Antony Blinken wird US-Außenminister: Das Ende von »America First«
Icon: vergrößernAußenministerkandidat Antony Blinken bei einem Anti-Terror-Treffen 2015 in Frankreich
Foto: Jens Büttner / dpa
Das Ungewöhnlichste, was über Antony Blinken bekannt ist, hat nichts mit seiner Karriere als Diplomat zu tun. Unter dem Namen seiner Band "Ablinken" finden sich auf Spotify zwei Songs, die er singt. Beide sind keine Kracher, aber man würde eine Bar nicht verlassen, wenn sie gespielt werden, wie die Musikkritikerin Caitlin White schrieb.
Ansonsten ist der Mann, der nach dem Willen Joe Bidens künftig Außenminister der USA werden soll, das glatte Gegenteil der aktuellen Mitglieder der US-Regierung: Er ist zurückhaltend, sachkundig und erfahren. Er hat eine klassische Laufbahn im Auswärtigen Dienst hinter sich. Er hat ein Profil, mit dem er bei Donald Trump keine Chance hätte.
Der künftige Präsident aber zeigt mit Blinkens Nominierung, dass er es ernst meint mit dem Versprechen, die USA nach den disruptiven Trump-Jahren wieder auf einen verlässlichen Kurs zurückzuführen.
Blinken ist ein Mann des außenpolitischen Establishments, der auf Allianzen setzt und an die Rolle der USA als internationale Ordnungsmacht glaubt. Mit ihm knüpft Biden dort an, wo Barack Obama vor vier Jahren aufgehört hat.

