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Corona-News am 1.3.: Mehr als 50 Millionen US-Bürger haben Erstimpfung bekommen

March 02
04:36 2021
Drive-in-Impfung in Los Angeles: Zuletzt wurden in den USA täglich 1,7 Millionen Menschen vakziniert Icon: vergrößern

Drive-in-Impfung in Los Angeles: Zuletzt wurden in den USA täglich 1,7 Millionen Menschen vakziniert

Foto: ETIENNE LAURENT / EPA

Das war das Corona-Update am Montag.

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Twitter will stärker gegen Falschinformationen über Impfungen vorgehen

22.10 Uhr: Twitter hat ein stärkeres Vorgehen gegen die Verbreitung falscher Informationen über Corona-Impfungen angekündigt. Ab sofort würden Tweets, die irreführende Informationen rund um das Thema enthalten könnten, entsprechend gekennzeichnet, teilte der Kurznachrichtendienst mit.

Twitter hatte in der Frühphase der Pandemie im vergangenen Jahr zunächst seine Definition zu »schädlichen« Inhalten ausgeweitet und dann ein härteres Vorgehen gegen Tweets mit falschen Informationen über das Coronavirus angekündigt. Seit der Einführung der neuen Corona-Richtlinie hat das Unternehmen nach eigenen Angaben weltweit mehr als 8400 Tweets entfernt und Maßnahmen gegen 11,5 Millionen Konten ergriffen.

Frankreich will auch über 65-Jährige mit AstraZeneca impfen

22 Uhr: Im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie weitet die französische Regierung die Anwendung des Impfstoffs von AstraZeneca aus. Auch Menschen in der Altersgruppe von 65 bis 75 Jahren können nun den Impfstoff dieses Herstellers erhalten, falls sie beispielsweise an Diabetes oder Bluthochdruck leiden, kündigte Gesundheitsminister Olivier Véran im TV-Sender France 2 an. Von der Ausweitung seien potenziell rund 2,5 Millionen Franzosen betroffen.

In Frankreich hatte die oberste Gesundheitsbehörde bisher empfohlen, den Impfstoff des britisch-schwedischen Konzerns AstraZeneca vorzugsweise bei Erwachsenen unter 65 Jahren einzusetzen. Auch in Deutschland wird dies so gehandhabt. Frankreich mit seinen rund 67 Millionen Menschen ist stark von der Covid-19-Pandemie betroffen, es starben nach Behördenangaben bereits über 86.000 Menschen.

Tschechien startet Corona-Massentests in Unternehmen

21.35 Uhr: Tschechien ordnet verpflichtende Corona-Massentests in allen mittleren und großen Unternehmen an. Das beschloss die Regierung auf einer Kabinettssitzung. Innerhalb der nächsten zwei Wochen sollen rund 2,1 Millionen Arbeiter und Angestellte mindestens einmal getestet werden. Danach gelten wöchentliche Intervalle. Ausgenommen sind Kleinbetriebe mit weniger als 50 Beschäftigten.

Für Firmen und Mitarbeiter ist die Teilnahme obligatorisch. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten der Corona-Antigen-Tests. Alternativ können auch Selbsttests zum Einsatz kommen, die mit umgerechnet rund zweieinhalb Euro je Test bezuschusst werden. Bei Missachtung drohen den Unternehmen empfindliche Geldstrafen.

Die Regierung reagiert damit auf Forderungen, stärker gegen die Ausbreitung des Coronavirus in Büros und Fabrikhallen vorzugehen. Der Gewerkschaftsdachverband CMKOS hatte sich für eine einwöchige Zwangs-Betriebspause über Ostern ausgesprochen.

In Tschechien wurden seit Beginn der Pandemie 1,2 Millionen Corona-Infektionen registriert – angesichts der Einwohnerzahl von 10,7 Millionen ein extrem hoher Wert. Offizielle Kennzahlen zur 7-Tage-Inzidenz werden nicht veröffentlicht, Berechnungen ergeben aber eine Zahl von rund 770 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen 7 Tagen. Das entspricht mehr als dem Zehnfachen des deutschen Werts.

Österreich plant Lockerungen trotz steigender Infektionszahlen

21 Uhr: Österreich will der Gastronomie zu Ostern das Öffnen der Außenbereiche erlauben. Das teilte die Regierung mit. Jugend- und Schulsport soll bereits ab Mitte März wieder erlaubt sein und auch für Kultur und Tourismus gebe es Öffnungsperspektiven, berichtete die Nachrichtenagentur APA.

Die Regierung setze dabei auf eine regionale Strategie, bei der je nach Infektionsgeschehen unterschiedlich stark gelockert werden soll. Eine Sonderregelung gebe es für das Bundesland Vorarlberg, wo die Inzidenzzahlen derzeit am niedrigsten sind. Bundeskanzler Sebastian Kurz versprach dort »sehr deutliche Schritte« in Kultur, Sport und Gastronomie bereits ab Mitte März.

Seit Montag werden in Österreich kostenlose Corona-Schnelltests verteilt. Jeder Österreicher über 15 Jahre kann sich in den Apotheken des Landes fünf Tests pro Monat abholen. In der ersten Woche sollten rund drei Millionen Tests für 600.000 Personen zur Verfügung stehen. Zuletzt war die Zahl der Corona-Infektionen in dem Land wieder leicht angestiegen.

Altmaier macht Unternehmen Hoffnung

19.44 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier macht Unternehmen Hoffnung auf baldige Corona-Lockerungen. Noch im März könne es weitere Öffnungen von zwangsweise geschlossenen Unternehmen geben, sagte der CDU-Politiker am Montagabend bei einer virtuellen Veranstaltung des Mittelstandsverbands BVMW. »Wir brauchen eine klare Perspektive.« Dies gelte besonders für die Gastronomie und den Einzelhandel.

Es müsse Corona-Lockerungen geben, trotzdem gleichzeitig eine dritte Infektionswelle verhindert werden, ergänzte Altmaier, der zuletzt mit zahlreichen Verbänden und den Wirtschaftsministern der Bundesländer ein Konzept für Öffnungen erarbeitet hat. Dies werde hoffentlich am Mittwoch bei den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten zur Corona-Lage in die Ergebnisse einfließen. Die Umstände vor Ort müssten stärker ins Visier genommen werden, so Altmaier. Dabei könne es keine Orientierung mehr nur an einer bestimmten Infektionszahl geben, auch die Lage der Gesundheitsämter und Krankenhäuser müsse berücksichtigt werden.

