Marjorie Taylor Greene: Ihre Welt der Satanisten und Weltraumlaser
Icon: vergrößernAbgeordnete Greene: »Wir werden im Grunde von einer tyrannischen Regierung beherrscht«
Foto: Anna Moneymaker / The New York Times / Redux / laif
Vielleicht kann man den ganzen Wahnsinn nur von hier oben aus verstehen. An diesem stillen Ort, wo die Stadt ihrer Helden gedenkt und von dem aus der Blick über die sieben Hügel schweift, die Rome den Namen gegeben haben, auch wenn das ein bisschen vermessen erscheint. Nach Rom, Italien, kommen jährlich um die 20 Millionen Touristen; von Rome, Georgia, hat die Welt in den vergangenen 150 Jahren kaum Notiz genommen, was hier allerdings niemanden weiter kümmert. Am südlichen Zipfel der Appalachen bleibt man gern unter sich.
Doch im November wählte der 14. Bezirk Georgias Marjorie Taylor Greene als neue Abgeordnete für den Kongress, und seither fallen Reporter in die Stadt mit ihren 36.000 Einwohnern ein, als wäre dort ein Ufo gelandet. Sie bestellen einen Latte an der Broad Street und fragen die Passanten, wie sie auf die Idee kommen konnten, eine Frau zu wählen, die Nancy Pelosi, der Chefin der Demokraten im Repräsentantenhaus, eine Kugel in den Kopf wünschte. Und die der Meinung war, in Washington regiere eine satanische Sekte, die Kindern das Blut abzapft.

