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Israel-Gaza-Krieg: Geisel entkam der Hamas – und wurde nach vier Tagen wieder gefasst

November 28
01:36 2023

Ein 25-jähriger israelisch-russischer Mann, der von der Hamas als Geisel genommen worden war, konnte nach Angaben seiner Familie zeitweise entkommen. Das erzählte die Tante von Roni K. dem öffentlich-rechtlichen israelischen Fernsehsender Kanal B. Am Sonntag war K. von der Hamas freigelassen worden.

Der junge Mann war nach Angaben des Senders am 7. Oktober bei dem Terrorüberfall auf ein Festival in der Negev-Wüste von der Hamas verschleppt worden. Die Terroristen hätten ihn in einem Gebäude gefangen gehalten, erzählte die Tante im Interview. Als das Gebäude durch mutmaßlich israelische Bombardierung beschädigt wurde, habe er fliehen können.

»Er versuchte, zur Grenze zu gelangen, aber ich glaube, er hatte Schwierigkeiten, weil er nicht wusste, wo er war und in welche Richtung er fliehen musste«, sagte die Tante. Ihr Neffe habe ihr in einem Telefongespräch erzählt, dass er sich etwa vier Tage lang verstecken konnte. Dann entdeckten ihn Bewohner des Gazastreifens und übergaben ihn wieder den Terroristen.

Albträume vom Überfall auf das Festival in der Negev-Wüste

Die Tante erzählte weiter: »Er hat mir gesagt: Ich habe Albträume von dem, was ich bei der Party und in Gefangenschaft durchgemacht habe, aber das ist gut, weil das bedeutet, dass ich mich damit auseinandersetze und ich okay bin.«

Wie der Fernsehsender berichtete, wurde der junge Mann aufgrund einer persönlichen Intervention von Russlands Präsident Wladimir Putin freigelassen. Seine Freilassung sei nicht Teil des inzwischen um zwei Tage verlängerten Geisel-Abkommens zwischen Israel und der Hamas gewesen, das nur weibliche Geiseln und Kinder umfasst.

Hamas-Chef Sinwar soll israelische Geiseln getroffen haben

Der Chef der Terrororganisation Hamas im Gazastreifen, Yahya Sinwar, soll israelische Geiseln während ihrer Gefangenschaft besucht haben. Das berichtete das israelische Fernsehen unter Berufung auf eine freigelassene Geisel.

Der Besuch habe sich in den ersten Tagen nach der Entführung am 7. Oktober in einem unterirdischen Tunnel ereignet, erzählte die namentlich nicht genannte Frau. Der Besucher habe sich als Yahya Sinwar vorgestellt und Hebräisch gesprochen. »Ihr seid hier am sichersten, euch wird nichts geschehen«, habe er gesagt. Der Bericht lässt sich nicht unabhängig überprüfen.

Sinwar war 1988 wegen Mordes an vier mutmaßlichen Kollaborateuren und zwei israelischen Soldaten von Israel verurteilt worden. Er verbrachte mehr als zwei Jahrzehnte in israelischer Haft und lernte in der Zeit Hebräisch. 2011 kam Sinwar als einer von mehr als 1000 palästinensischen Häftlingen im Gegenzug für den israelischen Soldaten Gilad Shalit frei. 2017 wurde er Hamas-Chef im Gazastreifen.

Am 7. Oktober überquerten nach Schätzungen rund 3000 Terroristen der Hamas und anderer Gruppierungen die Grenze nach Israel. Sie ermordeten rund 1200 Menschen und verschleppten rund 240 Menschen in den Gazastreifen. Seitdem steht Sinwar ganz oben auf Israels Abschussliste.

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