Spahn warnt vor schnellen Lockerungen

18.43 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat vor raschen Lockerungen der Corona-Regeln gewarnt. »Wir würden es uns allen nicht verzeihen, aber Sie auch Ihrer Regierung nicht, wenn wir jetzt zu schnell lockerten und auf einmal in vier oder sechs Wochen wieder vor ganz anderen Fragen stünden«, sagte er am Montagabend bei einer Veranstaltung des Mittelstandsverbands BVMW. Auch er habe das Bedürfnis, einen Plan für Schritte zu mehr Normalität zu haben. »Aber wir schaffen gerade halt nur eine schwierige Balance«, räumte Spahn ein. Lockerungen könnten nur Schritt für Schritt passieren, allein die Öffnung von Schulen und Kitas führe zu Millionen Bewegungen jeden Tag.

Zugleich zeigte sich der Minister optimistisch. »Wir haben den Weg raus aus der Pandemie begonnen«, sagte er. Dies könne das letzte Frühjahr in der Corona-Pandemie sein, möglicherweise habe man im April das Schlimmste hinter sich. Gerade beim Testen gebe es mit Schnell- und Selbsttests große Fortschritte, die auch konkrete Situationen im Alltag absichern könnten – Gastronomie- und Kinobesuche genauso wie Familientreffen. Auch das Impfen machen einen Unterschied, so gehe die Zahl der Krankenhausaufenthalte von Über-80-Jährigen deutlich zurück.

WHO: Weltweite Corona-Zahlen steigen wieder

18.19 Uhr: Die weltweit gemeldeten Corona-Infektionszahlen steigen wieder. Nach sechs Wochen mit sinkender Tendenz gebe es nun wieder einen Zuwachs, sagte der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, am Montag in Genf. Abgesehen von Afrika und der Region im westlichen Pazifik sei überall ein Aufwärtstrend zu beobachten. »Das ist enttäuschend, aber nicht überraschend.« Ursachen könnten die Corona-Lockerungen und die ansteckenderen Varianten des Virus sein – »und dass die Menschen weniger vorsichtig werden«, sagte Tedros.

Der WHO-Chef ermahnte die internationale Gemeinschaft erneut, nicht allein auf Impfungen zu setzen. Grundsätzliche Hygieneregeln seien weiterhin Fundament der Pandemie-Bekämpfung. Erfreulich sei, dass endlich die Impfung von medizinischem Personal in den ärmeren Ländern begonnen habe, zum Beispiel in Ghana und der Elfenbeinküste. Bis Ende Mai erwarte die WHO, dass 237 Millionen Dosen Impfstoff zur Verteilung in 142 ärmeren Ländern bereitstünden. Tedros fügte hinzu: »Es ist bedauerlich, dass dies beinahe drei Monate nach dem Impfstart in manch besonders reichen Ländern passiert.«

Gesundheitsamt schickt Regensburg in Quarantäne – DFB verlegt Pokalspiel gegen Bremen

17.42 Uhr: Nach mehreren Corona-Fällen stellt das Gesundheitsamt Regensburgs Kader unter Quarantäne. Wie der DFB am Abend bestätigte, wird das Pokalspiel gegen Bremen am Dienstagabend nicht stattfinden. Lesen Sie hier mehr.

Israel erwägt Kauf von 36 Millionen Auffrischungsimpfungen

17.34 Uhr: Israel erwägt den Kauf von 36 Millionen Covid-19-Auffrischungsimpfungen. Das gibt Ministerpräsident Benjamin Netanyahu bekannt. Das wäre dreimal so viel wie das Land bereits erworben hat. Die Dosen würden für den Fall gelagert, dass Auffrischungsimpfungen im späteren Jahresverlauf benötigt würden.

Wissenschaftler haben die Möglichkeit von regelmäßigen Auffrischungsimpfungen angeregt, um mit den Coronavirus-Mutationen fertig zu werden.

Merkel lehnt öffentliche Impfung mit AstraZeneca ab

17.25 Uhr: Mit der erwarteten Lieferung von mehr als einer Million Dosen des AstraZeneca-Impfstoffs könnte sich der Impfstau in den Bundesländern bis Ende der Woche nochmals vergrößern. Bis Donnerstag sollen knapp 1,1 Millionen Dosen des Vakzins geliefert werden, insgesamt erhöht sich die Liefermenge damit auf fast 3,2 Millionen, wie aus Zahlen des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Bis einschließlich Sonntag haben nach Zahlen des Robert Koch-Instituts aber nur rund 455.000 Menschen eine Impfung mit dem Präparat des britisch-schwedischen Herstellers erhalten.

In der Frage nach der öffentlichen Impfung von Politikerinnen und Politikern, um das Image des AstraZeneca-Impfstoffs aufzupolieren, zeigte sich die Bundesregierung zurückhaltend. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will sich derzeit nicht im Fernsehen mit AstraZeneca-Impfstoff impfen lassen, wie Seibert deutlich machte. Das hatte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, vorgeschlagen.

Seibert erläuterte, Merkel habe immer wieder gesagt, sie lasse sich dann impfen, wenn sie an der Reihe sei. Merkel sei zudem 66 Jahre alt, und derzeit sei der Impfstoff nur für Unter-65-Jährige empfohlen, so Seibert. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hingegen würde sich »sofort mit AstraZeneca impfen lassen«, wie er der Deutschen Presse-Agentur sagte. Sowohl Seibert als auch Müller wiesen auf die Sicherheit des Impfstoffs hin.

62 Prozent der Russen wollen sich nicht mit Sputnik V impfen lassen

17.01 Uhr: 62 Prozent der Russen wollen sich einer Umfrage zufolge nicht mit dem heimischen Vakzin Sputnik V impfen lassen. Am meisten Widerstand gibt es in der Gruppe der 18- bis 24-Jährigen, wie die Befragung durch das Meinungsforschungsinstitut Levada Center ergibt. Als Grund werden demnach vor allem mögliche Nebenwirkungen genannt. Ferner äußern 64 Prozent der Befragten die Einschätzung, dass das neue Coronavirus künstlich hergestellt worden sei als biologische Waffe. Lesen Sie hier mehr über die weltweite Impfstoff-Verteilung.

