Harz und Sauerland: Trotz Corona erneuter Ansturm auf die Skigebiete
Icon: vergrößernTorfhaus: Fahrzeuge stehen auf Behelfsparkplätzen an der Bundesstraße 242 im Harz.
Foto: Swen Pförtner / dpa
Erneut haben sich im Sauerland und im Harz viele Ausflügler auf den Weg in die Ski- und Rodelgebiete gemacht. Dabei hatten die Behörden wiederholt darum gebeten, wegen des Shutdowns Menschenansammlungen zu vermeiden.
Polizei und Ordnungsbehörden schrieben am Samstag Anzeigen wegen zahlreicher Verstöße gegen die Coronaschutzmaßnahmen, wie eine Sprecherin der Stadt Winterberg sagte. In den verschneiten Ortschaften der Region bildeten sich längere Autoschlangen und Staus, die Parkplätze füllten sich.
Die Polizei im Hochsauerlandkreis hatte am Morgen per Twitter angekündigt, die Stadt am Wochenende verstärkt bei der Durchsetzung der Allgemeinverfügung zur Maskenpflicht und der Coronaschutzverordnung zu unterstützen. Dafür würden auch Kräfte der Bereitschaftspolizei hinzugezogen.
Dabei sind Lifte und Pisten, Restaurants und Hütten bis mindestens 10. Januar geschlossen. Die Betreiber der Wintersport-Arena und des Skiliftkarussells in Winterberg weisen auf ihren Internetseiten darauf hin, dass es keine Toiletten gibt sowie keine Möglichkeiten zum Aufwärmen – und auch keine Retter vor Ort sind.
»Wir müssen diese Liebe ruhen lassen«
Dort heißt es: »Wir lieben unsere Berge. Sie bestimmt auch: Aber in diesen Zeiten müssen wir diese Liebe ruhen lassen, denn der Ansturm führt zu Stau und Massenaufläufen. Verstopfte Straßen, fehlende Parkplätze und viele potenzielle Kontakte. Wer will das schon?«
Wegen Überfüllung rät die Polizei im Harz ebenfalls weiter von Ausflügen in die winterlichen Berge ab. Der Ansturm ging aber auch dort weiter: Wanderer und Rodler steuerten die Parkplätze in den teils verschneiten Orten schon am Samstagmorgen an.
Die Parkplätze seien weitgehend ausgelastet, twitterte die Polizei Goslar am Samstagvormittag und appellierte an Tagesausflügler, weiträumig auf andere Gebiete im Harz auszuweichen und die Rettungswege frei zuhalten. Auch der Großraumparkplatz in Torfhaus war überfüllt, viele Autofahrer parkten am Straßenrand.
In Niedersachsen gibt es keine Beschränkung für Tagestouristen. Die Schlepplifte sind aber wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Viele Familien und auch Gruppen machten sich zu Fuß auf den Weg. Schon an den vergangenen Tagen stauten sich die Autos in Ausflugsorten kilometerlang.
Das Wetter in Deutschland bleibt erst einmal winterlich. Am Sonntag gibt es eine dicke Wolkendecke und Schnee. Die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes rechnen damit, dass es im Laufe des Tages in vielen Regionen schneit – in einem Streifen von Baden-Württemberg über Hessen und Thüringen bis nach Sachsen und Brandenburg. Dabei dürften 2 bis 5 Zentimeter Neuschnee zusammenkommen.
Mit Glatteis müsse vor allem im Osten gerechnet werden. Mit Auflockerungen sei indes nicht zu rechnen. Höchstwerte liegen laut DWD zwischen minus 1 Grad im Bergland und 5 Grad an der See. »Sonne ist in den kommenden Tagen wirklich kein großes Thema«, teilte ein Sprecher des Wetterdienstes mit. Mindestens bis Mitte der Woche bleibt es demnach unter dicken Wolken bei nasskalter Witterung.
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