“Weit mehr als 5000” Soldaten: Trump will US-Truppenpräsenz in Deutschland noch stärker reduzieren
Politik
"Weit mehr als 5000" SoldatenTrump will US-Truppenpräsenz in Deutschland noch stärker reduzieren
03.05.2026, 01:39 Uhr Artikel anhören(03:28 min)00:00 / 03:28
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Am Freitag verkündet das US-Verteidigungsministerium den Abzug von 5000 Soldaten aus Deutschland. Nur einen Tag später erhöht Donald Trump die Zahl. Der US-Präsident beklagt fehlende Nato-Unterstützung im Iran-Krieg.
Die USA möchten nach den Worten von US-Präsident Donald Trump ihre Truppenpräsenz in Deutschland über die bereits angekündigte Zahl hinaus herunterfahren. "Wir werden die Zahl noch deutlich stärker reduzieren – und zwar um weit mehr als 5000" US-Soldaten, sagte Trump am Samstag (Ortszeit) vor Journalisten in West Palm Beach im US-Bundesstaat Florida. Am Vortag hatte das US-Verteidigungsministerium nach erneuten Drohungen von Trump den Abzug von rund 5000 Soldaten aus Deutschland angeordnet und damit die europäischen Nato-Verbündeten auf den Plan gerufen.
Der Abzug dürfte "in den kommenden sechs bis zwölf Monaten abgeschlossen sein", erklärte Pentagon-Sprecher Sean Parnell zuvor am Freitag (Ortszeit). Die US-Entscheidung zum Abzug aus Deutschland folge "auf eine gründliche Überprüfung der Truppenpräsenz des US-Verteidigungsministeriums in Europa".
Außer Deutschland hatte Trump auch Spanien und Italien mit einem Abzug von US-Truppen gedroht. "Italien war uns überhaupt keine Hilfe, und Spanien war schrecklich, absolut schrecklich", fügte er mit Blick auf die von ihm erhoffte Unterstützung von Verbündeten im Iran-Krieg hinzu.
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Die USA und Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Teheran reagierte darauf mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region. Teheran sperrt zudem die Straße von Hormus, während die USA iranische Häfen blockieren.
Rund 36.000 US-Soldaten in Deutschland
Nato-Sprecherin Allison Hart hatte am Samstag bei X erklärt, das Militärbündnis arbeite mit den USA zusammen, "um die Details ihrer Entscheidung zum Truppenkontingent in Deutschland besser zu verstehen". Die "Anpassung" durch die US-Regierung unterstreiche, dass "Europa weiterhin mehr in die Verteidigung investieren und einen größeren Teil der Verantwortung für unsere gemeinsame Sicherheit übernehmen muss".
"Auswirkungen wären spürbar"Was der Teilabzug der US-Soldaten aus Deutschland bedeutet
Ähnlich äußerte sich Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius. Ebenso wie die Nato sieht der SPD-Politiker darin ein weiteres Zeichen dafür, dass Europa mehr in seine Verteidigung investieren müsse.
Nach offiziellen Angaben waren Ende Dezember rund 36.000 US-Soldaten in Deutschland stationiert – mehr als in jedem anderen europäischen Land. Das Bundesverteidigungsministerium sprach am Samstag von "insgesamt fast 40.000" US-Soldaten, die "aktuell" in Deutschland stationiert seien. Insgesamt unterhält die US-Armee rund 20 Einrichtungen in Deutschland, vor allem im Süden und Südwesten der Bundesrepublik.

