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Hendrik Streeck über Corona-Maßnahmen: “Wie lange wollen wir diese Stotterbremse aushalten?”

November 15
14:48 2020
Hendrik Streeck: "Man hätte warten können, wie sich die Situation weiterentwickelt" Icon: vergrößern

Hendrik Streeck: "Man hätte warten können, wie sich die Situation weiterentwickelt"

Foto: Andreas Rentz / Getty Images

SPIEGEL: Herr Streeck, der Impfstoffkandidat von Biontech und Pfizer ist zumindest ein Hoffnungsschimmer in den sonst eher düsteren Prognosen für den anstehenden Corona-Winter. Laut ersten Zwischenergebnissen könnte der Impfstoff zu 90 Prozent wirksam sein. Ist das der entscheidende Durchbruch?

Streeck: Das sind sehr gute Ergebnisse, die mich vorsichtig optimistisch stimmen. Wir müssen jetzt auf die Vorlage der Daten warten. Aktuell wissen wir nur, dass es bei den Geimpften offenbar 90 Prozent weniger symptomatische Fälle gegeben hat als in der Placebogruppe. Wir wissen aber nicht, ob der Impfstoff nur Einfluss auf die Symptome hat, also den Schweregrad der Erkrankung, oder ob er auch tatsächlich vor einer Infektion schützt, die ohne Symptome verlaufen kann. Auch in welcher Altersgruppe dieser Impfstoff wirkt oder nicht wirkt, ist nicht bekannt. Unklar ist auch, wie lange der mögliche Schutz anhalten wird. Wir müssen also abwarten. Ich würde noch keinen Champagner aufmachen.

SPIEGEL: Vor gut zwei Wochen haben Sie gemeinsam mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) eine Stellungnahme veröffentlicht, in der Sie einen Shutdown auch in der aktuell geltenden abgeschwächten Version ablehnen. Warum?

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