Horst Seehofer verbietet rechtsextreme Gruppierung “Sturmbrigade 44”
Icon: vergrößernInnenminister Horst Seehofer
Foto: Christian Spicker / imago images/Christian Spicker
Die rechtsextreme »Sturmbrigade 44« soll aufgelöst werden. Bundesinnenminister Horst Seehofer habe am Dienstag die Gruppierung verboten, teilte dessen Sprecher am Morgen auf Twitter mit. Die Gruppe nennt sich auch »Wolfsbrigade 44«.
»Wer die Grundwerte unserer freiheitlichen Gesellschaft bekämpft, bekommt die entschlossene Reaktion unseres Rechtsstaates zu spüren«, zitiert der Sprecher den CSU-Minister.
Im Sommer 2019 hatte die Bundesanwaltschaft in vier Bundesländern Razzien durchgeführt – unter anderem gegen mutmaßliche Mitglieder in der Gruppe: in Sachsen-Anhalt, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Durchsucht wurden damals elf Wohnungen. Durch die Razzien sollte geklärt werden, wo die Verdächtigen über Waffen verfügten.
Eigene Statuten und klare Hierarchie
Die Gruppe gilt als gewaltbereit. In ihrer Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion teilte die Bundesregierung einige Monate nach den Durchsuchungen mit, bei der »Sturm-/Wolfsbrigade 44« handele es sich um eine rechtsextremistische Gruppierung mit überregionalen Strukturen, insbesondere in Hessen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Die Mitglieder hätten sich eigene Statuten mit klarer Rollenverteilung, einer Hierarchie und einem strengen Verhaltenskodex gegeben.
Die Gruppe verwendet den damaligen Angaben zufolge Begriffe und Ausdrucksweisen, »die im politischen Zusammenhang dem Nationalsozialismus zuzuordnen sind und an dessen Symbole und Bildersprache anknüpfen. Damit stellt sich die Gruppierung bewusst in eine nationalsozialistische Tradition.« Ziel der Gruppierung sei ein »Wiedererstarken eines freien Vaterlandes« nach dem »germanischen Sittengesetz«.
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