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Zwei Tatverdächtige festgenommen: Sechs Tote nach Schüssen in Jugendeinrichtung in Stade

June 29
18:46 2026

Panorama

Zwei Tatverdächtige festgenommenSechs Tote nach Schüssen in Jugendeinrichtung in Stade

29.06.2026, 13:43 Uhr Artikel anhören(00:57 min)00:00 / 00:57

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Im niedersächsischen Stade sind in einer Jugendeinrichtung Schüsse abgegeben worden. Laut Polizei gibt es zunächst fünf Tote. Sie nimmt zwei Tatverdächtige fest. Einer von ihnen soll der Schütze sein. Später verstirbt eine weitere Person im Krankenhaus.

Nach dem Schusswaffenangriff in einer Jugendhilfeeinrichtung im niedersächsischen Stade ist ein sechster Mensch seinen Verletzungen erlegen. Wie die Polizei in Lüneburg mitteilte, starben fünf Menschen vor Ort und ein weiterer später in einem Krankenhaus. Bei allen Todesopfern handelt es sich demnach um Erwachsene. "Es gibt mehrere Menschen, die zum Teil schwer verletzt wurden", sagte eine Polizeisprecherin der dpa. Es sei nicht auszuschließen, dass die Zahl der Todesopfer noch steige. Die Ermittler nahmen zwei Verdächtige fest, darunter auch den mutmaßlichen Schützen.

Nach Informationen der "Hamburger Morgenpost" soll es sich bei den Toten unter anderem um einen Mann und vier Frauen handeln. Das Geschlecht des sechsten Opfers ist noch unbekannt. Zwei Personen seien reanimiert worden, in einem Fall erfolglos. Die fünf vor Ort gefundenen Toten sollen sich alle im Gebäude befunden haben, sagte Polizeisprecher Matthias Bekermann laut "Hamburger Morgenpost".

Zu dem Tötungsdelikt kam es nach Polizeiangaben in einer Jugendhilfeeinrichtung. Dort sind Mutter-Kind-Wohngruppen untergebracht. Nähere Angaben zu der Identität der Toten und der Tatverdächtigen machten die Ermittler zunächst nicht. Offen ist auch noch, welche Rolle die zweite festgenommene Person bei der Tat gespielt haben soll.

nilsKeine Gefahr mehr in Stade"Unklar, warum zweite Person festgenommen wurde"

Das Motiv sei noch weitgehend unklar. Es gehe aber "nicht in Richtung Femizid oder auch politischer Hintergrund", sagte ein Polizeisprecher in Lüneburg der Nachrichtenagentur AFP. Das Motiv für die Gewalttat liege vielmehr "im Umfeld der Jugendhilfeeinrichtung begründet".

Zeuge berichtet von Polizeischüssen auf Fluchtauto

Eine Zeuge sagte Focus online, er habe gegen 12.15 Uhr aus der Richtung der Einrichtung laute Schreie gehört. Kurz danach seien die Schüsse gefallen. Weiter habe er gesehen, wie eine Frau mit einem jungen Mann in einem Auto saß. Sie hätten probiert, von dem Tatort wegzufahren. Ein Polizist habe laut gebrüllt: "Anhalten, stehen bleiben." Doch das Auto sei weitergefahren. Mehrere Polizisten hätten dann auf das Auto geschossen. Es seien mindestens 10 bis 15 Schüsse gefallen, sagte der Zeuge Focus online.

Nach Informationen des "Hamburger Abendblatts" hätten die Täter versucht, in Richtung Haddorf/Düdenbüttel zu flüchten. Nach kurzer Verfolgung sollen sie an der B73 nahe einem Marktkauf-Center überwältigt und festgenommen worden sein.

Polizei und Rettungskräfte sind mit einem Großaufgebot im Einsatz. Sie riefen Menschen auf, den betroffenen Bereich weiträumig zu verlassen und den Anweisungen der Einsatzkräfte zu folgen. "Aktuell besteht keine weitere Gefahr für die Bevölkerung", betonte die Polizeisprecherin.

Auf Bildern von der Umgebung des Tatortes waren zahlreiche Einsatzfahrzeuge und Rettungskräfte zu sehen. Auch Kriminaltechniker in weißen Overalls waren vor Ort.

Ein Sprecher der Stadt Stade sagte, für eine Kindertagesstätte und eine Grundschule in der Nähe der Jugendhilfeeinrichtung habe keine Gefahr bestanden. Auch seien dort die Schüsse nicht zu hören gewesen. Die Stadt habe nach den ersten Meldungen umgehend Kontakt zu den Einrichtungen gesucht. Die Kita-Kinder seien zum Zeitpunkt der Schüsse im Gebäude gewesen, sagte der Stadtsprecher. Eltern konnten ihre Schulkinder inzwischen abholen.

"Wir sind froh, dass es unseren Mitarbeitenden und den Kindern in Kita und Grundschule gut geht und ich bedanke mich bei den Polizistinnen und Polizisten für ihren Einsatz in dieser unübersichtlichen Lage", sagte Stades Stadtrat Carsten Brokelmann in einer Mitteilung.

Der Stadtrat sprach zudem im Namen der Stadtverwaltung seine Anteilnahme aus. "Gleichzeitig gilt unser tiefes Mitgefühl den Opfern dieser schrecklichen Tat sowie deren Hinterbliebenen." Noch seien die Hintergründe der Tat nicht bekannt. Er vertraue darauf, dass diese bald ermittelt würden, sagte Brokelmann in der Mitteilung weiter.

Stade hat knapp 48.700 Einwohner und gehört zur Metropolregion Hamburg und ist auch als westliches Tor zum Alten Land bekannt, dem größten zusammenhängenden Obstanbaugebiet Deutschlands. Die Hansestadt liegt rund 40 Kilometer von Hamburg entfernt.

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