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USA und Großbritannien greifen Huthi-Ziele im Jemen an

January 12
04:16 2024

Die USA und Großbritannien haben in einer groß angelegten Militäraktion mutmaßliche Stellungen der Huthi-Miliz im Jemen angegriffen. US-Medien berichteten am Donnerstagsabend (Ortszeit) unter Berufung auf Regierungsvertreter, dabei seien Kampfjets und Marschflugkörper vom Typ Tomahawk zum Einsatz gekommen.

US-Präsident Joe Biden erklärte am Donnerstagabend, dass die USA und Großbritannien bei ihrem Einsatz von Australien, Bahrain, Kanada und den Niederlanden unterstützt worden seien. Dies sei eine »direkte Reaktion auf die beispiellosen Angriffe der Huthi auf die internationale Schifffahrt im Roten Meer«, teilte das Weiße Haus in einer schriftlichen Stellungnahme von Biden mit. Die Angriffe seien »erfolgreich« gewesen, hieß es in der Stellungnahme.

Biden signalisiert Entschlossenheit für weitere Militärschläge gegen die Huthis

Biden werde »nicht zögern«, sollten weitere Maßnahmen gegen die Miliz nötig sein. Die Militäroperation zeige, dass die USA und ihre Verbündeten keine Angriffe der Huthis auf die Schifffahrt tolerieren würden.

Der britische Premier Rishi Sunak erklärte, die Royal Navy werde weiterhin im Roten Meer patrouillieren, um in der Region für Sicherheit zu sorgen. Großbritannien werde sich immer für die Freiheit der Schifffahrt und den freien Warenhandel einsetzen.

Die Angriffe der USA und Großbritanniens wurden auch von einem Sprecher der Huthi-Miliz bestätigt. Wie Abdul Qader al-Mortada auf X, vormals Twitter, schrieb, habe es Angriffe auf verschiedene jemenitische Städte gegeben: »Die amerikanisch-zionistisch-britische Aggression gegen den Jemen hat mehrere Angriffe auf die Hauptstadt Sanaa, das Gouvernement Hodeidah, Saada und Dhamar gestartet.« Zuvor hatte der Anführer der Huthis am Donnerstag erklärt, dass jeder Angriff der USA auf die Gruppe nicht ohne Antwort bleiben werde.

Seit Ausbruch des Krieges in Nahost zwischen Israel und der palästinensischen Terrormiliz Hamas greifen die Huthi immer wieder Schiffe mit angeblich israelischer Verbindung im Roten Meer an. Große Reedereien meiden die wichtige Handelsroute zunehmend. Die Huthi greifen auch Israel direkt mit Drohnen und Raketen an.

Huthi-Milizen hatten Berichten zufolge in der Nacht zu Dienstag nicht nur Handelsschiffe, sondern auch ein US-amerikanisches sowie ein britisches Kriegsschiff mit Raketen und Drohnen attackiert.

Eine Reaktion der USA und ihrer Verbündeten hatte sich zuletzt immer stärker angedeutet. Großbritanniens Verteidigungsminister Grant Shapps hatte in den vergangenen Tagen wiederholt vor Konsequenzen gewarnt, sollten die Angriffe nicht aufhören. Der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats der USA, John Kirby, warnte die Huthi, dass sie die Konsequenzen dafür tragen müssten, sollten sie ihre Angriffe nicht stoppen.

Etwa zehn Prozent des gesamten Welthandels laufen über das Rote Meer. Der Suezkanal verbindet das Mittelmeer mit dem Roten Meer und bietet damit die kürzeste Verbindung auf dem Seeweg zwischen Asien und Europa.

Bundesregierung zu Militäreinsatz im Roten Meer bereit

Die Bundesregierung bekundete bereits vor Wochen die Bereitschaft zu einem deutschen Militäreinsatz im Roten Meer. Ein entsprechendes Bundeswehrmandat setzt jedoch eine übergeordnete Mission etwa im EU-Rahmen voraus. Trotz intensiven deutschen Werbens kam in den vergangenen Wochen keine EU-Mission für einen Einsatz zum Schutz der Handelsschifffahrt im Roten Meer zustande.

Nach SPIEGEL-Informationen laufen derzeit die Beratungen über eine EU-Mission in Brüssel. Der Europäische Auswärtige Dienst stimmt sich dazu mit den Mitgliedstaaten ab. Im Laufe der nächsten zwei, maximal drei Wochen soll ein Mandatstext zu Art und Ausmaß eines möglichen Einsatzes vorliegen. Für eine neue EU-Mission braucht es Einstimmigkeit.

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