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Corona-News am Samstag: Mehr als 12.000 Neuinfizierte und 794 Tote

January 30
12:39 2021
FFP2-Maske in einem Corona-Schnelltestzentrum in Berlin Icon: vergrößern

FFP2-Maske in einem Corona-Schnelltestzentrum in Berlin

Foto: Jörg Carstensen / dpa

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Grütters fordert rasche Öffnung von Museen bei Lockerungen

10.21 Uhr: Wenn die Corona-Maßnahmen gelockert werden, will Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) die Museen schnellstmöglich öffnen. »Die Kultureinrichtungen waren die Ersten, die geschlossen wurden«, sagte Grütters den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Samstag. »Sie dürfen nicht die letzten sein, die wieder öffnen. Das gilt ganz besonders für die Museen.«

Mit ihren Hygiene-Konzepten seien Museen »bestens auf einen Corona-gerechten Publikumsverkehr vorbereitet«, sagte Grütters. Die kulturellen Einrichtungen böten mit ihren Angeboten »geistige Anregungen« und holten so »viele vereinsamte und verstörte Menschen« wieder ins Leben zurück, zeigte sich die Ministerin überzeugt. »Deshalb sollten sie bei den nächsten Lockerungen ganz oben auf der Liste stehen.«

Der derzeitige harte Corona-Lockdown in ganz Deutschland gilt laut Beschluss von Bund und Ländern vorerst noch bis zum 14. Februar. Vor allem wegen der Sorge vor mutierten Coronavirus-Varianten ist unklar, ob es bereits danach zu ersten Lockerungen kommt.

Kanada schränkt Reisen bis zum 30. April ein

10.02 Uhr: Kanada hat in der Corona-Pandemie aus Sorge vor einer Verbreitung der Virusmutationen weitere Reisebeschränkungen erlassen. Ab Sonntag bis mindestens zum 30. April seien Flüge zu Zielen in der Karibik und Mexiko gestrichen, sagte Premierminister Justin Trudeau. Normalerweise fliegen viele Kanadier in den kalten Wintermonaten südwärts.

Alle internationalen Flüge können ab der kommenden Woche nur noch in den Metropolen Toronto, Vancouver, Montreal und Calgary landen, wie Trudeau weiter bekannt gab. Nach der Landung müssten sich Reisende auf das Virus testen lassen und währenddessen bis zu drei Tage auf eigene Kosten in einem Hotel aufhalten. Im zweitgrößten Land der Erde, wo etwa 37 Millionen Menschen leben, haben sich bislang mehr als 765 000 Menschen mit dem Virus infiziert.

Das mexikanische Tourismusministerium warnte nach der Ankündigung vor einer »tiefen Wirtschaftskrise« in der nordamerikanischen Region. »Die mexikanische Regierung hofft, dass die jüngste von Premierminister Justin Trudeau angekündigte Maßnahme so schnell wie möglich zurückgenommen werden kann«, hieß es in einer Mitteilung der Behörde. Der Tourismus trägt 8,7 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt Mexikos bei. Das Land ist ein Mexiko ist ein beliebtes Urlaubsziel für Kanadier.

Ifo-Institut will Prämie für Pharmakonzerne

8.46 Uhr: Ifo-Präsident Clemens Fuest schlägt eine Prämie der Europäischen Union für Pharmaunternehmen vor, die früher Impfstoffe liefern. Die zusätzlichen Kosten könnten sich auf einige Milliarden Euro belaufen, schreibt er in einem gemeinsam mit Daniel Gros vom Brüsseler CEPS-Institut verfassten Papier. »Die Prämien rechnen sich dennoch, denn sie wären immer noch sehr viel günstiger als ein längerer Lockdown wichtiger Teile der EU«, erläutert Fuest. Die Prämie sollte zu Beginn ein Vielfaches des bislang vereinbarten Preises betragen und im Laufe der Zeit sinken. Auf diese Weise hätten die Unternehmen einen starken Anreiz, die Produktion hochzufahren.

