattung über das Treffen in Potsdam, bei dem über einen Plan zur massenhaften Vertreibung von Migranten gesprochen worden sei. Die Kundgebung soll um 13 Uhr beginnen.

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