Gaza: Waffenruhe beendet – Israel setzt Militäreinsatz gegen Hamas fort
Die Feuerpause im Gazastreifen wird vorerst nicht verlängert. Eine Frist zur Verlängerung der Waffenruhe verstrich um 6 Uhr (MEZ) ohne eine Einigung. Israels Armee teilte kurz darauf mit, dass die Kämpfe gegen die Terrororganisation Hamas im Gazastreifen nun fortgesetzt werden.
Palästinensische Medien berichteten laut der Nachrichtenagentur Reuters über Luftangriffe im Norden des Gazastreifens. Israels Armee bestätigte kurz darauf, dass Kampfjets Schläge gegen Ziele der Hamas in Gaza verüben. Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete ebenfalls von Luftangriffen in Gaza-Stadt.
Die israelischen Verteidigungskräfte (IDF) warfen der Hamas indes vor, die Waffenruhe vor Ablauf der Frist mit Beschuss auf israelisches Gebiet gebrochen zu haben. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben zunächst nicht. Allerdings ertönten in mehreren israelischen Orten in der Nähe des Gazastreifens in der Frühe die Alarmsirenen. Israel hatte nach eigenen Angaben etwa eine Stunde vor Ablauf der Feuerpause eine aus dem Gazastreifen abgefeuerte Rakete abgefangen.
Am Donnerstagnachmittag hatte sich die Hamas bereits zu einem Terrorangriff in Jerusalem bekannt. Dort hatten zwei Palästinenser am Vormittag an einer Bushaltestelle das Feuer auf Zivilisten eröffnet. Drei Menschen, darunter die beiden Attentäter, wurden getötet, weitere Personen teils schwer verletzt. Die Hamas rief im Zusammenhang mit der Tat zu einer »Eskalation des Widerstands« auf.
Israel und die Hamas hatten sich vor genau einer Woche nach Vermittlung durch Katar und Ägypten auf eine zunächst viertägige Waffenruhe verständigt. Diese wurde dann mehrmals verlängert.
Während der Feuerpause wurden insgesamt mehr als Hundert Geiseln, die die Hamas bei ihrem Terrorangriff auf Israel am 7. Oktober genommen hatte, freigelassen. Im Gegenzug kamen 240 palästinensische Gefangene aus israelischen Gefängnissen frei. Außerdem wurden Hilfsgüter in den abgeriegelten Gazastreifen gebracht.
Bei den freigekommenen israelischen Geiseln handelte es sich ausschließlich um Frauen und Kinder. Dutzende weitere Menschen, darunter nun offenbar überwiegend Männer, sind allerdings weiterhin in der Gewalt der Hamas und anderer militanter Gruppen im Gazastreifen. Es wird vermutet, dass sich viele von ihnen im komplexen Tunnelsystem unter Gaza befinden.
Hamas fordert für Freilassung von Männern womöglich größere Zugeständnisse
Berichten zufolge fordert die Hamas für die Freilassung der festgehaltenen Männer und israelischer Soldaten weitere, größere Zugeständnisse. Bislang wurden in der Regel drei palästinensische Gefangene im Tausch gegen eine Geisel freigelassen.
Die Hamas und weitere Terrororganisationen hatten bei ihrem Angriff auf Israel am 7. Oktober rund 1200 Menschen getötet und etwa 240 Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Israel reagierte kurz darauf mit einer massiven Militäroperation im Gazastreifen, deren Ziel die Auslöschung der Hamas ist. Im Zuge der israelischen Offensive wurden nach Angaben der Hamas-kontrollierten Gesundheitsbehörden mehr als 13.000 Menschen getötet.

