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René Benko gibt seine Macht bei Signa an Sanierer ab

November 08
15:56 2023

Der massive Druck der Gesellschafter auf den österreichischen Immobilienunternehmer René Benko wirkt. Nach tagelangem Zögern gibt er nach Informationen von SPIEGEL und dem österreichischen Nachrichtenmagazin »News« seine Macht nun doch ab. Sein Beiratsvorsitz bei der Signa Holding, die die Geschicke der Gruppe aus Immobilien und Handelsgeschäft lenkt, werde an Arndt Geiwitz übergeben, steht in einem Schreiben an Mitarbeitende, das dem SPIEGEL vorliegt. Geiwitz, ehemals Sanierer von Schlecker und Signas Kaufhausfirma Galeria, werde auch den Vorsitz des Gesellschafter-Komittees der Holding übernehmen.

Damit triumphieren die Investoren von Signa, die seit Wochen Benkos Abgang fordern. Benkos Immobiliengruppe braucht schnellstens neues Kapital.

Geiwitz solle nun laut dem Schreiben die Restrukturierung der gesamten Signa-Gruppe organisieren. Er »genießt das Vertrauen aller Gesellschafter«. Dies sei, so lässt sich Benko selbst zitieren, »in der derzeitigen Situation die beste Lösung für das Unternehmen, seine Partner, Investoren sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter«. Es gelte nun, »Vertrauen wiederherzustellen, dazu will ich meinen Beitrag leisten«. Signas Immobilienportfolio »bleibe einzigartig« und er sei »absolut sicher, dass das Unternehmen eine sehr gute Zukunft haben kann«.

Signa brauche jetzt »Ruhe und Ordnung«, wurde Geiwitz zitiert. Mit »Bedacht und Vernunft« würden die Aufgaben angegangen. Es gelte, »langfristige Lösungen zu finden«.

»Überprüfung aller Geschäftsbereiche«

Um das Unternehmen zu unterstützen, seien externe Berater hinzugezogen worden, »um mit Hochdruck eine Überprüfung aller Geschäftsbereiche durchzuführen«, Maßnahmen sowie ein »ganzheitliches Konzept für die Gruppe« sollten sie mitarbeiten. Engagiert wurden demnach Rothschild & Co sowie die Anwaltskanzlei White & Case.

Nach Aussage von Sanierer Geiwitz brauche es nun eine »umfassende Konsoliderung« für das Unternehmen. Die Qualität des Immobilienportfolios von Signa-Tochter Signa Prime, in dem die wichtigen Bestandsimmobilien gebündelt sind, sei »hervorragend« und die Tochter Signa Development, wo zumeist im Bau befindliche Gebäude versammelt sind habe eine Entwicklungsperspektive, die »sehr gut« sei.

Vergangene Woche hatten sich die Großinvestoren der Signa-Holding ohne Benko zusammengeschaltet und darüber beraten, inwiefern sie Benko beispringen könnten. Lindt-&-Sprüngli-Präsident Ernst Tanner war in der Videoschalte dabei, Strabag-Großaktionär Hans Peter Haselsteiner, Kaffeemaschinen-Unternehmer Arthur Eugster, Fressnapf-Gründer Torsten Toeller, Mitglieder der südamerikanischen Logistikdynastie Koranyi-Arduini. Ihnen geht es darum, wie sie ihre eigenen Investments retten können. Stürzte die Firma etwa in die Insolvenz, verlören sie ihr investiertes Geld. Andererseits wäre das Risiko groß, bei neuen Finanzspritzen, auch diese letztlich später abschreiben zu müssen, wenn diese Signa doch nicht retten.

Sorgen macht den Gesellschaftern vor allem, dass die Signa aufgrund ihrer undurchsichtigen Struktur aus vielen Unterfirmen nicht transparent ist. Sie fürchteten daher, so heißt es, das Geld gelange nicht an die richtigen Stellen im Unternehmen. Weil Signa in Finanznöte geriet, war das Vertrauen der Investoren verschwunden.

In einem gemeinsamen Schreiben an Benko hatten die Gesellschafter Benko zuvor nach SPIEGEL-Informationen erklärt, dass jede Grundlage für eine vertrauensbasierte Zusammenarbeit fehle. Es brauche schonungslose Transparenz zur wirtschaftlichen und finanziellen Lage der Signa-Gruppe. Benko solle seine Rolle als Beiratsvorsitzender und alleiniger Entscheider per sofort ruhen lassen, sich konsequent aus allen Führungs- und Entscheidungstätigkeiten zurückziehen.

Geiwitz soll nach ihrem Willen für Transparenz in der undurchsichtigen Gruppe sorgen. Nun steht die Frage im Raum, ob die Gesellschafter nun genügend neues Geld bereitstellen und in welcher Höhe.

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