Arzthelferin mit Corona-Mutation infiziert – Bis zu 600 Kontakte

16.17 Uhr: Eine Arzthelferin in Düsseldorf, die mit der hochansteckende Coronavirus-Mutante B.1.1.7 infiziert wurde, hatte zu noch mehr Menschen Kontakt als bislang bekannt. Sie sei mit bis zu 600 Personen in Kontakt gekommen, teilte die Stadt Düsseldorf am Montag auf Anfrage mit. Am Wochenende war von 450 möglichen Kontaktpersonen die Rede.

Die Frau soll zeitweise ohne Schutzmaske und trotz Krankheitssymptomen gearbeitet haben. Die Arztpraxis wurde geschlossen. Von den rund 600 möglichen Kontakten seien bis Montag 60 Prozent telefonisch erreicht worden. Jeder Einzelfall werde geprüft und je nach Kontakt wird für die Personen Quarantäne verordnet.

Wenn sich der Verdacht bestätigt, dass die Fachangestellte keine Maske getragen hat, habe sie gegen die Coronaschutz-Verordnung verstoßen. Strafrechtliche Konsequenzen würden derzeit geprüft. Die britische Virus-Mutation B.1.1.7 gilt als deutlich ansteckender als das ursprüngliche Virus (Eine ausführliche Analyse des aktuellen Infektionsgeschehens lesen Sie hier).

Oberbürgermeister fordern Lockerungen für Kommunen mit niedrigen Inzidenzen

15.50 Uhr: In Tübingen liegt die Inzidenz seit Wochen unter 50 – lockern darf Oberbürgermeister Palmer die Corona-Regeln trotzdem nicht. Gemeinsam mit Amtskollegen verlangt er nun einen radikalen Strategiewechsel. Lesen Sie hier mehr.

AstraZeneca-Impfstau droht weiterzuwachsen

15.40 Uhr: Mit der erwarteten Lieferung von über einer Million Dosen des AstraZeneca-Impfstoffs könnte sich der Impfstau in den Bundesländern bis Ende der Woche vergrößern. Bis Donnerstag sollen knapp 1,1 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca geliefert werden, insgesamt erhöht sich die Liefermenge damit auf fast 3,2 Millionen, wie aus Zahlen des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Bis einschließlich Sonntag haben nach Zahlen des Robert Koch-Instituts aber nur rund 455.000 Menschen eine Impfung mit AstraZeneca erhalten. Davon sind rund 91.000 Menschen am Samstag und Sonntag geimpft worden.

Trotz großer Mengen zunächst ungenutzten Impfstoffs will die Bundesregierung das Präparat von AstraZeneca nicht für Impfungen jenseits der festgelegten Vorranggruppen freigeben. Warum sich die AstraZeneca-Impfstoffe in den Kühlschränken der Impfzentren stapeln, ist seit Tagen unklar.

Chaos in Indien bei Freigabe der Corona-Impfungen für alle über 60

15.05 Uhr: Indiens Premierminister Narendra Modi ist am Montag gegen Covid-19 geimpft worden. Die medienwirksam in Szene gesetzte Injektion mit dem in Indien entwickelten Impfstoff Covaxin wurde überschattet von einem Fehler im Online-Buchungssystem für Termine: Tausende Menschen im ganzen Land wurden an Impfzentren abgewiesen, obwohl sie eigentlich einen Termin hatten.

Die indische Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, 300 Millionen Menschen bis Ende Juni zu impfen. Seit Beginn der Impfkampagne im Januar haben allerdings erst 14 Millionen Menschen eine Injektion bekommen, hauptsächliche Mitarbeiter des Gesundheitswesens und der Sicherheitskräfte. Der Covaxin-Impfstoff war als zweites Vakzin im Land zugelassen worden – obwohl die Daten von klinischen Tests noch nicht vollständig veröffentlicht wurden.

Berlins Bürgermeister fordert neue Impfverordnung

14.54 Uhr: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat eine umgehende Änderung der Impfverordnung gefordert. »Gerade vor dem Hintergrund der steigenden Infektionszahlen dürfen wir jetzt keine Zeit mehr verlieren«, sagte Müller am Montag dem »Tagesspiegel«. Der Bund solle möglichst »noch diese Woche« die Impfverordnung anpassen, »damit Arztpraxen schon früher Impfungen vor allem für chronisch Kranke anbieten können«. Die Änderung solle bundeseinheitlich gelten.

Zahl der Corona-Invensivpatienten steigt wieder leicht

14.31 Uhr: Die Zahl der in Krankenhäusern registrierten Corona-Intensivpatienten steigt wieder leicht. Nach Angaben des Divi-Melderegisters waren es am Mittag 2862 Patienten. Am Vortag waren es 2834.

Bundesregierung lehnt Freigabe von AstraZeneca-Impfstoff für alle ab

14.26 Uhr: Die Bundesregierung weist die Forderung von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zurück, dass der Impfstoff von AstraZeneca für alle freigegeben werden sollte. Ein Regierungssprecher betont zudem, dass es ganz unterschiedliche Gründe gebe, wieso noch nicht alle Impfdosen verimpft seien. Lesen Sie hier mehr.

Altmaier hält Lockerungen auch bei höherer Inzidenz für möglich

14.17 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will auch bei höheren Infektionszahlen Corona-Einschränkungen zurücknehmen. »Oberhalb einer Inzidenz von 50 Infektionen je 100.000 Einwohner eines Bundeslandes, eines Landkreises oder einer kreisfreien Stadt sind Lockerungen zulässig, wenn sie in Verbindung mit zusätzlichen Schutzmaßnahmen im Einzelfall vertretbar sind«, heißt es in einem Papier des CDU-Politikers, das Reuters am Montag vorlag und worüber das »Handelsblatt« zuerst berichtet hatte.

