Mullahs wollen Kriegsende sofort: Trump nennt Irans Friedensvorschlag “völlig inakzeptabel”
Politik
Mullahs wollen Kriegsende sofortTrump nennt Irans Friedensvorschlag "völlig inakzeptabel"
11.05.2026, 00:26 Uhr Artikel anhören(04:33 min)00:00 / 04:33
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Auf den US-Vorschlag einer Waffenruhe für Friedensverhandlungen antwortet der Iran mit einem Forderungskatalog. Zuerst solle der Krieg enden, dann wolle man verhandeln. US-Präsident Trump reagiert mit harscher Ablehnung.
US-Präsident Donald Trump hat einen iranischen Vorschlag für Friedensgespräche zur Beendigung des Krieges zurückgewiesen. Er habe die Antwort der sogenannten iranischen Repräsentanten gelesen. Er möge sie nicht und finde sie "völlig inakzeptabel", erklärte Trump am Abend auf seiner Plattform Truth Social, ohne weitere Details zu nennen. Dem vorausgegangen war ein US-Vorschlag, die Kämpfe einzustellen, bevor über strittigere Themen wie das iranische Atomprogramm verhandelt wird.
Die iranische Agentur Tasnim meldete, Teheran fordere im Gegenzug ein sofortiges Ende des Krieges an allen Fronten, insbesondere im Libanon. Zudem verlange der Iran einen Stopp der US-Seeblockade, Garantien gegen weitere Angriffe sowie die Aufhebung der Sanktionen, einschließlich des US-Embargos für iranische Ölverkäufe. Einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge bot die Führung in Teheran an, einen Teil ihres hochangereicherten Urans zu verdünnen und den Rest in ein Drittland zu bringen. Pakistan, das in dem Konflikt vermittelt, hatte die iranische Antwort an die USA weitergeleitet.
Vor seiner Ablehnung der iranischen Antwort hatte Trump am Sonntag bei Truth Social geschrieben: "Der Iran hat mit den Vereinigten Staaten und dem Rest der Welt seit 47 Jahren Spielchen gespielt (Verzögerung, Verzögerung, Verzögerung!)." Teheran "lacht unser jetzt wieder großartiges Land aus", fügte er hinzu. "Ihnen wird das Lachen noch vergehen!"
London und Paris entsenden Kriegsschiffe
Trotz der diplomatischen Blockade gab es in der Straße von Hormus eine leichte Entspannung: Der von QatarEnergy betriebene Tanker "Al Kharaitiyat" passierte die Route sicher in Richtung Pakistan. Es war das erste katarische Schiff mit Flüssigerdgas, das die Meerenge durchquerte, seit die USA und Israel den Krieg am 28. Februar begonnen hatten. Zudem fuhr ein unter der Flagge Panamas fahrender Frachter auf einer von den iranischen Streitkräften ausgewiesenen Route durch die Wasserstraße. Die Sicherheitslage in der Region bleibt jedoch fragil. Am Sonntag meldeten die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar und Kuwait den Abschuss oder das Eindringen von Drohnen in ihren Luftraum.
Iran antwortet auf US-VorschlagTeheran signalisiert Zugeständnisse, besteht aber auf Nuklearanlagen
Trump steht unter wachsendem Druck, den Konflikt beizulegen. Der Krieg hat eine weltweite Energiekrise ausgelöst und treibt die Benzinpreise auch in den USA in die Höhe – ein heikles Thema für den Präsidenten knapp sechs Monate vor den Kongresswahlen. Im Inland versuchen die Demokraten, ein Ende des Krieges über das Kriegsvollmachtsgesetz zu erzwingen. Zudem wird Trump in dieser Woche zu einem Besuch in China erwartet. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu betonte derweil, der Krieg sei nicht vorbei. Es müsse noch mehr getan werden, um angereichertes Uran aus dem Iran zu entfernen und die Raketenkapazitäten des Landes anzugehen, sagte er dem Sender CBS. Der beste Weg sei die Diplomatie, militärische Gewalt schloss er jedoch nicht aus.
Auf internationaler Ebene formiert sich unterdessen eine Initiative zur Sicherung der Seewege. Großbritannien und Frankreich kündigten an, Kriegsschiffe in den Nahen Osten zu verlegen, um eine sichere Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu gewährleisten, sobald sich die Lage stabilisiert hat. Der stellvertretende iranische Außenminister Kasem Gharibabadi warnte, eine Stationierung westlicher Kriegsschiffe unter dem Vorwand des Schutzes der Schifffahrt sei eine Eskalation und werde mit Gewalt beantwortet. Der französische Präsident Emmanuel Macron erklärte daraufhin, Frankreich stehe zwar bereit, einen internationalen Einsatz zu unterstützen. Ein militärischer Einsatz zur gewaltsamen Öffnung der Meerenge sei jedoch nie geplant gewesen.

