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Israel-Gaza-Krieg: Freilassung weiterer Geiseln durch Hamas verzögert sich

November 25
22:58 2023

Eine weitere Gruppe von Geiseln der Terrororganisation Hamas ist am Samstag zunächst nicht wie geplant an Israel übergeben worden. Der erneute Austausch gegen israelische Gefangene war eigentlich für 15 Uhr MEZ erwartet worden.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, habe sich der militärische Arm der Hamas dagegen entschieden, den Tausch wie geplant durchzuführen. Demnach solle Israel zunächst Lastwagen mit humanitären Hilfsgütern in den Norden des Gazastreifens lassen.

Hamas-Sprecher Osama Hamdan präzisierte später bei einer Pressekonferenz laut Reuters, dass bislang insgesamt 340 Lastwagen mit Hilfsgütern in den Gazastreifen gefahren seien, davon hätten 65 den nördlichen Teil von Gaza erreicht. Letzteres sei weniger als die Hälfte der von Israel zugesagten Menge. Man habe die Vermittler über die Verstöße Israels informiert, sagte Hamdan. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Wie das Onlineportal »ynet« berichtet, liegt einer der Gründe für die Verzögerungen bei der Einfahrt der Lastwagen laut Israel darin, dass der Grenzübergang Rafah ein kleiner Übergang ist und die Einfahrt daher Zeit in Anspruch nimmt. Israel betont zudem, dass wie gestern auch heute 200 Hilfslastwagen inspiziert und erst dann nach Rafah geschickt wurden. Auch diese Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Israel droht offenbar mit Ende der Waffenruhe

Unklar war zunächst, ob und wann der geplante Übergabeprozess noch starten soll. Israel hat Medienberichten zufolge ein Ende der Feuerpause um Mitternacht (Ortszeit) angedroht, sollte die Hamas die geplante Freilassung weiter blockieren. Eine offizielle Bestätigung für die Frist gibt es bislang nicht.

»Die Hamas ist sich bewusst, dass das israelische Militär die Bodenoffensive im Gazastreifen fortsetzen wird, wenn die Geiseln nicht bis Mitternacht freigelassen werden«, sagte ein israelischer Sicherheitsbeamter laut »ynet«. Er warf der Hamas laut dem Bericht zudem vor, bereits am Vortag »dasselbe Spiel« gespielt zu haben. Demnach seien kurzfristig die Reiseroute und der Transport der Geiseln geändert worden.

Erwartet worden war, dass die Gruppe wie am Tag zuvor im Gazastreifen an Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) übergeben wird und dann die Grenze nach Ägypten überquert. Von dort sollten die Geiseln dann nach einer ersten medizinischen Überprüfung mit einem Hubschrauber nach Israel gebracht werden.

Unklarheit über Zahl der Geiseln bei zweitem Austausch

Zur genauen Zahl der Geiseln, die am Samstag freigelassen werden sollten, gab es unterschiedliche Angaben. Israelische Medien berichteten von Verhandlungen in letzter Minute darüber, ob 13 oder 14 Geiseln freigelassen werden sollen. Ob die Verhandlungen auch der Grund für die Verzögerung waren, war jedoch unklar.

Am Freitag hatte die islamistische Hamas 24 der rund 240 Geiseln freigelassen, die vor sieben Wochen in den Gazastreifen verschleppt worden waren. Unter den Freigekommen waren vier Doppelstaatler, die neben der israelischen auch die deutsche Staatsangehörigkeit haben. Bei den Ausländern handelt es sich um zehn Thailänder und eine Geisel mit philippinischer Staatsangehörigkeit.

Im Gegenzug ließ Israel 39 verurteilte palästinensische Häftlinge frei. Nur Stunden zuvor war eine Feuerpause in Kraft getreten, mit deren Beginn auch die Ausweitung humanitärer Hilfslieferungen in den Gazastreifen anlief.

Die ausgehandelte Waffenruhe soll mindestens vier Tage dauern. Gemäß der Vereinbarung sollen in dieser Zeit insgesamt 50 Geiseln freikommen. Eine Verlängerung der Feuerpause auf bis zu zehn Tage ist möglich, wie das in dem Konflikt vermittelnde Katar mitgeteilt hatte. Insgesamt sieht die zwischen beiden Konfliktparteien getroffene Vereinbarung einen Austausch von bis zu hundert Geiseln aus Israel gegen bis zu 300 palästinensische Häftlinge vor.

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