Schnelltests werden unter anderem als zusätzliche Maßnahme genannt. »Das Erreichen einer generellen bundesweiten oder regionalen Inzidenz von 35 oder darunter wird unter der Voraussetzung der zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen derzeit nicht für erforderlich gehalten.«

Eigentlich hatten sich Bund und Länder darauf verständigt, dass weitere Lockerungen erst bei einer stabilen Inzidenz von unter 35 möglich sein sollen. Aktuell liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland bei knapp 66 – es gibt also 66 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen einer Woche.

Ghanas Präsident bekommt weltweit erste Covax-Impfung

13.18 Uhr: Ghanas Präsident Nana Akufo-Addo hat als erster Mensch weltweit von der internationalen Covax-Impfinitiative profitiert. Er wolle mit gutem Beispiel vorangehen und allen Menschen in Ghana zeigen, dass die Impfung gegen das Coronavirus sicher sei, sagte der 76-Jährige am Montag, bevor er vor laufenden Kameras eine erste Spritze des AstraZeneca-Impfstoffs erhielt. Anschließend wurde auch Akufo-Addos Frau Rebecca geimpft.

Die Covax-Initiative setzt sich für eine faire weltweite Verteilung der Corona-Vakzine ein. Sie will sicherstellen, dass noch in diesem Jahr in jedem Land – darunter vor allem in den armen Staaten – die am stärksten gefährdeten 20 Prozent der Bevölkerung gegen Covid-19 geimpft werden können.

Bulgarien öffnet Gastronomie

13:15 Uhr: In Bulgarien haben Cafés und Restaurants seit Montag nach dreimonatigem Corona-Lockdown unter Auflagen wieder geöffnet. An einem Tisch dürfen höchstens sechs Kunden Platz nehmen. Das Personal muss Mund-Nasen-Schutz tragen. Die von Regierungschef Boiko Borissow seit Wochen versprochene Öffnung der Gastronomie erfolgte trotz steigender Corona-Fallzahlen.

Am Sonntag zählte das 6,9-Millionen-Einwohner-Land mehr als 31.00 Infizierte, etwa 4700 mehr als vor einer Woche. Seit Beginn der Pandemie starben in Bulgarien mehr als 10.000 Menschen mit oder an dem Virus.

Corona-Selbsttests ab kommender Woche bei Drogeriekette dm erhältlich

13.11 Uhr: Bei der Drogeriemarktkette dm können Kundinnen und Kunden ab kommender Woche Corona-Schnelltests zur Selbstanwendung kaufen. Die Tests seien »voraussichtlich« ab dem 9. März erhältlich, sofern der Hersteller die Lieferzusagen einhalte, teilte das Unternehmen am Montag mit. Die Tests würden »so günstig wie möglich« angeboten, hieß es. Auf Nachfrage wollte die Kette jedoch noch »keine genauen Angaben zum Verkaufspreis« machen, da dazu noch Gespräche liefen.

Verdi besteht auf Schutz für Beschäftigte bei Corona-Öffnungen

13.09 Uhr: Vor den Bund-Länder-Beratungen zu möglichen weiteren Öffnungen des Corona-Shutdowns pocht die Gewerkschaft Verdi auf Schutz für die Beschäftigten. Auch wenn jetzt durch eine Reihe von Wirtschaftsverbänden massiver Druck aufgebaut werde, müsse die Begrenzung des Infektionsgeschehens weiterhin Priorität haben, sagte der Vorsitzende Frank Werneke.

Nötig sei endlich eine Schutzstrategie etwa für Erzieherinnen und Erzieher sowie Mitarbeiter im Einzelhandel. Es sei gut, dass Beschäftigte in Kitas und Schulen nun früher geimpft werden sollten, sagte Werneke. »Jetzt müssen die Länder aber Tempo machen, damit die Einrichtungen den Kindern wieder ohne unvertretbare Risiken offenstehen können.«

Oberstes Gericht in Israel verbietet Ortung von Infizierten

12.59 Uhr: In Israel hat das Oberste Gericht der Regierung die pauschale Nutzung der Handy-Ortung von Coronavirus-Infizierten untersagt. Die Maßnahme sei ein schwerer Verstoß gegen die bürgerlichen Freiheiten, erklärt das Gericht. Es sei zu befürchten, dass die als vorübergehende Notmaßnahme eingeführte Handyortung allmählich zur Dauereinrichtung werde.

Das Gericht gab der Regierung bis zum 14. März Zeit, den wahllosen Einsatz der Überwachung zu beenden und ihn auf bestätigte Coronavirus-Infizierte zu beschränken, die eine epidemiologische Befragung verweigerten.

Zur Pandemie-Eindämmung hat der Geheimdienst Schin Bet die Überwachungstechnologie seit März 2020 eingesetzt. Dabei wurden zur Kontaktermittlung Standorte von Infizierten mit Handydaten anderer Personen in der Nähe abgeglichen. Bürgerrechtsgruppen zogen dagegen vor Gericht.

Händler pochen in Brief an Merkel auf Öffnung

12.47 Uhr: Deutschlands Elektronikhändler haben in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Dringlichkeit für ein baldiges Öffnen ihrer Geschäfte untermauert. »Für immer mehr Unternehmer ist die Entwicklung existenzgefährdend«, heißt es in dem Schreiben an die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten der Länder, den die Chefs von Conrad Electronic, Euronics, Media Markt, Saturn und weiteren Firmen unterschrieben haben. Nach ihrer Auffassung besteht im Einzelhandel kein erhöhtes Infektionsrisiko. Ein sicheres Einkaufen sei möglich – auch vor Erreichen des Inzidenzwerts von 50.

Seit Mitte Dezember sind die Elektronikgeschäfte – wie weite Teile des Einzelhandels auch – geschlossen. Seither hat die Branche hierzulande dem Schreiben zufolge etwa zwei Milliarden Euro an Einnahmenverlusten hinnehmen müssen. »Wir fordern eine sofortige Öffnung des stationären Technik-Einzelhandels unter Einhaltung aller notwendigen Hygiene- und Gesundheitsschutzmaßnahmen«, so die Autoren.