US-Seuchenbehörde ordnet das Tragen von Masken im öffentlichen Verkehr an

07.30 Uhr: Die US-Seuchenbehörde CDC hat das Tragen von Masken in öffentlichen Verkehrsmittel angeordnet. Das gelte ab Montag für Flugzeuge, Schiffe, U-Bahnen, Busse, Züge, Taxis und Mitfahrdienste, teilte die CDC mit. Auch an Verkehrsknotenpunkten wie Flughäfen, Bahnhöfen, Haltestellen und Schiffterminals sei ein Mund-Nasen-Schutz Pflicht. Für kurze Zeit, etwa zum Trinken oder Essen, könne der dieser abgenommen werden. Die Verordnung gelte nicht für Kinder unter zwei Jahren oder bei bestimmten medizinischen Indikationen.

Der neue US-Präsident Joe Biden hatte in der vergangenen Woche die Bundesbehörden angewiesen, Maßnahmen zur Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln zu ergreifen. Unter seinem Vorgänger Donald Trump war ein solcher Vorstoß der CDC abgewiesen worden und die Behörde hatte lediglich eine dringende Empfehlung zum Tragen einer Maske abgegeben. Fluggesellschaften und andere Transportmittelbetreiber hatten von ihren Kunden allerdings bereits den Schutz verlangt. Weigert sich ein Passagier, verstößt er nach der Verordnung der Seuchenbehörde nun aber gegen Bundesgesetze, so dass etwa Flugbegleiter oder Schaffner die Pflicht besser durchsetzen können.

Impfkampagne gegen Coronavirus in Bolivien angelaufen

05.00 Uhr: In Bolivien ist die Impfkampagne gegen das neuartige Coronavirus angelaufen. Die Krankenschwester Sandra Ríos Villarte erhielt am Freitag in einer Klinik in Santa Cruz als erste Bolivianerin eine Spritze mit dem russischen Vakzin Sputnik V. Nach ihr wurden Dutzende weitere Mitarbeiter des Krankenhauses geimpft.

Bolivien hatte am Donnerstag die ersten Chargen des russischen Impfstoffs erhalten. Insgesamt hat das südamerikanische Land 5,2 Millionen Dosen des Mittels bestellt. Bolivien hat außerdem einen Vertrag über die Lieferung von fünf Millionen Dosen des Impfstoffs des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca geschlossen und soll fünf Millionen weitere Dosen des Vakzins über das internationale Covax-Programm erhalten.

Boliviens Nachbarland Peru erwartet Anfang Februar die ersten Impfstoff-Lieferungen. Am 9. Februar sollen eine Million Dosen des vom chinesischen Hersteller Sinopharm produzierten Wirkstoffs in Lima eintreffen, wie die Regierung am Freitag ankündigte.

In Kolumbien soll die Impfkampagne am 20. Februar anlaufen. Präsident Iván Duque gab am Freitag als Ziel aus, im ersten Qurtal eine Million Bürger zu impfen.

Seehofer warnt Bundesbürger vor Auslandsreisen

4.00 Uhr: Bundesinnenminister Horst Seehofer hat die von der Bundesregierung beschlossenen Einreiseverbote als zwingend notwendig verteidigt und an die Bevölkerung appelliert, auf sämtliche Reisen ins Ausland zu verzichten. »Das Beförderungsverbot ist eine drastische Maßnahme, aber es ist zum Schutz unserer Bevölkerung absolut notwendig«, sagte der CSU-Politiker der »Augsburger Allgemeinen«. »Es geht um die Abwehr von hochinfektiösen, mutierten Viren«, sagte er. Die Bundesbürger sollten derzeit auf Auslandsreisen generell verzichten: »Im Moment kann ich nur dringend an die Bevölkerung appellieren, jede nicht zwingend notwendige Reise ins Ausland unbedingt zu unterlassen«, sagte der Innenminister. »Ich sehe das in dieser schwierigen Zeit sogar als Bürgerpflicht«, fügte er hinzu.

FDP kritisiert neue Einreisebeschränkungen

03.50 Uhr: FDP-Fraktionsvize Alexander Graf Lambsdorff hat die nationalen Einreisebeschränkungen zum Schutz vor besonders ansteckenden Coronavirus-Varianten kritisiert. »Die Ausbreitung der neuen Corona-Mutanten muss gebremst werden, aber pauschale Einreiseverbote sind nicht der richtige Weg«, sagte Lambsdorff der »Rheinischen Post«. Mutationsgebiete müssten ausgewiesen und klar benannt werden. »Dann muss die Einreise von dort so reduziert werden, dass verbindlich alle Einreisenden noch am Flughafen getestet werden können«, sagte Lambsdorff.

