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Coronavirus: Stiko empfiehlt AstraZeneca auch für Menschen über 65

March 04
15:28 2021
Der Impfstoff von AstraZeneca kann jetzt auch Älteren geimpft werden Icon: vergrößern

Der Impfstoff von AstraZeneca kann jetzt auch Älteren geimpft werden

Foto: Joerg Boethling / imago images

Die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut empfiehlt den Impfstoff von AstraZeneca nun auch für Personen, die älter als 65 Jahre sind. Das Gesundheitsministerium bestätigte die Änderung in einem Statement. Zuvor hatte die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« (FAZ) darüber berichtet.

Eine entsprechende Stellungnahme sei fertig, heißt es in dem Zeitungsbericht. Nach Ablauf der Abstimmungsfrist innerhalb der Stiko am Donnerstagmittag sollten die Fachgesellschaften und die Bundesländer informiert werden. Dem Gesundheitsministerium zufolge empfiehlt die Stiko weiterhin, die zweite Impfdosis erst nach drei Monaten – und nicht, wie bisher empfohlen, nach sechs Wochen zu verimpfen.

Die Entscheidung dürfte dazu führen, dass auch die Corona-Impfverordnung des Bundesgesundheitsministeriums geändert wird. Mit der Impfung von Älteren könnte dann zeitnah begonnen werden.

Der Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers AstraZeneca war in Deutschland bisher nur für Menschen zwischen 18 und 65 Jahren vorgesehen, weil wichtige Daten für die Altersgruppe ab 65 fehlten. Der Hersteller hatte sich jedoch gegen Vorwürfe gewehrt, dass sein Impfstoff für Ältere nicht wirksam genug sein soll. Nun aber liegen laut »FAZ« neue Untersuchungen vor, die eine hohe Wirksamkeit und Sicherheit auch für Senioren belegen.

Der Impfstoff von AstraZeneca hat in Deutschland einen schwierigen Stand. Denn viele Jüngere, die mit dem Mittel eigentlich geimpft werden könnten, haben Bedenken aufgrund von Berichten über Nebenwirkungen und eine verringerte Wirksamkeit im Vergleich zu anderen Vakzinen. Verbreitet schwand die Akzeptanz, mehr als eine Million Dosen des Impfstoffs lag zuletzt ungenutzt herum – allerdings mit regionalen Unterschieden.

Stiko-Chef Thomas Mertens versicherte Anfang der Woche, der AstraZeneca-Impfstoff sei »sehr gut« und werde »jetzt durch hinzukommende neue Daten noch besser in der Einschätzung«. Er deutete bereits an, dass sich die Abstände zwischen den beiden Impfdosen verlängern könnten.

Studien aus England und Schottland, wo der Impfstoff bereits großflächig auch bei Älteren eingesetzt wird, hatten gezeigt, dass er bereits nach der ersten Dosis eine hohe Wirksamkeit aufweist. Demnach waren die Covid-19-bedingten Krankenhausaufenthalte bei den über 80-Jährigen bereits nach der ersten Impfung um rund 80 Prozent zurückgegangen. In Schottland waren es sogar 94 Prozent.

Einige Länder haben daher die Strategie, die zweite Dosis nicht schon nach sechs Wochen zu impfen, sondern erst nach drei Monaten. Das ist vor allem in Zeiten von Impfstoffknappheit eine gute Nachricht, denn viele Nationen haben die Strategie, zunächst so viele Menschen wie möglich mit der ersten Impfung zu versorgen.

Icon: Der Spiegel

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