Impfstart für Erzieher und Lehrer in NRW am 8. März

12.46 Uhr: Am kommenden Montag soll es losgehen: Lehrkräfte und Kita-Personal in Nordrhein-Westfalen sollen ab dem 8. März geimpft werden. Die Landesregierung feiert das bereits als »Befreiungsschlag«. Lesen Sie hier mehr.

Neue Software hilft bei Vermittlung von Rest-Impfstoff

12.28 Uhr: Um übrig gebliebenen, bereits aufgetauten Biontech-Impfstoff noch an die Leute bringen zu können, nutzt das Impfzentrum der Stadt Duisburg eine neu entwickelte Software namens »Impfbrücke«. Aus einer Liste von Impfwilligen aus der jeweils priorisierten Gruppe werden dabei per Zufallsgenerator Personen ausgewählt und per SMS angeschrieben, wie Stadtsprecherin Anja Kopka am Montag berichtete. Wer das Angebot annehme, könne sich noch am selben Tag impfen lassen. »Es geht um etwa 15 Dosen am Tag.« Die Erfahrungen seien gut.

Zuvor hatte der »Kölner Stadt-Anzeiger« über die in Köln entwickelte Software berichtet. »Für jede Impfdosis verschickt das Programm derzeit SMS an drei Personen gleichzeitig«, sagte Manuel Hüttel von dem Software-Start-up »Lit labs« der Zeitung. »Wer zuerst zusagt, bekommt den Termin. Hat nach 30 Minuten keiner reagiert, werden drei neue Personen kontaktiert.« In Duisburg sei ein Prototyp des Systems im Einsatz.

Finnland erklärt nach Anstieg von Mutationen den Notstand

12.21 Uhr: Die finnische Regierung erklärt den Notstand als Folge des starken Anstiegs von Infektionen mit Mutanten des Coronavirus. Damit hat die Regierung das Recht, Restaurants zu schließen und andere Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Erregers zu ergreifen. Finnland ist von allen europäischen Ländern bislang am geringsten von der Pandemie betroffen. Bislang wurden 58.064 Infektionen gezählt und 742 Todesfälle verzeichnet.

Österreich startet Verteilung von kostenlosen Corona-Schnelltests

11.54 Uhr: In Österreich werden seit Montag kostenlose Corona-Schnelltests verteilt. Jeder Österreicher über 15 Jahre kann sich in den Apotheken des Landes fünf Tests pro Monat abholen. Allerdings hat die Regierung dazu aufgerufen, nicht gleich zum Start der Aktion die Apotheken zu stürmen.

In der ersten Woche sollten rund drei Millionen Tests für 600.000 Personen zur Verfügung stehen, erklärte die Apothekerkammer am Montag nach Angaben der Nachrichtenagentur APA. In der kommenden Woche solle sich die Zahl der bereitstehenden sogenannten »Nasenbohrer-Tests« verdoppeln. Die Aktion gilt für Menschen über 15 Jahren, weil Jüngere in Österreich seit einiger Zeit in den Schulen an regelmäßigen kostenlosen Schnelltests teilnehmen können.

Tschechische Polizei patrouilliert an Bezirksgrenzen

11.36 Uhr: Das Extrem von der Corona-Pandemie betroffene Tschechien hat die Bewegungsfreiheit seiner Bürger für mindestens drei Wochen massiv eingeschränkt. Die Menschen dürfen ihren Bezirk nur noch in Ausnahmefällen verlassen. Am Montagmorgen begann die Polizei mit scharfen Kontrollen auf Straßen und in Zügen.

In Zweifelsfällen wollen die Beamten zu Beginn noch Nachsicht walten lassen. Wenn aber jemand offensichtlich die Regeln missachte, werde das selbstverständlich bestraft, betonte ein Polizeisprecher. Dazu sei es auch schon gekommen, für eine Bilanz sei es aber noch zu früh. Es drohen Bußgelder in Höhe von umgerechnet knapp 400 Euro. Mancherorts kam es wegen der Kontrollen zu Staus.

DFB-Pokalspiel droht Absage

11.34 Uhr: Obwohl Trainer Mersad Selimbegovic positiv auf das Coronavirus getestet wurde, spielte Jahn Regensburg am Freitag gegen Paderborn. Nun gibt es weitere Corona-Fälle – womöglich muss das gesamte Team in Quarantäne. Lesen Sie hier mehr.

Bayern und Sachsen wollen Impfreihenfolge für Hotspots ändern

11.10 Uhr: In Tschechien steigen die Inzidenzen, das wirkt sich auch auf Bayern und Sachsen aus. Die Länderchefs Söder und Kretschmer haben nun eine Allianz gebildet – und neben eigenen Maßnahmen auch Hilfen für Tschechien beschlossen. Erfahren Sie hier welche.

Deutsche Wirtschaft leidet unter Corona bis mindestens 2025

11.06 Uhr: Die deutsche Wirtschaft wird einem neuen Forschungsbericht des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zufolge bis mindestens 2025 die Folgen der Corona-Pandemie spüren.

Allein das Bruttoinlandsprodukt müsse in den nächsten fünf Jahren Abstriche um 0,6 Prozentpunkte wegen der Krise hinnehmen, sagte Enzo Weber, einer der Autoren des Berichtes. Auf dem Arbeitsmarkt müsse bis 2025 mit einem langfristigen Minus von 200.000 Jobs gerechnet werden.

Friseure beginnen Shutdown-Ende mit Nachtschicht

11.00 Uhr: Nach zweieinhalb Monaten Corona-Shutdown dürfen Friseurgeschäfte wieder öffnen. In einigen Salons wurden den Kunden schon mitten in der Nacht die Haare geschnitten. Lesen Sie hier mehr.

Braun: Jeden Deutschen einmal pro Woche testen

10.41 Uhr: Kanzleramtschef Helge Braun hat eine zweigleisige Teststrategie zur Absicherung von Öffnungsschritten angekündigt. Es gehe zum einen darum, Infektionen in der Frühphase zu entdecken – etwa durch das Angebot, dass sich jeder ein- bis zweimal die Woche testen lassen könne, sagt Braun in der ARD. Zum anderen gehe es um tagesaktuelle Tests etwa bei größeren Veranstaltungen, um dort das Risiko einer Ansteckung zu minimieren.

