Israel-Hamas-News: Israel intensiviert Militäroffensive im südlichen Gazastreifen
Die israelische Armee hat ihr Bombardement von Zielen im Gazastreifen am Sonntag fortgesetzt. Kampfflugzeuge und Hubschrauber hätten in der Nacht »Terrorziele« angegriffen, darunter Tunnelschächte, Kommandozentralen und Waffenlager, teilte das israelische Militär am Morgen mit. Zudem habe eine von den Bodentruppen gesteuerte Kampfdrohne fünf Terroristen der islamistischen Hamas ins Visier genommen und ausgeschaltet. Am Vortag hätten auch Israels Marineeinheiten »Terrorziele« der Hamas angegriffen und den Einsatz der Bodentruppen flankiert, hieß es. Zu diesen Zielen gehörten terroristische Infrastruktur, Schiffe der Hamas-Marine sowie Waffen. Zuvor hatte ein IDF-Sprecher erneut die Bewohnerinnen und Bewohner einzelner Viertel in Chan Junis im Süden des Gazastreifens aufgefordert, bestimmte Wohnblöcke zu evakuieren.
Auch in Israel heulten am frühen Sonntagmorgen wieder die Sirenen. Auch in der Küstenmetropole Tel Aviv hat es am Vorabend erstmals seit dem Ende der Feuerpause am Freitag wieder Raketenalarm gegeben. Das israelische Fernsehen berichtete von insgesamt zehn Geschossen, die vom Gazastreifen aus auf den Großraum Tel Aviv abgefeuert worden seien.
Verheerende Lage im überfüllten Süden
Gerade im Süden des Gazastreifens versuchen Hunderttausende aus dem Norden geflohene Palästinenserinnen und Palästinenser auf geringem Raum, den Beschüssen auszuweichen. Zwar waren am Samstag insgesamt 100 Lastwagen mit dringend benötigten Hilfslieferungen im Gazastreifen angekommen. Doch Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu bekräftigte einmal mehr, man werde den Krieg gegen die Terrororganisation Hamas bis zur »endgültigen und totalen Niederlage« der Terrororganisation fortsetzen.
US-Verteidigungsminister Lloyd Austin wiederum rief Israel erneut eindringlich zum Schutz der Zivilbevölkerung auf. Dies sei nicht nur eine moralische Verantwortung, sondern auch ein strategisches Gebot, sagte Austin am Samstag (Ortszeit) bei einer Tagung im Bundesstaat Kalifornien. US-Vizepräsidentin Kamala Harris wurde am Rande der Klimakonferenz in Dubai noch deutlicher: »Zu viele unschuldige Palästinenser wurden getötet. Offen gesagt, das Ausmaß des zivilen Leids und die Bilder und Videos aus dem Gazastreifen sind verheerend.«
Die Chance auf eine neue Feuerpause erscheint gering. Die Hamas will nach eigenen Angaben Verhandlungen über die Freilassung weiterer Geiseln erst nach Ende des Gazakriegs fortsetzen. Saleh al-Arouri, ein Hamas-Anführer, sagte am Samstag, unter den verbliebenen Geiseln seien nur Männer, die in der Armee gedient hätten und Soldaten. Der israelische Verteidigungsminister Joav Galant sagte dagegen, es seien noch 15 Frauen und zwei Kinder unter den Geiseln in der Gewalt der Hamas. Israel geht davon aus, dass insgesamt noch 137 Geiseln in dem Küstenstreifen festgehalten werden.

