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Israel-Gaza-Krieg: Saudischer Kronprinz fordert Freilassung von Hamas-Geiseln

November 12
03:46 2023

Bei einem Sondergipfel muslimischer Staaten zum Gazakrieg haben Herrscher aus der islamischen Welt scharfe Kritik an Israel geübt und einen Waffenstillstand gefordert. Das Treffen findet in Riad statt, der Hauptstadt von Saudi-Arabien – und vereint auch Staaten, die Israel als ihren Erzfeind sehen.

Erstmals seit der Wiederaufnahme ihrer diplomatischen Beziehungen sind dort auch der iranische Präsident Ebrahim Raisi und der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman zusammengetroffen. Die offizielle saudi-arabische Nachrichtenagentur SPA veröffentlichte am Samstag im Onlinedienst X (vormals Twitter) ein Foto, das die beiden politischen Führer Seite an Seite in der saudi-arabischen Hauptstadt zeigt.

Rivalen in Riad

Die beiden rivalisierenden Regionalmächte Iran und Saudi-Arabien hatten sich erst im März durch die Vermittlung Chinas wieder angenähert. Im September entsandten sie Botschafter in das jeweils andere Land. Zuvor herrschte zwischen den beiden Ländern eine siebenjährige diplomatische Eiszeit.

Der iranische Präsident Raisi nannte die israelische Offensive »eines der wichtigsten Themen der islamischen Welt« und »eines der brutalsten Verbrechen gegen die Menschlichkeit«. Raisi forderte ein sofortiges Ende der Angriffe von Israel auf Gaza, es gehe darum, den Transport von Lebensmitteln und Medikamenten für die Zivilbevölkerung zu ermöglichen. Außerdem sollten die »islamischen Staaten« ihre politischen und wirtschaftlichen Beziehungen mit Israel abbrechen.

Iran steht sowohl hinter der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas wie auch hinter der schiitischen Hisbollah-Miliz im Süden des Libanons. Raisi lobte die Hamas. »Wir küssen der Hamas die Hände für ihren Widerstand gegen Israel.«

Der saudische Kronprinz bekräftigte zwar die Verurteilung und kategorische Ablehnung »dieses barbarischen Krieges gegen unsere Brüder in Palästina«. Der Krieg müsse sofort beendet werden. Zugleich forderte er von der Hamas die Freilassung der rund 240 israelischen Geiseln – und schlug damit in Nuancen andere Töne an als der iranische Präsident.

Abbas sieht »beispiellosen Vernichtungskrieg«

Der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas sagte: »Unser palästinensisches Volk ist der schrecklichsten und brutalsten Aggression und sogar einem beispiellosen Vernichtungskrieg ausgesetzt.« Gaza sei ein integraler Bestandteil Palästinas. Jede politische Lösung müsse das gesamte palästinensische Gebiet umfassen, einschließlich des Westjordanlands, Jerusalems und Gazas.

Der ägyptische Präsident Abdel Fattah el-Sisi forderte eine sofortige und dauerhafte Waffenruhe »ohne Beschränkungen und Bedingungen«. Die »Politik der kollektiven Bestrafung« der Menschen im Gazastreifen sei inakzeptabel und könne nicht mit Selbstverteidigung gerechtfertigt werden. »Sie muss sofort gestoppt werden.«

Ähnlich äußerte sich auch der Emir von Katar, Scheich Tamim bin Hamad Al Thani. »Die internationale Gemeinschaft hat es versäumt, ihrer rechtlichen und ethischen Verantwortung nachzukommen.« Er fügte hinzu: »Wie lange wird die internationale Gemeinschaft Israel so behandeln, als ob es über internationalen Gesetzen stünde?« Zugleich erklärte er, Katar bemühe sich darum, eine Freilassung der von der Hamas aus Israel verschleppten Geiseln zu vermitteln.

Syrischer Diktator will arabische Einheit

Der syrische Diktator Baschar al-Assad rief zur arabischen Einheit auf, um dem entgegenzuwirken, was er als »zionistische Grausamkeit und Massaker« bezeichnete. »Wenn wir nicht über echte Druckmittel verfügen, sind all unsere Schritte und Reden bedeutungslos«, so Assad.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan sprach sich für eine internationale Friedenskonferenz aus, um eine dauerhafte Lösung des Konflikts zu finden. »Was wir im Gazastreifen brauchen, sind keine Pausen für ein paar Stunden, sondern wir brauchen einen dauerhaften Waffenstillstand«, sagte Erdoğan. »Israel rächt sich an Babys, Kindern und Frauen im Gazastreifen.«

Ursprünglich war am Samstag ein Treffen der 22 Mitgliedstaaten der Arabischen Liga geplant und am Sonntag eines der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC). Nach Beratungen zwischen Saudi-Arabien und der OIC beschloss man das gemeinsame Treffen. Der OIC gehören 57 muslimisch geprägte Staaten an.

Laut der staatlichen saudischen Nachrichtenagentur SPA soll der Gipfel die Notwendigkeit unterstreichen, »zu einer einheitlichen Position« der arabischen und muslimischen Länder mit Blick auf die »gefährlichen und beispiellosen Ereignisse in Gaza und den palästinensischen Gebieten« zu gelangen.

Gräueltaten an israelischen Zivilisten

Hunderte Kämpfer der islamistischen Hamas waren am 7. Oktober nach Israel eingedrungen und hatten Gräueltaten überwiegend an Zivilisten verübt. Nach israelischen Angaben wurden dabei 1200 Menschen getötet und rund 240 Menschen als Geiseln verschleppt.

Israel hatte der Hamas in der Folge den Krieg erklärt und Ziele der Islamisten im Gazastreifen angegriffen. Nach Angaben der Hamas, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, wurden seither mehr als 11.000 Menschen im Gazastreifen getötet, darunter 4500 Kinder.

Israel und sein wichtigster Verbündeter, die USA, lehnen bislang einen Waffenstillstand ab.

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