Corona-Impfstoff: Das steht in den geschwärzten Passagen des AstraZeneca-Vertrages
Icon: vergrößernAuszug aus dem Vetrag
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EU Commission
Seit Tagen streitet die EU-Kommission öffentlich mit dem britisch-schwedischen Pharmakonzern AstraZeneca, der weniger Corona-Impfstoff liefern will als vorgesehen. Jetzt hat die Kommission den bisher geheimen Vertrag mit dem Unternehmen veröffentlicht – doch dabei ist es offenbar zu einer schweren technischen Panne gekommen: Weite Teile der geschwärzten Passagen sind lesbar. Das zumindest gilt für eine zunächst veröffentlichte Version des Dokuments. Nach der Berichterstattung des SPIEGEL hat die Kommission sie durch eine korrigierte Variante ersetzt.
Einsehbar wurden die Stellen in dem PDF-Dokument mithilfe der »Lesezeichen«-Funktion in Programmen wie dem Acrobat Reader. Auf diese Weise wurden unter anderem folgende Informationen erkennbar, die offensichtlich geheim bleiben sollten:
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Der Warenwert: Er liegt laut dem Dokument bei 870 Millionen Euro. Darunter fallen demnach alle direkten und indirekten Kosten und Ausgaben, die AstraZeneca bei der Herstellung des Impfstoffs entstehen. Dazu gehören etwa Kosten für Arbeit und Materialien, Betrieb von Anlagen und Ausrüstung, Qualitätskontrollen, indirekte nicht absetzbare Steuern und Zollabgaben, Verwaltungskosten oder für Lagerung und Verteilung der Impfstoffe,
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AstraZeneca soll bei der Lieferung des Impfstoffs kein Verlust entstehen. Sollten die Kosten die angepeilten 870 Millionen Euro übersteigen, muss das Unternehmen die Kommission informieren. Bei einer Steigerung von 20 Prozent oder mehr muss AstraZeneca dies belegen.