Noch sinnvoller wären nach Ansicht des FDP-Politikers Testungen vor Abflug. »Dass all das bisher trotz zahlreicher Ankündigungen nicht sichergestellt wurde, muss sich die Bundesregierung ankreiden lassen.«

Verlässliche Tests, mehr Sequenzierung und das weitere Hochfahren der Impfkapazitäten seien der Schlüssel, »um die Mutanten auszubremsen und zwingend notwendig für eine Rückkehr zur Normalität«, sagte Lambsdorff. »Ganz wichtig ist, dass wir diese Maßnahmen mit unseren Nachbarn in der EU besprechen, denn wenn es erneut zu einem deutschen Alleingang käme, wäre das kontraproduktiv.«

Aus Sorge vor den Gefahren durch mutierte Coronavirus-Varianten gelten seit Samstag weitreichende Einreisesperren nach Deutschland aus Staaten, in denen diese Varianten stark verbreitet sind. Nach einem Kabinettsbeschluss vom Freitag gilt bei Reisen aus diesen Ländern bis zum 17. Februar ein grundsätzliches Beförderungsverbot für Fluggesellschaften, Bahn-, Bus- und Schifffahrtsunternehmen.

Betroffen sind zunächst Reisende aus Großbritannien, Irland, Portugal, Brasilien und Südafrika. Ausnahmen gibt es für Menschen, die in Deutschland wohnen. Das Verbot soll auch nicht für Transitpassagiere an Flughäfen sowie den Frachtverkehr gelten.

US-Behörden sagen Coachella-Festival erneut ab

03.15 Uhr: Wegen der Corona-Pandemie wird das legendäre Coachella-Festival in Kalifornien erneut abgesagt. Die zuständige Gesundheitsbehörde im Bezirk Riverside County teilte am Freitag mit, dass das für April geplante Festival nicht abgehalten werden könne. Ein möglicher neuer Termin wurde nicht genannt.

Schon zu Beginn der Pandemie – im April 2020 – hatte es einen coronabedingten Aufschub gegeben. Die Veranstalter schoben die Veranstaltung zunächst auf Oktober, aber auch dieser Termin platzte.

Mehr als 125.000 Konzertgänger waren 2020 auf dem Festivalgelände in Indio erwartet worden. Als Hauptacts an sechs Tagen sollten Gruppen und Künstler wie Rage Against the Machine, Travis Scott, Frank Ocean, Lana Del Rey, Big Sean und Calvin Harris auftreten.

Im Zuge der Corona-Pandemie sind seit März 2020 zahlreiche Großveranstaltungen in den USA abgesagt oder verschoben worden, darunter das Wüstenfestival Burning Man im vorigen September.

Dreyer beklagt fehlende Klarheit bei Impflieferungen

02.45 Uhr: Vor dem Impfgipfel von Bund und Ländern an diesem Montag hat die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) den Bund aufgefordert, verlässliche Lieferangaben für Corona-Impfstoffe zu machen.

»Die Menschen brauchen Klarheit, wann sie geimpft werden können, und die Länder brauchen Planungssicherheit durch verlässliche Lieferangaben des Bundes, um Impftermine anbieten zu können«, sagte Dreyer der »Rheinischen Post«. »Beides ist aktuell nicht gegeben. Bund und Länder müssen hier zusammenarbeiten.« Die Länder seien bereit, mögliche neue Produktionsstätten mit schnellen Genehmigungsverfahren zu unterstützen, so Dreyer.

Mit Blick auf das geplante Treffen fügte sie hinzu: »Deswegen sollten am Montag auch die Verbände der Arzneimittelhersteller, forschende Unternehmen wie Biontech, Curevac und Zulieferer wie Schott dabei sein. Wir brauchen verlässliche Lieferpläne und eine Erhöhung der Impfstoffproduktion.« Die Ministerpräsidentin erneuerte ihre Forderung nach einem »nationalen Impf-Plan«, »damit bis Ende September jeder Impfwillige sein Impfangebot hat«.

