Großangriff der Hamas auf Israel: US-Präsident Biden sichert Israel unverbrüchliche Unterstützung zu
US-Präsident Joe Biden hat den Israelis nach dem Großangriff der radikalislamischen Palästinensergruppe Hamas die unverbrüchliche Unterstützung der USA zugesagt. »Die USA stehen an der Seite des israelischen Volkes angesichts dieser terroristischen Angriffe«, sagte Biden in einer Fernsehansprache.
Biden sagte in seiner vom Fernsehen übertragenen Rede im Beisein von US-Außenminister Antony Blinken, die Unterstützung der USA für Israel sei »felsenfest und unumstößlich«.
Biden warnte, dies sei »nicht der Moment für irgendeine feindliche israelfeindliche Partei, diese Angriffe zu ihrem Vorteil auszunutzen«. »Die Welt schaut hin«, so der US-Präsident.
Die Warnung dürfte sich an den Iran und die schiitische Hisbollah-Miliz im Libanon richten, nähere Angaben wurden vom Weißen Haus nicht gemacht. Die Islamische Republik Iran und die Hisbollah-Miliz hatten zuvor ihre Unterstützung für den »stolzen Einsatz« der im Gazastreifen herrschenden Hamas zum Ausdruck gebracht.
Vor seiner Fernsehansprache hatte Biden nach einem Telefonat mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanyahu bereits versichert, die USA stünden bereit, Israel »alle geeigneten Mittel zur Unterstützung« anzubieten.
US-Außenminister Blinken telefonierte mit Palästinenserpräsident Abbas
Auch US-Verteidigungsminister Lloyd Austin versicherte, in den kommenden Tagen werde das Pentagon »daran arbeiten, sicherzustellen, dass Israel hat, was es braucht, um sich selbst zu verteidigen und Zivilisten zu schützen«. Seit seiner Gründung hat Israel von den USA Militärhilfen im Umfang von mehr als 125 Milliarden Dollar erhalten, wie 2021 aus einem Bericht des US-Außenministeriums hervorging.
US-Außenminister Antony Blinken telefonierte angesichts der aktuellen Krise mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Blinken rief »alle Führungen in der Region« auf, die Angriffe auf Israel zu verurteilen.
Ex-US-Präsident Donald Trump, der bei der nächsten Präsidentschaftswahl erneut antreten und Biden ablösen will, reagierte auf den Konflikt nicht nur mit einer Solidaritätsbekundung an Israel, sondern auch für eine Attacke auf seinen innenpolitischen Gegner. »Diese Hamas-Angriffe sind eine Schande und Israel hat jedes Recht, sich mit überwältigender Kraft selbst zu verteidigen«, so Trump.
Ohne die Vorlage von Beweisen fügte er hinzu: »Leider haben die US-Steuerzahler dabei geholfen, diese Angriffe zu finanzieren.« Damit bezog sich Trump auf Vorwürfe, dass der Iran die sechs Milliarden Dollar, die er vergangenen Monat im Rahmen eines Gefangenenaustauschs bekommen habe, in die aktuelle Hamas-Offensive gesteckt habe.
Bidens Vize-Sprecher Andrew Bates nannte dies in Online-Netzwerken eine »schändliche Lüge in jeder Hinsicht in Zeiten, in denen beide Parteien vollkommen geeint in der Unterstützung Israels sein sollten«. Die Summe für den Iran könne nur für humanitäre Güter wie Nahrungsmittel und Medizin verwendet werden.
Vor dem Hamas-Großangriff hatte Biden darauf gehofft, mit der Anerkennung des Staates Israel durch Saudi-Arabien vor der US-Präsidentschaftswahl einen außenpolitischen Erfolg zu erringen.
Der republikanische Senator Lindsey Graham sagte, die Hamas-Angriffe würden »nicht nur vom Iran unterstützt, sie waren dazu gedacht, die Friedensbemühungen zwischen Saudi-Arabien und Israel zu stoppen«. »Eine Friedensvereinbarung zwischen diesen beiden Ländern wäre ein Albtraum für den Iran und die Hamas«, fügte Graham hinzu.
USA haben keine Hinweise auf Beteiligung des Iran
Die USA haben eigenen Angaben zufolge bislang »keine Hinweise« auf eine mögliche Verwicklung des Irans in den Großangriff. Es sei »zu früh« zu sagen, ob der Iran direkt in die großangelegten Offensive eingebunden sei, erklärte ein Vertreter des Weißen Hauses. Dennoch gäbe es »keinen Zweifel« daran, dass die Hamas unter anderem vom Iran »finanziert, ausgerüstet und bewaffnet werde«, sagte er.
Die Islamische Republik Iran und die Hisbollah-Miliz hatten zuvor ihre Unterstützung für den »stolzen Einsatz« der im Gazastreifen herrschenden Hamas zum Ausdruck gebracht. Unter anderem der israelische Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, machte Teheran für die beispiellose Angriffswelle verantwortlich.
Weiter erklärte der Vertreter des Weißen Hauses, dass Gespräche über die Gewährung von US-Militärhilfen an Israel »in vollem Gange« seien. Eine Ankündigung sei bereit am Sonntag möglich, allerdings sei die Situation angesichts der aktuellen Lähmung des Repräsentantenhauses infolge der Abwahl ihres Vorsitzenden Kevin McCarthy schwierig.
Die radikalislamische Hamas hatte am Samstagmorgen mit Raketenangriffen vom Gazastreifen aus einen neuen Krieg gegen Israel gestartet, auch drangen Kämpfer vom Gazastreifen aus in israelisches Gebiet ein. Israel reagierte mit Vergeltungsangriffen.
Seit seiner Gründung hat Israel von den USA Militärhilfen im Umfang von mehr als 125 Milliarden Dollar erhalten, wie 2021 aus einem Bericht des US-Außenministeriums hervorging.

