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Israel meldet 22.000 angegriffene Ziele in Gaza seit Kriegsausbruch

December 11
08:06 2023

Das israelische Militär hat seit Beginn des Krieges im Gazastreifen vor gut zwei Monaten nach eigenen Angaben schon mehr als 22.000 Ziele angegriffen. Das von Israel abgeriegelte Küstengebiet am Mittelmeer ist flächenmäßig nur etwas größer als die Stadt München. Wie die israelische Armee am Sonntagabend weiter mitteilte, seien mehrere Kommandanten von zwei nördlichen Hamas-Brigaden, denen rund 14.500 Mann unterstünden, getötet worden. Die Armee veröffentlichte dazu die Namen der »eliminierten« Männer.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu forderte die Kämpfer der Hamas auf, ihre Waffen niederzulegen. »In den letzten Tagen haben sich Dutzende Hamas-Terroristen unseren Streitkräften ergeben«, sagte der Politiker in einer Video-Botschaft, die am Sonntagabend verbreitet wurde. Der Krieg werde noch andauern, »aber das ist der Anfang vom Ende der Hamas«, fügte er hinzu. »Zu den Terroristen der Hamas sage ich: Es ist aus. Sterbt nicht für (den Chef der Hamas im Gazastreifen, Jihia) Sinwar. Ergebt euch – jetzt«, sagte Netanyahu.

Das Militär hat allerdings noch keine Beweise für die angeblichen Kapitulationen vorgelegt. Die Hamas weist bisher alle entsprechenden Berichte zurück. Der Sprecher des bewaffneten Arms der Hamas, Abu Obeida, hatte zuletzt eine Fortsetzung der Kämpfe gegen die israelischen Truppen angekündigt. Den Soldaten gelinge es allen Versuchen zum Trotz nicht, den »Widerstand« der Hamas zu brechen, sagte Obeida im Fernsehen. Er kündigte gleichzeitig an, dass keine Geisel den Gazastreifen lebend verlassen werde, wenn die Forderungen seiner Organisation nicht erfüllt würden.

Auslöser des Krieges war das schlimmste Massaker in der Geschichte Israels, das Terroristen der Hamas sowie anderer Gruppen am 7. Oktober in Israel nahe der Grenze zum Gazastreifen verübt hatten. Mehr als 1200 Menschen wurden bei den beispiellosen Angriffen getötet. Israel begann daraufhin mit massiven Luftangriffen und seit Ende Oktober mit einer Bodenoffensive in dem Gebiet.

Die 193-köpfige Vollversammlung der Vereinten Nationen wird Insidern zufolge voraussichtlich am Dienstag über einen Resolutionsentwurf abstimmen, der eine sofortige humanitäre Waffenruhe im Konflikt zwischen Israel und der militanten Palästinenserorganisation Hamas im Gazastreifen fordert. Das meldet die Nachrichtenagentur Reuters. Die USA hatten am Freitag ihr Veto gegen eine Forderung des Uno-Sicherheitsrates nach einer sofortigen humanitären Waffenruhe in der Region eingelegt.

WHO fordert Soforthilfe für Gaza

Zugleich hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine sofortige humanitäre Nothilfe für die Menschen im Gazastreifen gefordert. Die 34 Mitgliedstaaten des WHO-Exekutivrats riefen in einer einstimmig verabschiedeten Resolution am Sonntag zur »sofortigen, dauerhaften und ungehinderten Weiterleitung humanitärer Hilfe« in das Palästinensergebiet auf.

In der von Afghanistan, Marokko, Katar und dem Jemen eingebrachten Resolution werden außerdem Ausreisegenehmigungen für Patienten gefordert. Zudem müsse die Versorgung der Zivilbevölkerung mit Medikamenten und medizinischer Ausrüstung sichergestellt und der Zugang zu medizinischer Behandlung gewährleistet werden.

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus hatte zum Auftakt des Treffens in Genf gewarnt, es gebe besorgniserregende Anzeichen für epidemische Krankheiten im Gazastreifen. Zugleich stehe das Gesundheitssystem im Gazastreifen kurz vor dem endgültigen Zusammenbruch. Von 36 Krankenhäusern seien nur noch 14 teilweise funktionsfähig, davon nur zwei im Norden, sagte Tedros.

Trotz ihrer Zustimmung zu der WHO-Resolution äußerten einige westliche Länder Kritik an dem Text. Die US-Diplomatin Bathsheba Crocker bemängelte »die mangelnde Ausgewogenheit der Resolution«. Kanada sprach von einer »Kompromiss-Resolution«. Australien kritisierte, dass die Resolution nicht ausdrücklich auf den brutalen Hamas-Angriff auf Israel Bezug nahm, der »der Katalysator für die derzeitige verheerende Situation« gewesen sei.

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