Habeck fordert Impfstoff-Allianz mit den USA

02.30 Uhr: Grünen-Chef Robert Habeck hat die Bundesregierung aufgefordert, gemeinsam mit dem neuen US-Präsidenten Joe Biden eine Allianz für höhere Impfstoffproduktionen zu schmieden. »Mit der Regierung des neuen US-Präsidenten Joe Biden ist der Moment für eine vertiefte transatlantische Kooperation gekommen«, sagte Habeck der »Rheinischen Post«. Europa und die USA sollten jetzt gemeinsam eine Initiative starten und auf G20-Ebene die Kapazitäten der Pharmaindustrie weltweit zusammenbringen, sagte der Grünen-Chef. »Pfizer ist ein US-amerikanisches Unternehmen. Joe Biden ist ein Transatlantiker, jemand, der in globalen Zusammenhängen denkt. Mit der Biden-Administration kann eine Erhöhung der Impfstoffproduktion gelingen.«

Unionsfraktionschef Brinkhaus plädiert für Verlängerung des Lockdowns

02.15 Uhr: Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) fordert angesichts der Ausbreitung neuer Coronavirus-Varianten eine Verlängerung des Lockdowns über den 14. Februar hinaus. »Besser jetzt noch ein wenig länger etwas härtere Maßnahmen als ein Raus-Rein-Raus-Rein, was letztlich alle zermürbt«, sagte Brinkhaus dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Viele Lockdown-Maßnahmen müssten im Kern vermutlich noch einmal verlängert werden. »Wir müssen die Zahlen jetzt weit herunterbekommen«, so der CDU-Politiker.

Deutschland müsse wegen der Mutation des Virus bei Lockerungen der Maßnahmen sehr vorsichtig sein. »Das, was wir zum Beispiel in Großbritannien und Irland gesehen haben, ist sehr besorgniserregend«, sagte Brinkhaus.

Zugleich kündigte er eine Aufarbeitung der Fehler in Altenheimen während der Coronakrise an. »Wo wir aber eine sehr harte Fehleranalyse bei uns machen müssen, ist im Bereich der Altenheime. Es ist nicht akzeptabel, dass dort so viele Menschen an einer Covid-Infektion gestorben sind.« Zudem sei die Vergabe von Impfterminen für die über 80-Jährigen »zu oft auch nicht gut organisiert gewesen«. Dies habe zu viel Verunsicherung geführt.

Deutschland steht nach Ansicht von Brinkhaus mit den geltenden Freiheitsbeschränkungen und Eingriffen wie Schließung von Schulen und Geschäften im internationalen Vergleich gut da. »Viele Länder in Europa sind auch noch in Lockdown-Maßnahmen – teilweise härter als bei uns. Wir sind in vielen Bereichen immer noch gut aufgestellt.«

Bund und Länder hatten am 19. Januar beschlossen, den Corona-Lockdown in ganz Deutschland bis zum 14. Februar zu verlängern und zugleich in einigen Bereichen zu verschärfen.

Stiko-Vorsitzender verteidigt Altersvorgabe für AstraZeneca-Impfstoff

01.40 Uhr: Nach der europäischen Zulassung des Corona-Impfstoffes von AstraZeneca hat der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko) die von seinem Gremium empfohlene Altersvorgabe verteidigt. Die Daten von AstraZeneca seien nicht ausreichend, um die Wirksamkeit der Impfung in der Altersgruppe ab 65 Jahre beurteilen zu können, sagte Thomas Mertens am Freitagabend bei einer Videoschalte des Science Media Center. Man brauche weitere Informationen dazu, wie gut der Impfstoff auch ältere Menschen vor Covid-19 schütze.

Das Präparat von AstraZeneca werde »aktuell aufgrund der derzeit verfügbaren Daten nur für Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren empfohlen«, hatte die am Robert Koch-Institut (RKI) angesiedelte Impfkommission. »Wir haben nicht die Qualität des Impfstoffs bewertet, sondern die Qualität der Daten«, so Mertens. Der Virologe fügte hinzu, dass die Stiko ihre Empfehlungen nach dem Einreichen weiterer Daten zur Effizienz bei älteren Menschen aktualisieren werde. Gleichzeitig sagte er, dass die Sicherheit des Impfstoffs außer Zweifel stehe.