Zudem sollen die Bürger und Bürgerinnen für die Corona-Schnelltests nichts bezahlen müssen. »Das soll kostenlos sein«, sagte Braun. Geplant sei, dass die Menschen die Tests in vom Gesundheitsamt beauftragten Testzentren durchführen könnten. »Das kann das kommunale Testzentrum sein, das können Ärzte und Apotheker sein«, so Braun vor den für Mittwoch anstehenden Gesprächen von Bund und Ländern über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie.

4732 Corona-Neuinfektionen und 60 neue Todesfälle registriert

10.39 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen einem Tag 4732 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 60 weitere Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Montag hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen einem Tag 4369 Neuinfektionen und 62 neue Todesfälle verzeichnet. Am Montag sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 05.30 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Montagmorgen bundesweit bei 65,8 – und damit höher als am Vortag (63,8). Vor vier Wochen, am 1. Februar, hatte die Inzidenz noch bei 91 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

Söder fordert zusätzliche Impfstoffe für Corona-Hotspots

10.05 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fordert zusätzliche Impfstoffdosen von der EU und der Bundesregierung für Corona-Hotspots. Damit könne man die Pandemie effektiver bekämpfen, sagt der CSU-Chef. Bayern und Sachsen würden deswegen ihrerseits Tschechien Schnelltests und Impfdosen abgeben. Tschechien wolle damit etwa Pendler impfen, was auch wiederum die Lage in Deutschland verbessern würde.

Ardern ruft zur Zurechtweisung von Regelbrechern auf

10.03 Uhr: Angesichts des erneuten Lockdowns in der Metropole Auckland hat Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern ihre Landsleute dazu aufgerufen, Corona-Regelbrecher zurechtzuweisen. »Diese Individuen müssen sich dem Urteil der ganzen Nation stellen, das wird zweifellos Konsequenzen haben«, sagte Ardern am Montag vor Reportern. Einige Menschen hätten klare Anweisungen ignoriert, in Quarantäne zu bleiben.

Jeder müsse kooperieren, um das Virus in Schach zu halten, sagte Adern. »Wenn das bedeutet, ein Familienmitglied oder einen Kollegen anzusprechen, weil er sich nicht an die Regeln hält, dann sollten wir das tun. Tun Sie es mit Freundlichkeit, aber tun Sie es.«

England sucht Patienten mit brasilianischer Corona-Variante

9.24 Uhr: Die englischen Behörden suchen mit Hochdruck nach einem Patienten, der positiv auf eine hochansteckende Corona-Variante aus Brasilien getestet worden sein soll. Die gesuchte Person habe bei ihrem Corona-Test nicht ihre Kontaktdaten angegeben und sei deshalb bislang nicht aufgefunden worden, teilte die Behörde Public Health England am Sonntag mit. Auch am Montag ging die Suche weiter.

Insgesamt waren sechs Fälle der in Nordbrasilien entdeckten Variante P.1, die als ansteckender und resistenter gegen Impfstoffe als die Ursprungsform sein soll, in Großbritannien aufgetaucht, die anderen ließen sich jedoch zurückverfolgen. Die Behörden riefen alle Bürger, die am 12. oder 13. Februar einen Test gemacht hatten und kein Ergebnis bekommen oder die Registrierung nicht vollständig ausgefüllt hatten, auf, sich zu melden. Zudem sollten die Passagiere eines Fluges aus Brasilien vom 10. Februar kontaktiert werden.

Coronakrise bremst Anstieg der Tarifverdienste

9.09 Uhr: Die Coronakrise hat den Anstieg der Tarifverdienste in Deutschland 2020 gebremst. Einschließlich Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld lagen die Entgelte der Tarifbeschäftigten zwar um 2,1 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Dies ist nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes aber der geringste Zuwachs seit 2016 mit damals ebenfalls 2,1 Prozent. Die Wiesbadener Behörde bestätigte am Montag ihre vorläufigen Angaben aus dem Dezember. 2019 waren die Tarifverdienste noch um durchschnittlich 3,2 Prozent gestiegen.

Positiv aus Sicht der Beschäftigten: Die Tarifverdienste legten im vergangenen Jahr trotz der Lohnzurückhaltung vieler Arbeitgeber wegen der Pandemie deutlich stärker zu als die Verbraucherpreise mit 0,5 Prozent. Unter dem Strich haben viele Arbeitnehmer damit rechnerisch mehr Geld in der Tasche.

Giffey lehnt Lockdown bis April ab

8.29 Uhr: Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) erhofft sich von den Bund-Länder-Gesprächen am Mittwoch Lockerungen der Corona-Beschränkungen. »Für mich ist ganz klar, dass es Öffnungsschritte geben muss«, sagte Giffey dem »Handelsblatt«. »Die neuen Entwicklungen bei der Zulassung von Selbsttests und das begonnene Impfen geben Rückenwind dafür.«

Allerdings sei es sicherlich nicht verantwortbar, alles zeitgleich wieder zu öffnen. »Das Öffnen muss stufenweise geschehen und verantwortlich sein«, mahnte Giffey. »Wir dürfen nicht riskieren, Erfolge wieder zu verlieren.«

Eine Verlängerung des Lockdowns bis April, wie ihn die Intensiv- und Notfallmediziner fordern, lehnte Giffey ab. Der Einzelhandel ringe bereits mit großen Existenzängsten, und die Politik müsse auch die Zeit nach Corona im Blick behalten: »Wir dürfen nicht in eine Situation kommen, in der unsere Innenstädte veröden, weil die Geschäfte den Lockdown nicht überlebt haben.«

Grünenchef fordert Alternative zu Shutdown

7.50 Uhr: Grünenchef Robert Habeck fordert, jedem Bürger zwei Schnelltests pro Woche zu ermöglichen. Er regt an, diese Schnelltests mit Impfungen und dem Nachweis von Immunität gleichzustellen. Damit könnte die Ungleichbehandlung von Geimpften und Nichtgeimpften vermieden werden, heißt es in einem von Habeck und Janosch Dahmen, Bundestagsabgeordneter der Partei und Arzt, erarbeiteten Konzept für Alternativen zum Lockdown. Dem SPIEGEL liegt das Papier vor. Die beiden Politiker skizzieren darin sechs Punkte für ihre alternativen Corona-Kurs.

