Corona: Kretschmann stimmt Bürger auf harten Shutdown ab kommender Woche ein
Icon: vergrößernDüsseldorfer Innenstadt: Schließung auch von Läden bereits vor Weihnachten?
Foto: Rupert Oberhäuser / imago images
Der bundesweite harte Shutdown wird nach Einschätzung des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann schon in den nächsten Tagen kommen. »So wie es sich abzeichnet, wird der harte Lockdown vor Weihnachten kommen und nicht erst danach«, sagte Kretschmann beim Grünenlandesparteitag in Reutlingen mit Verweis auf eine Corona-Schalte mit anderen Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel.
Dort sei am Samstagmorgen die Ministerpräsidentenkonferenz an diesem Sonntag zur Coronakrise vorbereitet worden. Kretschmann betonte, die Menschen müssten sich darauf einstellen, dass schon kommende Woche das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben so weit wie möglich heruntergefahren werde.
Bereits zuvor hatte Bundesfinanzminister Olaf Scholz bei einer Onlineveranstaltung der SPD ebenfalls rasche Beschränkungen angekündigt: »Wir müssen in den nächsten Tagen sehr weitreichende, sehr einschneidende Maßnahmen treffen«, sagte Scholz. Das Virus breite sich wieder stärker aus, deswegen müssten weitreichende Maßnahmen zum Schutz der Bürger ergriffen werden, so der Finanzminister. Als Beispiel für mögliche Maßnahmen nannte Scholz neue Beschränkungen für den Einzelhandel.
Die entscheidende Konferenz der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel ist für 10 Uhr am Sonntag angesetzt. Während der Telefonschalte sollen neue Regelungen für die kommenden Wochen festgelegt werden. Merkel hatte zuletzt darauf gedrängt, Schulen und Geschäfte möglichst früh zu schließen, um die gleichbleibend hohen Infektionszahlen in Deutschland abzusenken.
Bei der Generaldebatte im Bundestag hatte sie beispielsweise dazu aufgerufen, die Weihnachtsferien für die Schulen bundesweit bereits am kommenden Mittwoch beginnen zu lassen. Einem Bericht der »Bild«-Zeitung zufolge plädiert das Kanzleramt dafür, ab dem Mittwoch nicht nur Schulen, sondern auch Kitas und Einzelhandelsläden zu schließen.
In den vergangenen Tagen hatten bereits einige – vor allem bevölkerungsreiche – Bundesländer einschneidende Maßnahmen beschlossen. Bayern etwa hat seit Mitte dieser Woche den Katastrophenfall ausgerufen und die Einschränkungen verschärft. In Baden-Württemberg, wo Kretschmann regiert, gelten von diesem Samstag an strikte Ausgangsbeschränkungen, in Sachsen ab Montag, Nordrhein-Westfalen setzt von Montag an die Präsenzpflicht an den Schulen aus.
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