Corona-Beschlüsse von Angela Merkel und den Ministerpräsidenten: Die Corona-Wette
Icon: vergrößernBerlins Regierender Bürgermeister Michael Müller, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder
Foto: MARKUS SCHREIBER / AFP
Es ist kurz vor 23 Uhr, da liegen die Nerven endgültig blank. Eben hat Finanzminister Olaf Scholz über den Härtefallfonds für von der Coronakrise betroffene Firmen referiert, die Länder sollen die Hälfte der Kosten tragen, Scholz bleibt hart. Da fährt ihn Bayerns Ministerpräsident Markus Söder an. »Ich weiß nicht, was Sie getrunken haben«, poltert der CSU-Chef laut Teilnehmern gegen den Vizeregierungschef der SPD. »Sie sind hier nicht der Kanzler.«
Offenbar empfindet Söder Scholz' Tonfall als anmaßend. »Da brauchen Sie gar nicht so schlumpfig herumgrinsen«, schiebt er noch hinterher. Es sind Worte, die es in dieser Schärfe selbst in der streiterprobten Ministerpräsidentenrunde so wohl noch nicht gegeben hat. Später versucht Söder auf der Pressekonferenz, die Sache herunterzuspielen.
Vieles kommt an diesem Mittwochabend zusammen. Da sind natürlich Scholz und Söder in ihren eigenen Rollen, zwei Alphatiere der Politik, der eine bereits sozialdemokratischer Kanzlerkandidat, der andere könnte es für die Union werden. Ein bisschen vorgezogener Bundestagswahlkampf dürfte auch hinter dem Scharmützel zu später Stunde stecken.