Österreich unsicher über weitere Öffnungsschritte

7.10 Uhr: In Österreich entscheidet die Regierung drei Wochen nach der Öffnung aller Geschäfte, wie es nun weitergeht. Im Raum stand zuletzt der Neustart der Gastronomie und Hotellerie noch vor Ostern. Allerdings hat Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Sonntag die Entwicklung bei der Zahl der Neuinfektionen als »besorgniserregende Trendwende« bezeichnet. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in Österreich aktuell bei etwa 160. Zuletzt war gerade die Zahl der Neuinfektionen unter den Jüngeren deutlich gestiegen. Am Wochenende wurde in Wien unter anderem eine Party mit 100 Gästen in einem Studentenwohnheim von der Polizei aufgelöst.

Impfbereitschaft steigt weltweit

6.40 Uhr: Die Bereitschaft, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, ist einer Studie zufolge in mehreren Ländern gestiegen. Bei Umfragen unter anderem in Deutschland, Großbritannien und Frankreich hätten im Februar deutlich mehr Menschen als noch im Dezember angegeben, sich eine Corona-Impfung vorstellen zu können, hieß es in einer am Montag veröffentlichten Studie der Beratungsfirma KekstCNC. Insgesamt wurden Menschen in sechs Industrienationen befragt.

Am größten war der Anstieg bei der Impfbereitschaft in Großbritannien: Dort gaben laut KekstCNC 89 Prozent der Befragten an, sich gegen das Coronavirus impfen lassen zu wollen – das waren 19 Prozentpunkte mehr als im Dezember. Auch in Deutschland verzeichnete die Beratungsfirma eine deutlich stärkere Zustimmung zu Corona-Impfungen: Hatten im Dezember noch 63 Prozent der befragten Deutschen erklärt, einer Corona-Impfung offen gegenüberzustehen, waren es im Februar bereits 73 Prozent.

In Schweden stieg die Impfbereitschaft von 53 Prozent auf 76 Prozent, in den USA betrug der Sprung sechs Prozentpunkte auf 64 Prozent. In Japan gaben 64 Prozent der Umfrageteilnehmer an, positiv gegenüber einer Corona-Impfung eingestellt zu sein, während es dort im Dezember nur 50 Prozent gewesen waren. Am geringsten ist die Impfbereitschaft laut der Studie in den sechs Staaten in Frankreich. Dort gaben 59 Prozent der Befragten an, sich gegen das Coronavirus impfen lassen zu wollen – aber immerhin 19 Prozentpunkte mehr als im Dezember.

Kritisch äußerten sich zahlreiche der Befragten zum Verlauf der Impfkampagne in ihren Ländern. Am zufriedensten zeigten sich die Briten. 76 Prozent der im Vereinigten Königreich Befragten gaben an, das Tempo, in dem ihre Regierung die Impfkampagne gestartet habe, sei »genau richtig« gewesen. In Deutschland bezeichneten nur 28 Prozent den Verlauf der Impfkampagne als »genau richtig«. In den USA waren es 32 Prozent, in Frankreich 22 Prozent und in Schweden 20 Prozent.

Große Mehrheit der Deutschen für Lockerung des Corona-Lockdowns

6.05 Uhr: Zweieinhalb Monate nach Beginn des harten Corona-Lockdowns ist es nach Auffassung einer großen Mehrheit der Deutschen Zeit für Lockerungen. Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa zufolge sind nur noch gut ein Drittel für eine Beibehaltung (26 Prozent) oder Verschärfung (9 Prozent) der geltenden Einschränkungen. 43 Prozent meinen dagegen, der Lockdown sollte bei den Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder an diesem Mittwoch weiter gelockert werden. 17 Prozent sind sogar für eine komplette Rückkehr zur Normalität. 5 Prozent machten keine Angaben.

Zum ersten Mal seit Beginn des harten Lockdowns Mitte Dezember gibt es damit in den alle zwei bis vier Wochen durchgeführten YouGov-Umfragen eine Mehrheit für Lockerungen. Anfangs standen noch fast drei Viertel (73 Prozent) hinter den Maßnahmen von Bund und Ländern.

Tschechien verschärft Lockdown – Kontrollen an Bezirksgrenzen

5.44 Uhr: In Tschechien gilt von Montag an ein deutlich härterer Corona-Lockdown. Die Menschen dürfen ihren jeweiligen Bezirk für drei Wochen nur noch in Ausnahmefällen verlassen. Erlaubt bleiben Fahrten zur Arbeit, zum Arzt und zu Behörden, wenn schriftliche Nachweise erbracht werden. Die 77 Bezirke entsprechen in ihrer Größe den Landkreisen in Deutschland. Mehr als 25.000 Polizisten und bis zu 5000 Soldaten sollen die Einhaltung der strikten Maßnahmen kontrollieren. Bei Missachtung drohen Geldstrafen von umgerechnet mehr als 400 Euro.

Spaziergänge und Sport sind sogar nur noch in der eigenen Stadt oder Gemeinde erlaubt. Verwandtschaftsbesuche sind verboten. Nur absolut notwendige Geschäfte dürfen noch öffnen. Hintergrund ist, dass Tschechien unter allen EU-Staaten die höchste Corona-Neuinfektionsrate aufweist. Ministerpräsident Andrej Babis warnte eindringlich vor einem Kollaps des Gesundheitssystems und einem »Bergamo in Tschechien«. Die italienische Provinz war im Frühjahr 2020 zum tragischen Symbol der Coronakrise geworden.

Friseurgeschäfte können nach elf Wochen wieder öffnen

4.10 Uhr: Nach zweieinhalb Monaten Schließung können Friseurbetriebe in Deutschland nun wieder öffnen. Dabei gelten Hygieneauflagen, etwa eine Pflicht zum Tragen von Masken. Die Salons waren wegen der Corona-Pandemie seit Mitte Dezember rund elf Wochen lang geschlossen.

Die nun bevorstehende Öffnung begründeten Bund und Länder mit der »Bedeutung von Friseuren für die Körperhygiene« und der langen Schließzeit. »Erhebliche Teile der Bevölkerung, insbesondere ältere Menschen«, seien auf die Dienstleistung angewiesen, hieß es in den Corona-Beschlüssen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder vom 10. Februar.

