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Bundesweite Bombendrohungen gegen Schulen, Medien und Botschaften: Spur führt zu kriminellen Internet-Trollen

October 27
19:56 2023

Eine Vielzahl anonymer Bombendrohungen, die in den vergangenen Tagen unter anderem bei Schulen, Medienunternehmen und diplomatischen Vertretungen in Deutschland eingingen, geht offenbar auf das Konto von Trittbrettfahren aus dem Milieu der Internetkriminalität. Das ergaben gemeinsame Recherchen des SPIEGEL und des ARD-Politikmagazins »Kontraste«.

Die Spur der Verfasser führt demnach zu einer Gruppe von Männern, die in der Vergangenheit bereits durch kriminelle Aktivitäten im Netz aufgefallen sind. Unter anderem sollen sie gezielt falsche Notrufe abgesetzt haben, um Polizei- oder Feuerwehreinsätze auszulösen. Das Provozieren solcher Einsätze durch Internet-Trolle wird im Englischen auch als »Swatting« bezeichnet.

Zahlreiche Drohmails wiesen nach den Recherchen gleich- oder ähnlich lautende Textbausteine auf, die auf organisiert handelnde Urheber hindeuten. Die mutmaßlichen Trittbrettfahrer gaben sich wahlweise als islamistische Hamas-Kämpfer oder militante Israelis aus und drohten mit Bombenanschlägen.

Die Texte waren in englischer sowie in arabischer beziehungsweise hebräischer Sprache verfasst. Neben Gewaltfantasien enthielten sie Beschimpfungen gegen die jeweils andere Seite. Offenbar wollten die anonymen Täter so Angst verbreiten und einzelne Bevölkerungsgruppen gegeneinander aufhetzen.

»Hallo, ihr Gebäude wird bombardiert«

Gleich- oder ähnlich lautende Drohschreiben gingen nach Angaben aus Ermittlerkreisen unter anderem bei der SPD, der algerischen Botschaft und der Palästinensischen Mission in Berlin ein. In allen Fällen wertete die Berliner Polizei die Mails als Aktion von Trittbrettfahren und leitete Ermittlungen wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten ein.

In den Mails an die diplomatische Vertretung der Palästinenser gaben sich die Absender als »eine radikale Gruppe von Israelis« aus, die über Sprengstoff und automatische Gewehre verfüge. »Hallo, wir freuen uns Ihnen mitzuteilen, dass wir Ihr Gebäude bombardieren werden«, heißt es in dem Text, der auf Englisch und Hebräisch verfasst ist.

In einer nahezu gleichlautenden Mail an ein Krankenhaus in Frankfurt am Main wiederum behaupten die Urheber, islamistische Terroristen zu sein. »Hallo, wir freuen uns Ihnen mitzuteilen, dass Ihr Gebäude bombardiert wird im Namen der Hamas«, heißt es in dem auf Englisch und Arabisch verfassten Text.

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