Russland-Ukraine-Krieg am 12. Juni: Ehemaliger Wagner-Söldner kämpft nun offenbar gegen Russland
Zahl der Todesopfer nach Bruch von Kachowka-Staudamm steigt auf mindestens zehn
21.49 Uhr: Nach der Teilzerstörung des Kachowka-Staudamms im Süden der Ukraine ist die Zahl der Todesopfer nach ukrainischen Angaben auf mindestens zehn gestiegen. Der ukrainische Innenminister Igor Klymenko erklärte im Online-Dienst Telegram zudem, 41 weitere Menschen würden in der Stadt Cherson und der umliegenden Region noch vermisst.
Macron: Ukrainische Gegenoffensive kann Monate dauern
21.13 Uhr: Die lang erwartete Gegenoffensive der Ukraine kann nach Einschätzung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron »mehrere Wochen oder Monate« dauern. »Wir hoffen, dass sie so siegreich wie möglich ist, damit danach eine Verhandlungsphase unter guten Bedingungen eingeleitet werden kann«, sagte Macron zu Beginn des Treffens mit Olaf Scholz und Andrzej Duda in Paris.
Ziel sei es, »der Ukraine zu helfen, das Gelände zurückzuerobern, aber dabei niemals Russland anzugreifen«. »Wir liefern weiter und bemühen uns, das gelieferte Material einsatzfähig zu halten«, sagte Macron mit Blick auf die Unterstützung der Ukraine durch Waffenlieferungen und -Wartung.
Die drei Politiker wollten bei einem Arbeitsessen unter anderem über mögliche Sicherheitsgarantien für die Ukraine beraten. Außerdem wollten sie sich auf eine gemeinsame Linie bei den kommenden Gipfeltreffen der EU und der Nato abstimmen. Es ist das erste Treffen im sogenannten Weimarer Format seit ihrem Dreiertreffen in München im Februar.
Scholz, Macron und Duda versichern weitere Hilfe
20.45 Uhr: Deutschland, Frankreich und Polen wollen Kiew weiter gegen Moskau unterstützen. Das bekräftigen Kanzler Olaf Scholz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Polens Präsident Andrzej Duda bei einem Treffen in Paris. Von dem sogenannten Weimarer Dreieck solle dieses Signal der Einigkeit ausgehen, sagte Scholz. Macron betonte, dass Frankreich seine Waffenlieferungen an die Ukraine mit Blick auf die begonnene Gegenoffensive gegen die russischen Invasionstruppen verstärkt habe. Scholz verwies erneut darauf, dass Deutschland hinter den USA zweitgrößter Waffenlieferant ist.
Länderspiel im Zeichen der Solidarität endet unentschieden
20.41 Uhr: Beim 1000. Länderspiel der DFB-Geschichte trennten sich Deutschland und die Ukraine 3:3. Hier geht es zum Spielbericht.
Ehemaliger Wagner-Söldner kämpft offenbar gegen Russland
18.22 Uhr: Ein ehemaliger russischer Wagner-Söldner hat sich offenbar dem »Russischen Freiwilligenkorps« angeschlossen. Bei einem Gefangenenaustausch zwischen Russland und der Ukraine beschloss der Ex-Söldner der russischen Privatarmee Wagner, Wladislaw Ismailow, demnach, sich den Rebellen anzuschließen, wie ein Video des »Russischen Freiwilligenkorps« zeigt. »Nach entsprechender Überprüfung werden wir Wlad mit Freude die Möglichkeit geben, in unseren Reihen zu kämpfen«, schrieb das Freiwilligenkorps auf Telegram.
Ismailow dürfte demnach der erste öffentlich bekannte Überläufer sein. Das »Russische Freiwilligenkorps« besteht aus russischen Nationalisten, die aufseiten Kiews gegen die russische Armee kämpfen. Seit Wochen sind sie vor allem in der russischen Grenzregion um Belgorod im Einsatz.
Ismailow machte bereits im Dezember 2022 durch ein Interview mit der russischen Exil-Menschenrechtsorganisation Gulagu.net auf sich aufmerksam. Nach eigener Darstellung geriet er im November in ukrainische Gefangenschaft, nachdem er einige Monate zuvor aus einem russischen Gefängnis für die Wagner-Söldnertruppe rekrutiert worden war. Dem Ex-Häftling zufolge soll ihn Wagner-Chef Jewgenij Prigoschin dort persönlich angeworben haben.
Prigoschin nannte Ismailow in seinem Telegram-Kanal einen »Verräter«. Der 62-Jährige drohte dem Überläufer mit einer »Strafe, die den Wagner-Traditionen entsprechen soll«. Im Vorjahr wurde ein Video veröffentlicht, in dem zu sehen ist, wie Wagner-Söldner einen ehemaligen Mitkämpfer mit einem Vorschlaghammer töten. Der Clip löste international Entsetzen aus.
