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Chemiewaffen-Angriffe in Syrien: Erdrückende Indizien gegen das Assad-Regime

November 27
10:46 2020
Zerstörte Häuser in einem Vorort von Damaskus (Archivbild) Icon: vergrößern

Zerstörte Häuser in einem Vorort von Damaskus (Archivbild)

Foto: AFP

Salim Namour galt unter seinen Kollegen in der unterirdischen Klinik in Ost-Ghuta als Fels in der Brandung. Und so nannte sich der erfahrene Arzt auch: Sakhr, der Fels. Am 21. August 2013 aber kam auch Namour an seine Grenzen. »Es war wie der Tag des Jüngsten Gerichts«, erinnert sich der Mediziner.

In der Nacht prasselten Raketen vom Typ »Volcano« und »M14« auf von Rebellen beherrschte Vororte bei Damaskus. Sie landeten in Wohnhäusern, auch in der Nähe von Moscheen und an einer Grundschule wurden Einschläge gemeldet.

Über Funk, so erinnert sich Namour, hörte er die Meldung, dass alle Ärzte sofort ins Krankenhaus kommen sollten. Als er ankam, habe er überall Verletzte gesehen, viele äußerlich ohne Wunden: Menschen, die um Luft rangen, die Krampfanfälle erlitten. Speichel lief aus ihrem Mund. »Sterbende, Tote, es war furchtbar«, sagt Namour. Alles sprach für einen Giftgasangriff.

In der Höhle, wie die Mediziner ihr Untergrundspital nannten, rissen sie den Verletzten die Kleider vom Körper und spülten sie mit Wasser ab. Sie spritzten ihnen Atropin als Gegengift. Beatmeten sie. Bis zum nächsten Mittag hätten er und seine Kollegen um jedes Leben gekämpft. In vielen Fällen vergebens.

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