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Ukraine-Krieg: US-Politiker fordern Lieferung von Abrams-Panzern

January 23
06:41 2023

Ein Demokrat und ein Republikaner zeigen sich offen für die Lieferung von Abrams-Panzern. Schon ein einziger davon würde ausreichen, um Berlin zu überzeugen, so der Republikaner McCaul.

Zwei US-Politiker drängen die eigene Regierung, Kampfpanzer vom Typ Abrams M1 an die Ukraine zu liefern. Schon ein einziger davon würde ausreichen, um europäische Verbündete dazu zu bewegen, Leopard-Kampfpanzer zu schicken, sagte Michael McCaul dem Sender ABC . Er glaube, allein die Ankündigung einer solchen Lieferung würde ausreichen.

Neben dem Republikaner McCaul, der den Vorsitz im Auswärtigen Ausschusses des Repräsentantenhauses innehat, befürwortete auch der demokratische Senator Chris Coons Abrams-Lieferungen. Es sei an der Zeit Bedenken über logistische und technische Schwierigkeiten beiseitezuschieben, sagte er.

Wenn es amerikanische Abrams-Panzer brauche, damit Polen, Deutschland und andere Verbündete Leopard-Panzer lieferten, würde er das unterstützen, sagte Coons. »Ich respektiere, dass unsere militärische Führung der Meinung ist, dass der Abrams zu anspruchsvoll und teuer ist, um so nützlich wie der Leopard zu sein, aber wir müssen weiterhin mit unseren engen Verbündeten zusammenarbeiten und im Gleichschritt voranschreiten.«

Bisher hat nur Großbritannien angekündigt, die Ukraine mit westlichen Kampfpanzern zu unterstützen. Die USA hatten die Lieferung der amerikanischen Kampfpanzer bislang unter Verweis auf technische und logistische Schwierigkeiten abgelehnt: Der Abrams wird, ähnlich wie ein Flugzeug, mit einer Turbine angetrieben. Er braucht deshalb bevorzugt den speziellen Jet-Treibstoff und muss von besonders geschulten Experten gewartet werden. Außerdem müssten die Kampfpanzer erst nach Europa geschafft werden, und sie haben einen vergleichsweise hohen Treibstoffverbrauch.

In der vergangenen Woche hatten mehrere Medien berichtet, dass Deutschland die Lieferung von Leopard-Panzern nur ermöglichen wolle, wenn auch Washington Kampfpanzer in die Ukraine schicke. Noch vor der Ramstein-Konferenz am Freitag bestritt der neue Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) diese Darstellung, ihm sei »ein solches Junktim nicht bekannt«.

Liste mit verfügbaren Leopard-Modellen liegt seit Frühsommer vor

Trotzdem kam es auf der Ramstein-Konferenz nicht zu einer Einigung in der Leopard-Frage. Pistorius verkündete lediglich, die Verfügbarkeit der verschiedenen Leopard-Modelle prüfen lassen zu wollen. Nach SPIEGEL-Informationen liegt im Verteidigungsministerium allerdings schon seit dem Frühsommer eine entsprechende Liste vor.

Demnach kämen für eine mögliche deutsche Lieferung in erster Linie 19 Leopard-2A5-Modelle infrage. Sie würden zur »Darstellung gegnerischer Kräfte« im Gefechtsübungszentrum des Heers eingesetzt, simulieren also bei Manövern feindliche Panzer. Bei der Truppe heißt es, auf die 2A5-Modelle könne man am ehesten verzichten, da sie nur zu Übungen eingesetzt werden (lesen Sie hier mehr dazu).

Mehrere westliche Staaten drängten die Bundesregierung auch am Sonntag, die Leopard-Lieferungen zu ermöglichen. Am schärfsten äußerte sich wie so oft der polnische Regierungschef Mateusz Morawiecki. Man werde nicht passiv zuschauen, wie die Ukraine ausblute, sagte er. Falls die Bundesregierung bei ihrer Weigerung bleibe, werde Warschau »eine kleine Koalition« von Ländern bilden, um die Ukraine mit »modernen Panzern« aus ihren eigenen Beständen zu versorgen (lesen Sie hier mehr dazu).

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