Clemens Wendtner, Chefarzt an der München Klinik Schwabing, sprach in der Videoschalte angesichts der Zulassung von einem guten Tag für die Impfkampagne. Nun stehe – neben den bereits zuvor zugelassenen Präparaten von Pfizer/Biontech und Moderna – ein dritter Impfstoff zur Verfügung, der effizient und sicher sei. Zudem sei das Präparat von AstraZeneca massentauglich, weil es von Hausärzten verabreicht werden könne. Für die beiden anderen Impfstoffe sind dagegen Kühlketten erforderlich.

Wendtner sagte, im Kampf gegen die Corona-Pandemie gehe es nun darum, möglichst schnell möglichst viele Menschen zu impfen. Die EU-Kommission hatte den AstraZeneca-Impfstoff am Freitagabend für Personen ab 18 Jahren ohne Altersbeschränkung zugelassen.

Moderna bittet US-Behörde um Erhöhung der Vakzindosen pro Ampulle

01.20 Uhr: Der US-Pharmakonzern Moderna bittet einem Medienbericht zufolge die Arzneimittelbehörde FDA darum, zusätzlich bis zu fünf Vakzindosen in einer Ampulle abfüllen zu dürfen. Damit wolle das Unternehmen einen Engpass bei der Herstellung abfedern, berichtet »CNBC« unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertrauten Person. In dem Fall einer Genehmigung könnte Moderna 15 Impfstoffdosen in einer Ampulle liefern. Bislang hat das Unternehmen eine Erlaubnis für zehn Dosen.

WHO-Experten treffen Behördenmitarbeiter und besuchen Krankenhaus in Wuhan

0.15 Uhr: Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben in der chinesischen Millionenmetropole Wuhan im Rahmen ihrer Untersuchungen zu den Ursprüngen der Corona-Pandemie mehrere Treffen absolviert. Nach Gesprächen mit Behördenvertretern besuchten sie am Freitag unter anderem ein Krankenhaus, in dem die ersten Covid-19-Patienten behandelt worden waren.

In Wuhan war Ende 2019 der weltweit erste Infektionsherd des damals neuartigen Erregers festgestellt worden, an dem inzwischen mehr als 2,1 Millionen weltweit starben.

»Wir sind in dem Krankenhaus, in dem einige der ersten bekannten Fälle von Covid-19 behandelt wurden, und treffen uns mit den Ärzten und Mitarbeitern, die diese Arbeit geleistet haben, und führen eine offene Diskussion über die Details ihrer Arbeit«, twitterte WHO-Teammitglied Peter Daszak, der Präsident der EcoHealth Alliance ist – einer globalen Nichtregierungsorganisation, die sich auf die Prävention von Infektionskrankheiten konzentriert.

Der genaue Ablauf der WHO-Forschungsarbeit in Wuhan wird von den chinesischen Behörden nicht kommuniziert. Laut WHO plant das internationale Expertenteam auch Besuche des Wuhan-Instituts für Virologie sowie des Huanan-Markts. Dieser weiterhin geschlossene Markt gilt als Ursprungsort der Pandemie.

Die meisten Wissenschaftler gehen davon aus, dass Fledermäuse die ursprünglichen Wirte des neuartigen Coronavirus waren und dieses auf dem Huanan-Markt auf den Menschen übertragen wurde. Ungeklärt ist aber, welches Tier bei der Übertragung auf den Menschen als sogenannter Zwischenwirt diente.

Die WHO-Experten waren vor zwei Wochen in Wuhan gelandet, mussten aber zunächst in Quarantäne. Ihre 14-tägige Isolation endete am Donnerstag.

Die WHO-Mission ist hochbrisant, weil dabei mögliche Versäumnisse der chinesischen Behörden in den Anfängen der Pandemie in den Fokus rücken könnten. Zunächst hatte Peking eine unabhängige internationale Untersuchung der Ursprünge des Virus verweigert. Später schwenkte die chinesische Regierung um und verbreitete Thesen, dass das Virus seinen Ursprung in anderen Ländern habe.

Icon: Der Spiegel

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