Corona-Pandemie: »Jede Entspannung kann zu einer weiteren Welle führen«
Icon: vergrößernDr. Maria Vittoria Barbarossa
Die Mathematikerin Maria Barbarossa, 35, arbeitet am Frankfurt Institute for Advanced Studies. Die Corona-Berechnungen führt sie mit Experten vom Forschungszentrum Jülich durch.
SPIEGEL: Frau Barbarossa, an Weihnachten und Silvester sind Lockerungen der Corona-Regeln geplant. Wie gefährlich wird das Fest der Liebe?
Barbarossa: Wir sehen in unseren Simulationen, dass jede Entspannung der Maßnahmen zu einer weiteren Welle führen kann. Je mehr Kontakte wir erlauben, desto einfacher kann sich das Virus ausbreiten. Im Best-Case-Szenario fallen durch Schulferien und Urlaub ungefähr so viele Kontakte weg, wie an Heiligabend und Silvester hinzukommen. Dann passiert vielleicht gar nicht so viel. Im schlimmsten Fall könnte es aber unter dem Weihnachtsbaum viele neue Superspreading-Events geben. Dann hätte die Pandemie im Januar eine ganz neue Dynamik. Vergleichbar etwa mit dem, was im März nach den Skiferien und auch nach den Sommerferien passiert ist. Nur dass das Virus diesmal nicht so sehr aus Auslands-Hotspots herrühren würde, sondern aus Inlands-Hotspots.

