Janet Yellen als US-Finanzministerin: Die Kandidatin, der die Republikaner vertrauen
Icon: vergrößernEhemalige Fed-Chefin Janet Yellen (2019): Sie bringt Fachkompetenz und Regierungserfahrung mit
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Andrew Harnik / AP
Am Ende hat es Elizabeth Warren auch nicht geholfen, dass ihre Fans die Senatorin mit tierischer Unterstützung Joe Biden anpriesen. »Wenn meine Mutti Finanzministerin würde, würde ich helfen, so gut ich kann«, verlautete es von dem Twitteraccount des Hundes Bailey Warren unmissverständlich in Richtung des Wahlsiegers.
Der Account @FirstDogBailey, der dem Golden Retriever der Demokratin aus Massachusetts gewidmet ist, bringt es mit fast 50.000 Followern auf mehr Unterstützer als mancher lebensechte Politiker. Doch beim künftigen Präsidenten der USA, selbst Hundebesitzer, versagte Baileys Charme.
Nicht Warren soll nach Berichten von US-Medien Finanzministerin in Bidens Kabinett werden, sondern die frühere Notenbank-Chefin Janet Yellen.
Die Entscheidung spiegelt perfekt Bidens personalpolitische Strategie nach dem Wahlsieg wider: Yellen kommt aus dem Obama-Orbit, sie bringt Fachkompetenz und Regierungserfahrung mit – und sie ist eine Konsenskandidatin, die nicht nur für beide Flügel der Demokraten akzeptabel sein dürfte, sondern sogar für die Republikaner. Jedenfalls macht sie dem politischen Gegner eine Blockade schwer. Bei ihrer Berufung zur Chefin der mächtigsten Notenbank der Welt 2014 bekam Yellen die Stimmen von elf republikanischen Senatoren, und einige von diesen sind heute noch im Amt. Biden erhöht damit die Chance, dass eine seiner wichtigsten MinisterInnen ohne Verzögerung an die Arbeit gehen kann, um zu liefern, was er den Wählern versprochen hat: Amerika aus der Wirtschaftskrise zu führen.