Bereits mehr als 20 Millionen Menschen in Großbritannien geimpft

3.50 Uhr: In Großbritannien haben inzwischen mehr als 20 Millionen der 66 Millionen Einwohner mindestens eine Impfdosis zum Schutz vor Covid-19 erhalten. Dies sei »eine riesige nationale Leistung«, sagte Premierminister Boris Johnson. Er dankte den an der Impfkampagne beteiligten Mitarbeitern im Gesundheitsbereich für ihre »unermüdliche Arbeit«. Experten bereitet derweil die Entdeckung der brasilianischen Corona-Mutante im Vereinigten Königreich Sorge.

Gesundheitsminister Matt Hancock sagte zu den Fortschritten der Impfkampagne: »Wir haben einen langen Weg vor uns, aber wir machen große Schritte.« Er wolle »jeder einzelnen Person danken«, die sich die Spritze habe geben lassen. Die Impfung sei der Weg, der »uns alle« aus der Pandemie führen werde.

Nach Angaben der Regierung erhielten bis Sonntag 20.089.551 Menschen im Vereinigten Königreich mindestens eine Dosis eines Corona-Impfstoffs. Bereits Mitte Februar hatte das Land sein Zwischenziel erreicht, 15 Millionen Menschen im Land zu impfen, die am anfälligsten für schwere Covid-19-Erkrankungen sind. Bis Ende Juli sollen alle Erwachsenen im Land ein Impfangebot erhalten.

Weltweit ist die Impfrate nur in Israel und in den Vereinigten Arabischen Emiraten höher als in Großbritannien. In Deutschland haben bislang rund 5,01 Millionen der 83 Millionen Einwohner mindestens eine Corona-Impfspritze erhalten.

Getrübt wurden die positiven Nachrichten zum Impffortschritt in Großbritannien am Sonntag vom Nachweis der zuerst in Brasilien entdeckten Corona-Variante, die als gefährlicher als das Wildvirus gilt. Wie die Gesundheitsbehörden am Sonntag mitteilten, wurde die Mutante bei insgesamt sechs Menschen im Vereinigten Königreich nachgewiesen. Der Wohnort eines der Infizierten sei unklar, da wichtige Kontaktinformationen fehlten, hieß es weiter.

Die zuerst im nordbrasilianischen Manaus entdeckte Mutante gilt als besonders ansteckend. Unklar ist außerdem, ob bestehende Corona-Impfstoffe gegen sie wirken.

Mit mehr als 122.000 Corona-Toten gehört Großbritannien zu den am schwersten von der Pandemie getroffenen Ländern weltweit. Seit Ende Januar sind die täglichen Neuinfektionen und Todesfälle aber deutlich zurückgegangen. Am Sonntag meldeten die Behörden 6035 Neuinfektionen und 144 Todesfälle durch das Coronavirus. Der aktuelle Lockdown soll ab März bis Ende Juni schrittweise aufgehoben werden.

Südafrika lockert Corona-Maßnahmen aus Sorge um Wirtschaft

3.15 Uhr: Südafrika lockert angesichts weniger neu gemeldeter Corona-Fälle seine Lockdown-Maßnahmen. Das kündigte Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa am Sonntag an. Unter anderem werden die Ausgangssperre verkürzt und die Einschränkungen bei Treffen und dem Verkauf von Alkohol gelockert, sagte Ramaphosa in einer Fernsehansprache an die Bürger.

Von den Lockerungen erwarte man höhere Konsumausgaben und eine stetige Erholung des Arbeitsmarkts, sagte Ramaphosa. »Unsere ganze Anstrengung muss dem Wachstum der Wirtschaft gelten.« 33 der 53 Grenzübergänge ins Land bleiben geschlossen, zudem sind nur fünf Flughäfen für internationale Reisen geöffnet.

Südafrika gilt mit mehr als 1,5 Millionen registrierten Infektionen und fast 50.000 Toten als das zahlenmäßig am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land auf dem afrikanischen Kontinent. Auch die Wirtschaft ist schwer getroffen: Die Arbeitslosenquote lag Ende vergangenen Jahres bei 32,5 Prozent. Finanzminister Tito Mboweni hatte zuletzt angekündigt, dass Südafrika wegen ausgefallener Steuern in Rekordhöhe absehbar jährlich neue Schulden in Höhe von über 500 Milliarden Rand (mehr als 27 Milliarden Euro) machen müsse.

Bericht: Bundeswahlleiter bringt bevorzugte Impfung von Wahlhelfern ins Spiel

2.20 Uhr: Bundeswahlleiter Georg Thiel bringt eine bevorzugte Impfung der ehrenamtlichen Wahlhelferinnen und Wahlhelfer für die Bundestagswahl ins Spiel. Er habe sich damit an das Bundesinnenministerium gewandt, zu dessen Geschäftsbereich seine Behörde gehört, berichteten die Zeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft. Das Ministerium habe sich bisher nicht zu der Frage geäußert.

»Ohne den Einsatz der ehrenamtlich tätigen Wahlhelferinnen und Wahlhelfer wäre eine Wahl nicht durchführbar«, sagte Thiel den Zeitungen. »Da aufgrund der Pandemie ein höherer Briefwahlanteil erwartet werden kann, werden voraussichtlich auch mehr Wahlhelferinnen und Wahlhelfern gebraucht.«

Scholz dringt auf Strategiewechsel bei Corona-Politik

0.55 Uhr: Angesichts künftiger Schnelltest-Möglichkeiten fordert Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) einen Strategiewechsel in der deutschen Corona-Politik. »Ich bestehe darauf, dass wir am Mittwoch eine Öffnungsperspektive konkret formulieren«, sagt der Kanzlerkandidat der SPD im Politiktalk der Zeitung »Bild«. Die Möglichkeiten von Schnelltests müssten »aktiv für eine Öffnungsstrategie« genutzt werden. Testen sei »ein Teil des Wegs aus dem Lockdown.« Mit den Testmöglichkeiten seien seiner Meinung nach die Inzidenzwerte von 35 und 50 künftig nicht mehr als alleiniger Maßstab für Lockerungen zu sehen.

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