Fußballspiel Ukraine-Deutschland wird laut DFB auch an der Front gesehen
18.03 Uhr: Das Benefiz-Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft in Bremen gegen die Ukraine erreicht laut DFB-Präsident Bernd Neuendorf auch die Kriegsgebiete. Der ukrainische Delegationsleiter habe ihm erzählt, dass »Soldaten dieses Spiel an der Front verfolgen werden auf ihrem Handy, und dass es ein Stück weit auch Ablenkung ist«. Das Fußball-Länderspiel sei für die Ukraine »ein ganz wichtiges Ereignis«.
Der DFB spendet über seine Stiftung die Einnahmen aus dem TV-Vertrag und Ticketverkauf an Menschen, die vom Krieg betroffen sind. »Wir hoffen auf eine hohe Summe«, sagte Neuendorf.
Für Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bezeichnete das Spiel als »ein Zeichen der Freundschaft und der Solidarität«. Gleichzeitig gab der SPD-Politiker zu bedenken: »Wir dürfen Fußballspiele wie diese nicht überfordern. (…) Aber natürlich kann ein Fußballspiel an einer Kriegssituation nichts verändern. Das tun wir, das tut die Politik, indem wir Unterstützung leisten für diejenigen die überfallen worden sind von Russlands Armee. Und wir müssen hoffen, dass die Ukraine diesen Krieg in den nächsten Wochen für sich entscheidend wendet.«
Lese-Empfehlung: Ukrainische Gegenoffensive – Angriff auf breiter Front
17.29 Uhr: Während Moskau zerstörte Leopard-Panzer feiert, meldet die Ukraine bei ihrer Gegenoffensive erste kleinere Erfolge – wenn auch unter hohen Verlusten. Der eigentliche Großangriff steht aber wohl noch bevor. Lesen Sie hier die Analyse der Kollegen Oliver Imhof und Alexander Sarovic.
Ukrainischer Flüchtling gewinnt 500.000 Euro durch Rubbellos
16.21 Uhr: Aus der Ukraine geflohen, nun Glück mit einem Rubbellos: Ein Geflüchteter aus der Ukraine hat in Belgien 500.000 Euro gewonnen. Das teilte die belgische Nationallotterie laut der Nachrichtenagentur Reuters mit. Demnach habe der Mann das Rubbellos für fünf Euro an einer Tankstelle gekauft. Der Gewinner habe »gemischte Gefühlte«, sagte eine Sprecherin der Nationallotterie. »Es ist schwierig, bei all dem, was in seinem Heimatland passiert, glücklich zu sein.«
Der Gewinner wolle zunächst eine Party für alle veranstalten, die ihm bei seiner Integration in Belgien geholfen hätten. Und dann auch etwas für seine Landsleute und den Wiederaufbau der Ukraine tun, sagte die Sprecherin.
Ukraine meldet sinkenden Wasserstand im Überflutungsgebiet
15.58 Uhr: Mehrere Tage nach der Zerstörung des Kachowka-Staudamms ist der Wasserstand des Dnjepr im überflutetem südukrainischen Kriegsgebiet Cherson nach Behördenangaben weiter gesunken. Wie der Chef der Militärverwaltung Oleksandr Prokudin bei Telegram berichtete, lag der Wasserstand am Morgen in der Gebietshauptstadt Cherson bei rund 3,29 Meter. In der Region soll der durchschnittliche Wasserstand des Flusses inzwischen um zwei Meter auf etwa 3,60 Meter gesunken sein, wie der ukrainische Rettungsstab zur Bekämpfung der Folgen der Dammzerstörung ebenfalls bei Telegram mitteilte.
Wie der staatliche Notfalldienst DSNS meldete, sollen auf der ukrainisch kontrollierten Seite des Dnjepr noch 32 Siedlungen mit rund 3800 Gebäuden unter Wasser stehen. 14 weitere Siedlungen sind demnach auf der russisch besetzten Flussseite betroffen. Russische Medien hatten berichtet, dass das Wasser an manchen Orten, so beispielsweise in der nahe gelegenen Stadt Nowa Kachowka, um mehr als zehn Meter gestiegen sei.
Selenskyj zeigt Gefangenenaustausch
15.17 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei Twitter ein Video von einem Gefangenenaustausch veröffentlicht. »Wir werden niemanden, nichts von der Ukraine dem Feind überlassen«, schrieb er dazu. Am Sonntag seien 95 Kämpfer aus russischer Gefangenschaft zurückgekehrt, insgesamt seien es seit Kriegsbeginn 2526 Ukrainer. Selenskyj dankte dem Verhandlungsteam und wie bereits bei vergangenen Mitteilungen den Soldaten, die dafür sorgen, dass es russische Kriegsgefangene für die Austausche gibt.

