Jens Spahn spekuliert über härtere Corona-Maßnahmen
Icon: vergrößernJens Spahn (im August): »Dann müssen wir das diskutieren«
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Gerade erst hatte die Bundeskanzlerin über mögliche »zusätzliche Maßnahmen« im Winter gesprochen. Nun hat sich auch der CDU-Gesundheitsminister in diese Richtung hin geäußert Jens Spahn schließt angesichts der hohen Infektionszahlen eine Verschärfung der Corona-Beschränkungen nicht aus.
Sollten die Zahlen bis Weihnachten nicht sinken, »dann müssen wir das diskutieren«, sagte Spahn am Montag dem Sender Phoenix. Er plädierte dafür, härtere Maßnahmen für einen kürzeren Zeitraum zu ergreifen. »Der Ansatz, kurz und umfassender, um wirklich einen Unterschied zu machen, ist wahrscheinlich der erfolgreichere.«
Auch eine erneute Schließung des Einzelhandels könne erforderlich sein, sagte Spahn. »Wir müssen das abhängig machen von den nächsten Tagen, ob es uns gelingt, die Zahlen runterzubringen.« Auch künftig würden die Bundesländer individuelle Konzepte verfolgen, was er aufgrund unterschiedlicher Inzidenzzahlen auch für richtig halte. »Wir müssen in Sachsen andere Maßnahmen ergreifen als in Schleswig-Holstein, wenn das Ganze Akzeptanz behalten soll«, sagte der Gesundheitsminister.
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) strebt noch vor Weihnachten eine Einigung auf weitere Schritte zur Eindämmung der Corona-Pandemie an. Mit den bisher ergriffenen Maßnahmen komme man von den auf einem viel zu hohen Niveau stagnierenden Infektionszahlen nicht herunter, so Merkel bei einer Videokonferenz mit der Unionsfraktion im Bundestag.
Sachsen könnte schon ab 14. Dezember in Lockdown gehen
Laut einem Bericht der »Bild«-Zeitung plant das Bundeskanzleramt die Corona-Maßnahmen ab dem 27. Dezember erheblich zu verschärfen. Es sollten demnach mindestens bis zum 3. Januar sämtliche Geschäfte in Deutschland schließen – mit Ausnahme des Lebensmitteleinzelhandels. Um die Regeln durchzusetzen, wolle das Kanzleramt noch in dieser Woche eine Ministerpräsidentenkonferenz organisieren.
Schon sehr bald könnte laut Medienberichten das Bundesland Sachsen einen Vorstoß wagen und den harten Lockdown ausrufen. Unter Berufung auf Regierungskreise berichtet die »Bild«, es werde diskutiert, Geschäfte ab dem 14. Dezember zu schließen. Nur lebensnotwendige Läden sollen – wie im Frühjahr – offen bleiben. Welche das neben Lebensmittelgeschäften genau sind, sei noch unklar. Sachsens Regierungssprecher Ralph Schreiber bestätigte die Berichte zunächst nicht. Er verwies darauf, dass das Kabinett am Dienstag zu den verschärften Corona-Schutzmaßnahmen tagen wolle.
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