Karl Lauterbach und seine Corona-Karriere: Die Rolle seines Lebens
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Andreas Chudowski / DER SPIEGEL
Etwas ist schiefgegangen, jemand muss Karl Lauterbach den falschen Ort genannt haben oder die falsche Zeit. Oder beides.
Es ist die erste Novemberwoche, Dienstagmittag, Lauterbach sitzt auf einem Ledersofa im Bundestag, rutscht nach vorn bis zur Kante, rutscht zurück, reibt sich die Knie und wundert sich, dass außer ihm niemand da ist. Eigentlich soll hier gleich, um 13 Uhr, die SPD-Fraktion tagen, im Plenarsaal, wegen der Abstände. Zumindest dachte er das, aber jetzt geht es auf 13 Uhr zu, und von den anderen Abgeordneten ist keiner zu sehen. Lauterbach will das klären, da meldet sich sein Telefon.
»Ja, Lauterbach?«
Ein Journalist ist dran, ein Filmemacher, es geht um das Thema Corona-Impfstoff und die Frage, bei welcher Firma man am besten drehen könne. Lauterbach berät.
»Johnson & Johnson brauchen keine Kühlkette«, sagt Lauterbach.
»Ich würd auf GlaxoSmithKline oder so was gehen.«
Er legt auf und diktiert eine Kurznachricht an seinen Mitarbeiter.
»Hallo Guido, bitte eintragen«, sagt er. Donnerstag, 15 Uhr, Interview zum Thema Kühlketten. Fertig. Wo war er?

